Canadian Solar hat im Februar starke Geschäftszahlen veröffentlicht, die Aktie des Solarkonzerns legte danach stark zu. Der Fonds des Monats profitierte davon. Im Bild ein indischer Solarpark mit Modulen von Canadian Solar. / Foto: Unternehmen

04.03.16 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Bis zu vier Prozent Plus für die besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im Februar - Solar & Sustainable Energy Fund Monatssieger

Nach den starken Verlusten im Januar haben die meisten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im Februar kräftig zugelegt. Die besten gewannen über vier Prozent an Wert. Der Monatssieger setzt einen klaren Schwerpunkt auf Solaraktien. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor. Aber trotz der Erholung vieler Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im vergangenen Monat liegen alle Fonds dieser Kategorie auf Jahressicht zweistellig im Minus. 

Das gilt etwa für den Solar & Sustainable Energy Fund, der auf Jahressicht mit fast 18 Prozent Wertverlust die schwächste Entwicklung der Erneuerbare-Energien-Aktienfonds auf dem deutschen Markt aufweist. Im Februar hat er sich aber um 4,3 Prozent verbessert und wurde damit zum Fonds des Monats. Der Solar & Sustainable Energy Fund wurde im Februar 2009 gestartet und firmierte bis zum Herbst 2015 als Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1. Die FiNet Asset Management AG aus Marburg betreut diesen Erneuerbare-Energien-Aktienfonds, bei dem pro Jahr eine Verwaltungsgebühr von 1,9 Prozent anfällt sowie eine Erfolgsprämie, sofern er mehr als zehn Prozent im Jahr an Wert gewinnt (High Watermark).

Der Solar & Sustainable Energy Fund hat ein Volumen von rund 17 Millionen Euro. Sein Vermögen ist zu 61 Prozent in Solaraktien investiert. Größte Positionen im Portfolio sind Aktien der Photovoltaikkonzerne JA Solar, JinkoSolar und Trina Solar aus China sowie von First Solar und Canadian Solar aus Nordamerika. Sie alle gehören zu den größten Solarherstellern der Welt und produzieren in Asien. Der regionale Schwerpunkt des Fonds des Monats liegt mit 57 Prozent des Fondsvolumens auf China, gefolgt vom wirtschaftlich eng mit der Volksrepublik verbundenen Taiwan mit neun Prozent.

Auf Jahressicht steht der Solar & Sustainable Energy Fund so schlecht da, weil er im Januar über 20 Prozent an Wert verlor. Wie Christofer Rathke von der FiNet Asset Management AG erläutert, waren keinesfalls schlechte Nachrichten aus Solarindustrie die Ursache für die starken Wertverluste von Solaraktien im Januar gewesen. Diese Verkaufswelle erklärt er als „eine reflexartige Reaktion von kurzfristig orientierten Börsenhändlern, Hedge Fonds und automatisierten, durch Computer-Algorithmen gesteuerten „Quant“-Strategien“.

Unternehmensspezifische Zahlen seien dabei ignoriert worden. Rathke betont, dass die führenden Solarhersteller sich durch „rekordhohe Auftragseingänge, solide Margen und steigende Gewinne“ auszeichnen würden. Ihre Aktien seien nach den Kursverlusten im Januar „umso attraktiver“ weil „weniger als halb so hoch bewertet wie der Gesamtmarkt“. Man könne für sie daher mit einem starken Kurswachstum rechnen, auch weil die Nachfrage nach Solarmodulen weltweit voraussichtlich weiter stark steigen werde.

Auch der zweitbeste Fonds des Monats setzt  stark auf Canadian Solar und First Solar

Auch der DnB Renewable Energy hat im Februar mehr als vier Prozent zugelegt. Er rangiert in der aktuellen Monatsauswertung auf dem zweiten Platz. Dieser Erneuerbare-Energien-Aktienfonds von DnB Asset Management ist seit Dezember 2010 auf dem Markt. Er investiert das seither aufgebaut Fondsvolumen von rund 32 Millionen Euro weltweit in Aktien von Akteuren im Markt der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Zu den größten Beteiligungen des Fonds gehören ebenfalls Canadian Solar und First Solar, daneben die China Longyuan Power Group, einer der größten Windparkbetreiber von China, und Johnson Controls aus dem US-Bundesstaat Wisconsin, die vor allem Autohersteller mit Umwelttechnologie beliefert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Erneuerbare-Energien-Fonds erfolgt die Titelauswahl beim DnB Renewable Energy auf der Grundlage von Nachhaltigkeitsanalysen. Laut Mike Judith, Vizepräsident von DnB Asset Management, arbeitet das hauseigene Nachhaltigkeitsresearch dabei mit Spezialagenturen für Nachhaltigkeitsanalysen wie etwa Eiris zusammen. Investments in Ölfirmen oder Waffenproduzenten seien ebenso ausgeschlossen wie zum Beispiel Aktien von Unternehmen, die mit Menschenrechtsverletzungen oder schwerer Korruption in Verbindung stehen (hier (Link entfernt)  gelangen Sie zu einem Kurzportrait von DNB). Für den DnB Renewable Energy kassiert DnB Asset Management eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,5 Prozent an, plus einer Erfolgsprämie von 20 Prozent auf Wertzuwächse, die größer ausfallen als bei dem Benchmark, dem WilderHill New Energy Global Innovation Index.

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds im Februar


*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

Erneuerbare-Energie-Aktienfonds

Erneuerbare-Energie-Fonds investieren in Aktien. Sie unterscheiden sich von breit investierenden nachhaltigen Aktienfonds vor allem dadurch, dass es bei ihnen rein um das Thema Energie geht. Ethische, soziale oder ökologische Kriterien spielen eine geringere Rolle. Die Erneuerbare-Energie-Fonds gelten trotzdem als nachhaltig, weil sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die Lösungen für bestimmte Umweltprobleme anbieten, etwa eine klimaschonende Energieversorgung. Dazu gehören Solar-, Windkraft und sonstige Erneuerbare-Energie-Technologien, Speicher, Elektromobilität, auch Biotreibstoffe, Stromleitungen und anderes. Gemein ist solchen Fonds, dass sie durch diese Konzentration auf Branchen mit großen Chancen auch höhere Risiken eingehen. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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