27.08.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Biokraftstoffhersteller baut Verluste aus – Hoffen auf verbesserte Marktlage

Mehr als viermal so viel Verlust wie im Vorjahreszeitraum verbucht der Biokraftstoffhersteller Biopetrol Industries AG im 1. Halbjahr 2009. Laut dem Unternehmen aus dem schweizerischen Zug lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei minus 13,76 Millionen Euro (Vorjahr: minus 3,18 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie gibt Biopetrol mit minus 0,24 Euro an (Vj.: minus 0,19 Euro). Der Konzernreinverlust betrug minus 12,34 Millionen Euro (Vj.: minus 7,15 Millionen Euro). Die massiv gestiegenen Verluste sind den Angaben zufolge auch auf einmalige Kosten im Rahmen der Restrukturierung zurückzuführen. Der Umsatz ausschließlich Energiesteuer lag mit 69,72 Millionen Euro etwa auf der Hälfte des Niveaus der Vorjahresperiode (139,9 Millionen Euro).

Die finanzielle Restrukturierung habe die Basis für die künftige Geschäftsentwicklung gestärkt, so Biopetrol weiter. Die Kosteneinsparmassnahmen umfassten den Angaben zufolge Personalabbau, Kurzarbeit und vorübergehende Stilllegung von Produktionskapazitäten. Die konsolidierte Eigenkapitalquote des Konzerns habe sich auf fast 50 Prozent verbessert. Durch Wandlung eines Teils einer Anleihe in Aktien sei die Zahl der Aktien auf 50,5 Millionen gewachsen. Die geschuldete Summe aus der Anleihe sank von 75 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro.

Zu den Ursache des erneuten Geschäftsrückgangs berichtet Biopetrol, die Unsicherheiten im Markt unter anderem aus der Diskussion um Quoten und Nachhaltigkeitsanforderungen hätten zur Zurückhaltung der Kunden geführt. Das Marktsegment Biodiesel als Reinkraftstoff (B100) sei infolge der Erhöhung der Energiesteuer um weitere 6 c/l auf 21 c/l zusammengebrochen. Weiterhin würden große Mengen des hoch subventionierten amerikanischen B99 in Europa verkauft.

Für die nähere Zukunft rechnet das Unternehmen sich dennoch bessere Chancen aus. Durch den Erlass der EU, Einfuhrzölle auf subventionierten Biodiesel aus den USA (B99) zu erheben, hätten sich die Rahmenbedingungen erheblich verbessert. Allerdings komme seit dem 2. Quartal verstärkt indirekt subventionierter Biodiesel aus Argentinien nach Europa.

Aktuell hat die Biopetrol Industries AG in Schwarzheide und Rostock Produktionskapazitäten von rund 350.000 t Biodiesel sowie 30.000 t Pharmaglycerin pro Jahr. Im niederländischen Rotterdam baut Biopetrol ein Werk mit einer Produktionskapazität von 400.000 t Biodiesel und 60.000 t Glycerin pro Jahr. Bis Ende 2009 soll die Jahreskapazität auf dann insgesamt 750.000 t Biodiesel mehr als verdoppelt werden. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten in Rotterdam ist vorbereitet.

Biopetrol Industries AG: ISIN CH0023225938 / WKN A0HNQ5

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