Offshore-Windräder von Vestas im Einsatz: Die beiden erfolgreichsten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds des ersten Halbjahres setzen stark auf die Aktie des Windkraftanlagen-Herstellers. / Foto: Vestas Wind Systems

05.07.17 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Bis zu 18 Prozent Plus für die besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im ersten Halbjahr - BlackRock Global Funds und Kepler Öko Energien vorne

Die Erneuerbare-Energien-Aktienfonds auf dem deutschen Markt haben im ersten Halbjahr deutlich zugelegt – mit einer Ausnahme.

Einzig der vor allem auf chinesische Aktien ausgerichtete Solar & Sustainable Energy Fund verzeichnete mit minus 1 Prozent einen leichten Halbjahresverlust. Dagegen legte der stärkste Erneuerbare-Energien-Aktienfonds in den ersten sechs Monaten fast 18 Prozent zu. Neun weitere dieser nachhaltigen Themenfonds mit Fokus auf alternative Energien und Energieeffizienz verbesserten sich im Zeitraum Januar bis Juni um mindestens 3 Prozent. Das geht aus unserer Datenbank ECOfondsreporter hervor.

Mit einem Wertzuwachs von 17,7 Prozent lag Ende Juni der BlackRock Global Funds (BGF) New Energy Fund mit weitem Vorsprung vorne. Der mit umgerechnet knapp einer Milliarde Euro größte Erneuerbare-Energien-Aktienfonds auf dem deutschen Markt gehört auch im Zeitraum über ein Jahr zur Spitzengruppe. BlackRock Investment Management hat ihn bereits in 2001 aufgelegt und kassiert pro Jahr Gesamtkosten von 2,07 Prozent.

Der BlackRock Global Funds (BGF) New Energy Fund notiert in US-Dollar. Regionaler Schwerpunkt der Beteiligungen sind die Vereinigten Staaten mit rund 36 Prozent des Fondsvermögens. Es folgen Frankreich und Dänemark mit jeweils rund 10 Prozent. Zu den größten Positionen im Aktienbestand gehören die dänische Vestas, der größte Anbieter von Windkraftanlagen weltweit, vor allem aber Versorger, die in großem Umfang auf Solarparks und Windfarmen setzen, so die portugiesische EDP Renovaveis und Enel aus Italien, ferner NextEra Energy aus den USA, die aber auch Atomkraftwerke betreibt.

Der BlackRock Global Funds (BGF) New Energy Fund verwendet keine Ausschlusskriterien. Es erfolgen auch keine Nachhaltigkeitsanalysen der Unternehmen.

Klein, aber fein: Der Kepler Öko Energien erreichte Rang 2

Dagegen stützt sich die Aktienauswahl für den Kepler Öko Energien auf Nachhaltigkeitsuntersuchungen. Sie erfolgen durch den darauf spezialisierten Dienstleister oekom research AG aus München. Zudem greifen Ausschlusskriterien. So sind Unternehmen für diesen Erneuerbare-Energien-Aktienfonds tabu, wenn diese Geschäfte mit Atomkraft machen und wenn sie starke Umweltschäden verantworten.  Mehr über den Anbieter Kepler-Fonds Kapitalanlagegesellschaft mit Sitz im österreichischen Linz erfahren Sie in diesem Kurzportrait (Link entfernt).  Der Anbieter erhebt für den Kepler Öko Energien ebenfalls Jahresgesamtkosten in Höhe von 2,07 Prozent.

Der in 2008 gestartete Kepler Öko Energien ist auch beim Volumen das Gegenstück zum riesigen BlackRock Global Funds (BGF) New Energy Fund. Bei ihm umfasst es lediglich rund 6 Millionen Euro. Dieses Kapital ist nur zu rund 12 Prozent in Nordamerika investiert. Fondsmanager Florian Hauer setzt stattdessen vor allem auf Aktien aus Europa (60 Prozent des Fondsvermögens).

Unter den größten Beteiligungen befinden sich viele Spezialisten für Umwelttechnologie, neben Vestas zum Beispiel die deutsche Klimaschutztechnologie-Spezialistin Centrotec Sustainable AG, die US-amerikanische Ormat Technologies, die Geothermiekraftwerke baut und betreibt, sowie Solaredge aus Israel, die Wechselrichter produziert, die Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandeln.

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im 1. Halbjahr

*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

Erneuerbare-Energie-Aktienfonds

Erneuerbare-Energie-Fonds investieren in Aktien. Sie unterscheiden sich von breit investierenden nachhaltigen Aktienfonds vor allem dadurch, dass es bei ihnen rein um das Thema Energie geht. Ethische, soziale oder ökologische Kriterien spielen eine geringere Rolle. Die Erneuerbare-Energie-Fonds gelten trotzdem als nachhaltig, weil sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die Lösungen für bestimmte Umweltprobleme anbieten, etwa eine klimaschonende Energieversorgung. Dazu gehören Solar-, Windkraft und sonstige Erneuerbare-Energie-Technologien, Speicher, Elektromobilität, auch Biotreibstoffe, Stromleitungen und anderes.

Gemein ist solchen Fonds, dass sie durch diese Konzentration auf Branchen mit großen Chancen auch höhere Risiken eingehen. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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