Fast die Hälfte der im zweiten Halbjahr neu installierten Solarstromleistung wurde laut der Bundesnetzagentur im Dezember errichtet. / Quelle: Fotolia

31.01.17 Erneuerbare Energie

Blüht der deutsche Solarmarkt in 2017 wieder auf?

Die Leistung der deutschen Solaranlagen ist 2016 in ähnlichem Umfang gewachsen wie im Vorjahr. Laut der Bundesnetzagentur wurden in 2016 insgesamt rund 51.900 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von 1,52 Gigawatt (GW) neu installiert. In 2014 war ein Zubau von 1,46 GW erreicht worden. Abermals wurde damit das Ausbauziel der Bundesregierung von mindestens 2,5 GW pro Jahr verfehlt. Daher bleiben die Soalrstromtarife stabil. Sie wurden aufgrund des schwachen Zubaus seit Herbst 2015 nicht mehr gesenkt. 

Bis zum November war der Zubau so schwach ausgefallen, dass sogar eine Anhebung der Solastromtarife erfolderlich gewesen wäre, um den deutschen Solarmarkt zu stimulieren. Das erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, bei der Vorlage der aktuellen Ausbauzahlen. Das habe lediglich die große Menge der Installationen im Dezember verhindert. Im letzten Monat des vergangenen Jahres hatte sich ihm zufolge die neu installierte Leistung mit 441 Megawatt (MW) gegenüber den Vormonaten mehr als verdoppelt.

Homann führt die Entwicklung im Dezember auf die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum 1. Januar 2017 zurück. Seit dem Jahreswechsel haben neue Solaranlagen mit mehr als 750 Kilowatt Leistung keinen Anspruch auf eine feste Einspeisevergütung. Für sie wird der Solarstromtarif über Ausschreibungen ermittelt, bei denen nicht alle Anbieter zum Zug kommen werden. Bei den bisherigen Solarauktionen gingen sogar die meisten Bieter leer aus. Folglich haben Investoren alles daran gesetzt, ihre geplante Solaranlage noch bis Ende 2016 ans Netz zu bringen, um noch in den Genuss der Regelung nach dem alten EEG zu kommen, das noch feste Einspeisetarife garantierte. Von rund 441 MW im Dezember neu installierter Leistung entfiel der Bundesnetzagentur zufolge mit 316 MW der Löwenanteil auf Solaranlagen, die nach dem Jahreswechsel ausschreibungspflichtig geworden wären.

Von Juli bis Dezember 2016 wurden in Deutschland  trotz des starken Abschlussmonats insgesamt nur neue Solaranlagen mit zusammen 1,013 GW neu ans Netz gebracht. Das neue EEG sieht vor, dass der Zubau der letzten sechs Monate hochgerechnet wird, um den Zubau mit dem angestrebten Jahreswert von mindestens 2,5 GW zu vergleichen. Mit rund zwei GW lag der Zubau damit zuletzt weiterhin klar unter der Zielmarke von 2,5 GW.

Bundesverband Solarwirtschaft zuversichtlich

Trotz dieser Marktschwäche sieht der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) Anzeichen für eine Marktbelebung. „Die Zeichen stehen endlich wieder auf Wachstum“, freut sich Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft und verwies auf den starken Zubau im Dezember. Körnig weiter: „Bereits seit einigen Monaten verzeichnen wir in wichtigen Marktsegmenten ein spürbares Anziehen der Nachfrage. Offensichtlich spricht es sich zunehmend rum, dass sich Solaranlagen wieder rechnen.“

Die Preise selbst erzeugten Solarstroms sind laut dem Bundesverband Solarwirtschaft in den letzten zehn Jahren um gut 80 Prozent gesunken. Sie seien inzwischen oft nur noch halb so hoch wie konventionelle Verbraucher- und auch Gewerbestromtarife. Der BSW-Solar erwartet für 2017 ein Marktwachstum „im unteren zweistelligen Prozentbereich“. Neben den stark gesunkenen Preisen für Solartechnik würden auch niedrige Finanzierungskosten dazu beitragen.
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