Lautsprecher-Systeme von Sony: Die Aktie des japanischen Konzerns ist im MSCI Pacific Socially Responsible Index gelistet. Die erfolgreichsten nachhaltigen ETFs des ersten Halbjahres setzen auf Nachhaltigkeitsindizes von MSCI. / Foto: Sony

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Bis 16 Prozent Plus: Die nachhaltigen ETF mit der besten Wertentwicklung im 1. Halbjahr

Im ersten Halbjahr haben zwar nur wenige nachhaltige ETFs überzeugt. Einige von diesen börsengehandelten Indexfonds (Exchange-traded funds, ETFs) erlitten in den ersten sechs Monaten sogar einen Wertverlust. Die besten nachhaltige ETFs auf dem deutschen Markt legten aber bis zur Jahresmitte zweistellig zu. Das geht aus unserer Datenbank ECOfondsreporter hervor.


Der nachhaltige ETF mit der stärksten Wertentwicklung im ersten Halbjahr ist der BNP Paribas Easy MSCI Emerging Markets SRI mit einem Plus von 16,3 Prozent. Dieser nachhaltige ETF von BNP Paribas Investment Partners aus Luxemburg ist noch jung, er wurde erst im Juli 2016 aufgelegt. Er verfügte Ende Juni über ein Fondsvolumen von 12,5 Millionen US-Dollar.

Seine Jahresgesamtkosten (TER, Total Expense Ratio) liegen voraussichtlich bei 0,45 Prozent, wie BNP Paribas Investment Partners mitteilt. Dieser Wert ist eine Schätzung, da der Fonds nach kein volles Geschäftsjahr durchlaufen hat. Bei ETFs sind die Kosten niedriger als bei aktiv gemangten Aktienfonds. Denn das Fondsmanagement eines ETFs sucht nicht selbst nach aussichtsreichen Aktien, sondern wählt lediglich Titel aus einem bereits gebildeten Aktienkorb aus, etwa aus einem Nachhaltigkeitsindex (lesen Sie dazu auch unsere Artikelserie über nachhaltige ETFs).

Der BNP Paribas Easy MSCI Emerging Markets SRI beschränkt sich auf Aktien aus dem Nachhaltigkeitsindex MSCI Emerging Markets (EM) SRI. Hierbei handelt es sich um einen Index mit Aktien aus Schwellenländern, so genannten Emerging Markets.

Für den MSCI EM SRI gelten Ausschlusskriterien wie Tabak, Alkohol und militärische Waffen. In diesem Nachhaltigkeitsindex sind die Nachhaltigkeitsbesten aus jeder Branche enthalten: Es sind zum Beispiel Taiwan Semiconductor, die indische IT-Spezialistin Infosys und das Telekommunikationsunternehmen Mobile Telephone Networks (MTN) aus Südafrika gelistet. Das Nachhaltigkeitsresearch für den Index liefert MSCI ESG Research.  Wie dieses Nachhaltigkeitsresearch arbeitet, erfahren Sie im ECOreporter-Interview mit Daniel Sailer von MSCI ESG Research.

Drei nachhaltige ETF von UBS fast gleichauf

Drei weitere nachhaltige ETF erzielten im ersten Halbjahr mehr als 10 Prozent Wertzuwachs. Diese drei Fonds lagen nahezu gleichauf, wurden alle von USB auf den Markt gebracht und verfolgen die gleichen Grundsätze in Sachen Nachhaltigkeit. Sie unterscheiden sich nur in der lokalen Ausrichtung.

Der UBS ETF MSCI Europe & Middle East Socially Responsible setzt auf Aktien aus Europa und dem Nahen Osten, während der UBS-ETF MSCI World Socially Responsible weltweit ausgerichtet ist. Leicht besser als diese hat in der ersten Jahreshälfte der UBS-ETF MSCI Pacific Socially Responsible abgeschnitten, der auf den pazifischen Raum setzt.

Auch der in Luxemburg aufgelegte UBS-ETF MSCI Pacific Socially Responsible notiert in US-Dollar. Er kam im August 2011 auf den Markt und hat seither ein Volumen von rund 71 Millionen US-Dollar aufgebaut. Pro Jahr fallen Gesamtkosten von 0,40 Prozent an.

Dieser ETF orientiert sich ebenfalls an einem regionalen Nachhaltigkeitsindex von MSCI. Der MSCI Pacific Socially Responsible Index enthält Aktien, die aus dem pazifischen Raum stammen und die innerhalb ihrer Branche die besten Leistungen in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (ESG) zeigen.

Auch bei ihm verengen Ausschlusskriterien die Auswahl, so etwa Alkohol, Atomkraft, Gentechnik und Pornographie. Der Nachhaltigkeitsindex enthält zu 30 Prozent Aktien aus Australien und zu 60 Prozent Aktien aus Japan. Dazu gehören zum Beispiel der Autobauer Honda, East Japan Railways, Sony und Panasonic sowie die australischen Finanzkonzerne Westpac Banking und National Australia Bank.  

Die zehn besten nachhaltigen ETFs im 1. Halbjahr

* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen.

Ende 2016 belief sich das Volumen der 270 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 43,8 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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