Der Bau landwirtschaftlicher Biogasanlagen ist das Kerngeschäft der MT Energie GmbH. 2013 war ein schwieriges Jahr für das Unternehmen aus Zeven. / Foto: Unternehmen.

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Biogasspezialistin MT-Energie bereitet Anlegern neue Sorgen

Schlechte Nachrichten für die Anleihe-Anleger der MT-Energie GmbH:  Die Spezialistin für Biogasanlagenbau aus Zeven hat 2013 deutlich mehr Verlust eingefahren als bisher prognostiziert. Das geht aus geht aus vorläufigen Berechnungen des Unternehmens hervor. Die Veröffentlichung der endgültigen Bilanz für 2013 hat MT Energie verschoben – voraussichtlich bis Mitte Juli. Der Grund: Es gibt noch Gesprächsbedarf mit dem Wirtschaftsprüfer und den kreditgebenden Banken.

Den nicht testierten Zahlen zufolge erzielte MT-Energie in 2013 mit 122,6 Millionen Euro 41,7 Prozent weniger Umsatz als in 2012. Der Fehlbetrag auf Konzernebene vervielfachte sich auf 23,3 Millionen Euro. 2012 hatten hier erst 1,5 Millionen Euro Verlust zu Buche geschlagen. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Biogasanlagen sei sowohl im In- als auch im Ausland eingebrochen, hieß es dazu. Einerseits gebe es eine „weitgehende Marktsättigung“, anderseits habe die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu „Unsicherheiten über die künftige Förderung“ geführt , so die MT-Energie. Während er Inlandsumsatz daraufhin 34,4 Prozent unter Vorjahresniveau gelegen habe, sei der Auslandsumsatz um 52,7 Prozent zurückgefallen. 

Zu wenig Eigenkapital: Banken könnten den Geldhahn zudrehen
Die MT-Energie GmbH steht am Beginn einer Restrukturierung. Die vorläufigen Zahlen für 2013 sind wesentlich schlechter ausgefallen, als es in einem Sanierungsgutachten vom Dezember 2013 prognostiziert worden war. Dieses Gutachten bescheinigte der MT Energie GmbH unter anderem, sie könne 2014 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen schaffen. Die Gutachter kalkulierten mit einem Jahresfehlbetrag von 16,5 Millionen Euro in 2013, also mit knapp 29,2 Prozent weniger Verlust auf Konzernebene, als in den aktuellen Zahlen ausgewiesen. Prekär daran: Unterm Strich ist die Eigenkapitalquote damit auf 11,4 Prozent gesunken, also deutlich unter die  20-Prozent-Marke. Die Folge: Die finanzierenden Banken haben damit ein Sonderkündigungsrecht für laufende Kredite. „Es wird davon ausgegangen, dass die bislang sehr konstruktiv verlaufenden Gespräche  Anfang Juli zum Abschluss gebracht werden, sodass die Veröffentlichung des Konzernabschluss 2013 nun für den 15. Juli 2014 vorgesehen ist. Der Konzernwirtschaftsprüfer hat die Erteilung eines uneingeschränkten Bestätigungsvermerkes angekündigt“, teilt die Unternehmensführung dazu mit. 

Erst im Mai 2014 verzichteten die Anleihe-Gläubiger der MT-Energie GmbH, die insgesamt 13,6 Millionen Euro bei der Biogasanlagen-Spezialistin investiert haben, mit Mehrheitsbeschluss unter anderem auf eben das Recht zur Kündigung, wenn die Eigenkapitalquote unter 20 Prozent sinkt (ECOreporter.de  berichtete). Damit sollte dem Unternehmen mehr Luft für den Sanierungsprozess verschafft werden. Auf der Grundlage des Sanierungsgutachtens von Dezember 2013 war die MT-Energie GmbH bisher davon ausgegangen, diese Marke nicht zu reißen. Die Anleihe (ISIN DE000A1MLRM7), um die es dabei geht, ist mit 8,25 Prozent verzinst und 2017 zur Rückzahlung fällig.
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