Einblick in die Biokraftstoff-Produktion: Arbeiter auf einem Ethanol-Vermenter der Verbio AG. / Quelle: Unternehmen.

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Biokraftstoffhersteller Verbio rutscht in die Verlustzone

Die Biokraftstoffspezialisitin Vereinigte BioEnergie AG, kurz Verbio AG aus Leipzig ist im Geschäftsjahr 2012/ 2013 (Bilanzstichtag 30. Juni 2013) tief in die roten Zahlen geraten. Und Sowohl Umsatz als auch Absatz gingen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Die Gesamtjahresbilanz des zurückliegenden Geschäftsjahrs sei durch „massive Wettbewerbsverzerrungen und erheblicher Marktverwerfungen auf dem deutschen Biokraftstoffmarkt“ belastet hieß es dazu von Seiten der Unternehmensführung.

Konkret verbuchte die Verbio AG mit 705,2 Millionen Euro 8,7 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr. Damals erzielte Verbio noch 772,1 Millionen Euro Jahresumsatz.  Dies sei direkt auf den starken Absatzrückgang in den Geschäftsfeldern Bioethanol und Biomethan zurückzuführen. Der Absatzeinbruch resultiere wiederum aus einem Verdrängungswettbewerb durch subventionierte Biokraftstoffe auf Palmöl- und Sojabasis aus Indonesien und Argentinien sowie Biodiesel aus Nahrungsmittelabfällen wie Altspeisefetten.

Im Ergebnis vor Zinsen und Steuern aus dem fortgeführten Geschäft entstand 122,3 Millionen Euro Verlust nach 13,8 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie kam auf minus zwei Euro nach 0,13 Euro im Geschäftsjahr 2011/2012. Allerdings steuern die Verantwortlichen der Verbio AG bereits mit Kostensenkungsmaßnahmen gegen die Negativentwicklung an: „Umfangreiche Ausgabenkürzungen sowie der Gehaltsverzicht von Vorständen und Führungskräften der oberen Führungsebene führten in der zweiten Geschäftsjahreshälfte 2012/2013 zu Einsparungen in Höhe von fünf Millionen Die Unternehmensverschuldung konnte im  zweiten Halbjahr 2012/2013 um 97,1 Millionen Euro reduziert werden“, teilt der Vorstand mit.

Die Rückkehr in die Gewinnzone erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2014/2015. Für das kommende Jahr rechnet die Unternehmensspitze zwar mit einem weiter rückläufigen Umsatz, der zwischen 600 und 700 Millionen Euro liegen soll. Allerdings soll sich der Verlust im EBIT deutlich reduzieren auf fünf Millionen Euro. Zudem geht die Verbio-Führung davon aus im operativen Geschäft des kommenden Jahres „einen deutlich positiven Cashflow generieren“ zu können.

Trotz dieser Nachrichten legte die Verbio-Aktie heute bis 9:57 Uhr im Xetra der Deutschen Börse deutlich zu. Sie gewann 17,2 Prozent oder 0,15 Cent und stieg auf 1,05 Euro. Damit lag sie 5,3 Prozent über dem Kurs vor einem Monat. Heute vor einem Jahr war die Verbio-Aktie allerdings noch 53 Prozent teurer gewesen.

Vereinigte BioEnergie AG  (Verbio AG): ISIN: DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W

Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x