Veolia Environnement ist unter anderem auf die Entsorgung von umweltgefährdendem Müll spezialisiert. Die Aktie gehört zu den größten Beteiligungen des Pictet Environmental Megatrend Selection. / Foto: Unternehmen

19.01.16 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Bis zu zehn Prozent Wertzuwachs der nachhaltigen Dach- und Mischfonds in 2015 - auf welche Wertpapiere die Jahressieger setzen

Die überwiegende Mehrheit der nachhaltigen Dach und Mischfonds hat das Gesamtjahr 2015 mit einem klaren Wertzuwachs beendet. 80 Prozent der 40 nachhaltigen Mischfonds auf dem deutschen Markt erzielten einen Jahresgewinn und ebenso sieben der zehn nachhaltigen Dachfonds. Sechs dieser insgesamt 50 Fonds legten über fünf Prozent zu, nur die beiden schwächsten schlossen 2015 mit 2,1 bzw. 3,5 Prozent Wertverlust ab. Das geht aus unserer Datenbank ECOfondsreporter hervor.

Fonds des Jahres in der Kategorie der nachhaltigen Dachfonds wurde der Pictet Environmental Megatrend Selection. Er hat in 2015 über zehn Prozent zugelegt und damit auch alle nachhaltigen Mischfonds übertrumpft. Dem stehen eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,6 Prozent sowie laufende Kosten von zusammen zwei Prozent gegenüber. Dieser nachhaltige Dachfonds der Pictet Funds (Europe) S.A. aus Luxemburg wurde in 2015 gestartet und hat seither ein Volumen von 55 Millionen aufgebaut. Anfallende Gewinne fließen dem Fondsvermögen zu, werden also thesauriert. Das Anlagekapital investiert das Fondsmanagement um Luciano Diana in vier nachhaltige Themenfonds von Pictet. Diese auf nachhaltige Themen spezialisierten Aktienfonds konzentrieren sich jeweils auf die Themen erneuerbare Energie, Holz, Landwirtschaft und Wasser. Die Gewichtung jedes Themas passt das Fondsmanagement dabei monatlich an.

Über die Themenfonds ist der Pictet Environmental Megatrend Selection unter anderem in den französischen Umweltdienstleister Veolia Environnement investiert, in Wasserversorger wie Aqua America und American Water Works sowie in den dänischen Windradhersteller Vestas. Regionale Schwerpunkte sind die Vereinigten Staaten mit 51 Prozent der Beteiligungen, vor Großbritannien mit zwölf Prozent. Für das Nachhaltigkeitsrating der Pictet-Nachhaltigkeitsfonds sind Experten der schweizerischen Stiftung Ethos verantwortlich. Vom Investment ausgeschlossen sind unter anderem Hersteller von Waffen und von Tabakwaren sowie Aktien von Unternehmen, die Menschen- oder Arbeitsrechtsverletzungen tolerieren.

Der beste nachhaltige Mischfonds setzt auf Ausschlusskriterien

Der nachhaltige Mischfonds mit der im Vergleich besten Wertentwicklung in 2015 ist der Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest mit einem Plus von 8,75 Prozent. Bei diesem in 2009 von Union Investment in Zusammenarbeit mit der Volksbank Bielefeld-Gütersloh aufgelegten Fonds fällt pro Jahr eine Verwaltungsgebühr von einem Prozent an, die laufenden Kosten summieren sich auf insgesamt 1,26 Prozent. Anfallende Gewinne werden grundsätzlich an die Investoren ausgeschüttet. Das Fondsvolumen belief sich zum Jahresende 2015 auf 69 Millionen Euro und war zu 64 Prozent in Aktien sowie zu rund 30 Prozent in Anleihen investiert. Dabei bildeten Deutschland und die USA mit 21 bzw. 18 Prozent die regionalen Schwerpunkte bei den Aktienbeteiligungen. Bei den Rentenpapieren lagen Deutschland und Frankreich mit je rund sechs Prozent vorne. Zu den größten Einzelbeteiligungen gehörten etwa BMW und SAP, ferner First Solar, ein Solarkonzern aus den USA, und die Sanitärspezialistin Geberit aus der Schweiz.

Bei diesem Fonds hat Union Investment mit der Volksbank Bielefeld-Gütersloh eine Beratungsvereinbarung getroffen. Experten der ostwestfälischen Volksbank empfehlen der Union die Gewichtung der Anlageklassen sowie die Einzelinvestitionen in Aktien und Renten. Union Investment behält bei den Umsetzungen stets das Letztentscheidungsrecht. Bei der Titelauswahl orientieren sich die Kapitalverwaltungsgesellschaft und die Volksbank an einer Reihe von Ausschlusskriterien. So sind Unternehmen, die Rüstungsgüter produzieren oder Glücksspiel anbieten, grundsätzlich vom Investment ausgeschlossen. Ebenfalls tabu sind etwa Kernkraft, Kinderarbeit und Tabak. Staaten müssen unter anderem die Menschenrechte wahren, damit ihre Anleihen für den Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest aufgenommen werden dürfen. Bei ihren Einschätzungen stützen sich die Experten der Volksbank Bielefeld-Gütersloh auf Nachhaltigkeitsanalysen des EIRIS Portfoliomanagers sowie der imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen mbH aus Hannover (hier (Link entfernt)  finden Sie ein Kurzportrait von imug).

Gegenüber ECOreporter.de betont Alexander Dresing, Treasurer der Volksbank Bielefeld-Gütersloh, die Titelzusammensetzung sei nicht auf kurzfristige Markttrends ausgerichtet sondern darauf, in überzeugend nachhaltige Unternehmen zu investieren. In diesem Zusammenhang wird auch die Gewichtung der Einzeltitel regelmäßig überprüft. Die Bank habe mit dem nachhaltigen Mischfonds auf ein zunehmendes Kundeninteresse an nachhaltiger Geldanlage reagiert. Der Volksbank Bielefeld-Gütersloh NachhaltigkeitsInvest ergänze ihr Angebot nachhaltiger Investments, zu dem auch die Beteiligung an Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien über die GrünEnergie eG, eine Kooperation mit den Stadtwerken Gütersloh, gehöre. „Seit der Finanzmarktkrise zeigt sich verstärkt ein Trend hin zu Nachhaltigkeit“, stellt Thomas Sterthoff fest, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Bielefeld-Gütersloh. „Die Anleger wollen solide Renditen erzielen – aber nicht um jeden Preis. Uns freut natürlich, dass wir früh dabei waren und den Kunden entsprechende Angebote machen können. Und dass sich der Fonds so gut entwickelt, ist Bestätigung für unsere Kompetenz im eigenen Hause.“

Die zehn besten nachhaltigen Dach- und Mischfonds in 2015



*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht.
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