Konzernzentrale von Bechtle in Neckarsulm: Die Mittelklasse-Aktie ist eine nachhaltige ECOreporter-Favoriten-Aktie. / Foto: Bechtle AG

15.01.18 Aktientipps , Aktien-Favoriten , Mittelklasse-Aktien

Bechtle AG: IT-Service und Produkte aus einer Hand

Bechtle ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie. Warum das so ist, erfahren Sie in unserem Porträt. Die Bechtle AG entwickelt IT-Produkte und ist ein Dienstleister in diesem Bereich.

Tätig ist sie zudem im Vertrieb von Hard- und Software. Bechtle bietet beispielsweise Technologiekonzepte wie Cloud-Computing und Datencenter, IT-Lösungen - darunter Server und Software - sowie IT-Services (Management und Training) und die benötigte Hard- und Software an.

Kunden sind Unternehmen aller Größen und Sparten sowie öffentliche Träger wie Ämter, Krankenhäuser und Schulungseinrichtungen. Der Sitz des Unternehmens ist in Neckarsulm, Baden-Württemberg.

Bechtle wurde 1983 gegründet, ging 2000 an die Börse. Anfangs war die Aktie im "Neuen Markt" gelistet. Heute notiert sie im MDAX und TecDAX.

Bechtle ist deutschlandweit der größte Anbieter für Systeme, Dienstleistungen und Produkte im IT-Bereich und hat 70 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie zahlreiche Handelsgesellschaften in 14 europäischen Ländern (Stand 10/2019). Zum Unternehmen gehören rund 100 Tochterunternehmen und Beteiligungen mit einem flächendeckenden Service-Netzwerk in ganz Deutschland, in Teilen Österreichs und der Schweiz. Das Unternehmen hat rund 11.000 Mitarbeiter.

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Bechtles Ziel: 5 Milliarden Euro Umsatz bis 2020

2017 belief sich der Umsatz von Bechtle auf 3,6 Milliarden Euro, 2018 auf 4,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg von 115 Millionen Euro (2017) auf 137 Millionen Euro (2018). Bechtle will bis 2020 das EBIT jährlich um 5 Prozent steigern. Der Umsatz soll 2020 erstmalig die Marke von 5 Milliarden Euro erreichen.

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Bechtles Zentrallager für IT-Logistik. Das Unternehmen bietet neben Computer-Services unter anderem auch Software und Hardware an. / Foto: Bechtle AG

Bechtle hat (Stand 15.10.2019) eine Marktkapitalisierung von etwas mehr als 4 Milliarden Euro. Der Aktienkurs ist von Oktober 2018 bis Oktober 2019 um 21 Prozent gestiegen. Auf Sicht von fünf Jahren beträgt das Plus fast 250 Prozent.

Für Stabilität und Kontinuität spricht die Aktionärsstruktur: Mehr als 35 Prozent aller ausgegebenen Aktien gehören Karin Schick, der Tochter des Unternehmensgründers Gerhard Schick (Stand Juli 2019). 7,3 Prozent der übrigen, frei handelbaren Anteile hält die schottische Investmentgesellschaft Baillie Gifford. Der Unternehmensgründer Schick ist seit Ende 2013 nicht mehr operativ im Unternehmen tätig. Er hält jedoch die Position als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates.

Dividende: Bechtle zahlt seit 19 Jahren eine Dividende. 2000 betrug die Dividende 12,5 Cent je Aktie, 2018 lag sie bei 1 Euro. Das Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben "eine auf Kontinuität ausgerichtete aktionärsfreundliche Dividendenpolitik".

Seit 2009 liegt die Dividendenrendite zwischen 1,0 und 3,1 Prozent. Die Ausschüttungsquote ist stabil. Sie ist der Anteil des Konzerngewinns, der den Aktionären als Dividende zufließt. Bechtles Quote liegt durchschnittlich bei 32,5 Prozent und lässt somit viel Spielraum für beispielsweise weitere Investitionen. Denn je niedriger die Ausschüttungsquote ausfällt, desto mehr Geld aus dem Gewinn kann das Unternehmen investieren.

In den nächsten Jahren soll die Ausschüttungsquote die Grenze von 35 Prozent nicht übersteigen.

Nachhaltigkeit: Bechtle hat seit 2011 ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem und seit 2013 einen eigenen Nachhaltigkeitskodex. Das Unternehmen gewinnt an mehreren Standorten einen Teil der benötigten Energie aus Solar- und Geothermieanlagen. Am Stammsitz in Neckarsulm betreibt Bechtle eine der größten Stromtankstellen Deutschlands.

Der Konzern bemüht sich, seinen Ressourcenverbrauch zu senken. Beispielsweise spart Bechtle eigenen Angaben zufolge jährlich 52.000 Einwegbecher ein, seit in den Kantinen Porzellanbecher verwendet werden. Zusammen mit Primaklima e.V. und anderen Unternehmen betreibt Bechtle ein Partnerwaldprojekt

K.O.-Kriterien: Laut einer Studie des unabhängigen "Centre for Research on Multinational Corporations" (SOMO) aus dem Jahr 2013 hat Bechtle - wie 186 andere europäische Unternehmen auch - Rohstoffe aus der Konfliktregion Kongo bezogen. Dafür wurde Bechtle kritisiert, denn im Kongo gibt es gravierende Menschenrechtsverletzungen.

Gegenüber ECOreporter erklärte Bechtle auf Anfrage, dass das Unternehmen als Händler (und nicht als Hersteller) für Hard- und Software keine Edelmetalle und seltene Erden aus der Konfliktregion Kongo beziehe.

Bechtle habe für seine Lieferanten für Hard- und Software im Jahr 2014 einen sogenannten "Code of Conduct" (Verhaltensregeln) aufgelegt, in dem diese sich verpflichten müssen, keine Edelmetalle und seltene Erden aus Konfliktregionen zu beziehen.

Bechtle AG: ISIN DE0005158703 / WKN 515870

 

Stand: 10/2019

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