Konzernzentrale des IT-Unternehmens Bechtle in Neckarsulm: Die Mittelklasse-Aktie ist eine neue nachhaltige ECOreporter-Favoriten-Aktie. / Foto: Bechtle AG

24.07.17

Bechtle: IT-Service und Produkte aus einer Hand

Die Bechtle AG bietet IT-Dienstleistungen an und entwickelt IT-Produkte, zudem ist sie im Vertrieb mit Hard- und Software tätig.

Bechtle bietet beispielsweise Technologiekonzepte (IT-Mobilität, Cloud-Computing, Datencenter), IT-Lösungen (Sicherheit, Server und Software), IT-Services (Management und Training) und die benötigte Hard- und Software an. Kunden sind Unternehmen aller Größen und Sparten sowie öffentliche Träger wie Ämter, Krankenhäuser und Schulungseinrichtungen. Der Sitz ist in Neckarsulm, Baden-Württemberg. Bechtle wurde 1983 gegründet, ging 2000 an die Börse. Anfangs war die Aktie im "Neuen Markt" gelistet. Heute notiert sie im TecDAX.

Bechtle ist deutschlandweit der größte Anbieter für IT-Systeme, -Dienstleistungen  und  -Produkte und hat 70 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie zahlreiche Handelsgesellschaften in 14 europäischen Ländern (Stand 2017). 

Zum Unternehmen gehören rund 100 Tochterunternehmen und Beteiligungen mit einem flächendeckenden Service-Netzwerk in ganz Deutschland, in Teilen Österreichs und der Schweiz. Das Unternehmen bietet neben Dienstleistungen und Produkten auch Systemintegrationen und Schulungen an und hat 7.600 Mitarbeiter.

Ziel: Ein Umsatz von 5 Milliarden Euro bis 2020

Das Unternehmen wächst insbesondere in Deutschland und Österreich im niedrigeren, zweistelligen Prozentbereich. Die Geschäftsleitung rechnet für das Geschäftsjahr 2016 in beiden Ländern und in der Schweiz mit einem Wachstum. Bechtle will bis 2020 das EBIT jährlich um fünf Prozent steigern. Der Umsatz soll 2020 erstmalig die Marke von 5 Milliarden Euro erreichen.

Bechtle hatte Anfang 2017 eine Marktkapitalisierung von rund 1,96 Milliarden Euro. Anfang  2009 notierte die Aktie bei 11,50 Euro, im August 2016 bei 104,50 Euro, Anfang 2017 bei 95 Euro.

Für Stabilität und Kontinuität spricht die Aktionärsstruktur: Mehr als 35 Prozent aller ausgegebenen Aktien gehören Karin Schick, der Frau des Unternehmensgründers Gerhard Schick. Der Unternehmensgründer Schick ist seit Ende 2013 nicht mehr operativ im Unternehmen tätig. Er hält jedoch die Position als Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates. Die restlichen gut 64 Prozent der Aktien sind im freien Handel.

Dividende: Bechtle zahlt seit 16 Jahren eine Dividende. 2000 betrug die Dividende 25 Cent je Aktie, 2015 lag sie bei 1,40 Euro. Für das Geschäftsjahr 2016 hat der Vorstand eine Dividende von 1,55 Euro in Aussicht gestellt. Seit 2009 liegt die Dividendenrendite zwischen 3,1 und 1,8 Prozent. Die Ausschüttungsquote ist stabil. Sie ist der Anteil des Konzerngewinns, der den Aktionären als Dividende zufließt.

Bechtles Quote liegt durchschnittlich bei 32,5 Prozent und lässt somit viel Spielraum für beispielsweise weitere Investitionen. Denn je niedriger die Ausschüttungsquote ausfällt, desto mehr Geld aus dem Gewinn kann das Unternehmen investieren. In den nächsten Jahren soll die Ausschüttungsquote die Grenze von 35 Prozent nicht übersteigen.

Nachhaltigkeit: Die Bechtle-Aktie ist im nachhaltigen Index DAX global Sarasin Sustainability Germany der Schweizer Bank J. Safra Sarasin vertreten. Bechtle hat seit 2013 einen eigenen Nachhaltigkeitskodex. Darin wird das Prinzip der Nachhaltigkeit im Unternehmen in acht Kategorien unterteilt. Dazu zählt zum Beispiel die Kategorie "Nachhaltiges Umweltmanagement" mit einem zertifizierten Umweltmanagementsystem.

Das Unternehmen will den Verbrauch von Wasser und Energie verringern. Es gibt auch punktuelles Engagement, beispielsweise Bienenstöcke auf dem Unternehmensgelände.

K.O.-Kriterien: Laut einer Studie des unabhängigen "Centre for Research on Multinational Corporations" (SOMO) aus dem Jahr 2013 hat Bechtle – wie 186 andere europäische Unternehmen auch – Rohstoffe aus der Konfliktregion Kongo bezogen. Dafür wurde Bechtle kritisiert, denn im Kongo gibt es gravierende Menschenrechtsverletzungen. Gegenüber ECOreporter.de erklärte Bechtle auf Anfrage, dass das Unternehmen als Händler (und nicht als Hersteller) für Hard- und Software keine Edelmetalle und seltene Erden aus der Konfliktregion Kongo beziehe.

Bechtle habe für seine Lieferanten für Hard- und Software im Jahr 2014 einen sogenannten "Code of Conduct" (Verhaltensregeln) aufgelegt, in dem diese sich verpflichten müssen, keine Edelmetalle und seltene Erden aus Konfliktregionen zu beziehen.

Bechtle AG: ISIN DE0005158703 / WKN 515870

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