19.04.10 Erneuerbare Energie

Branchenverband sieht Bioethanol auf dem Vormarsch

Der deutsche Bioethanolmarkt ist im Jahr 2009 erneut kräftig gewachsen. Dies geht aus der Jahresbilanz  des  Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft hervor. Demnach stieg die Biokraftstoffproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent. Zugleich zog die Verwendung um 44 Prozent an.


Die Produktion der deutschen Bioethanolanlagen betrug im vergangenen Jahr 591.000 Tonnen. Das sind 133.000 Tonnen oder 29 Prozent mehr als im Jahr 2008. Im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert ist die Verteilung der Bioethanolrohstoffe: Ein Drittel des deutschen Bioethanols wurde aus Zuckerrüben hergestellt, 65 Prozent der Produktion entfielen auf Getreide wie Weizen, Mais oder Roggen. Andere Rohstoffe wie Rückstände aus der Lebensmittelindustrie fallen mit einem Anteil von unter drei Prozent weiterhin nicht ins Gewicht, teilt der Bundesverband mit.

Die deutlich gestiegene Verwendung von Biokraftstoffen sei unter anderem auf die verstärkte Verwendung von Bioethanol des Typs E5 zurückzuführen. Dieser Brennstoff sei erstmals flächendeckend zum Einsatz gekommen. Dabei wurden bundesweit 903.000 Tonnen getankt - 278.000 Tonnen oder 44 Prozent mehr als 2008.


Vom Kraftstoff des Typs E 85, ein Biokraftstoff-Benzingemisch im Verhältnis 85 zu 25 für so genannte FlexiFuel-Fahrzeuge geeignet ist, ist im vergangenen Jahr nur geringfügig mehr getankt worden als noch 2008. 9000 Tonnen in 2009 stehen 8.500 Tonnen im Vorjahr gegenüber.


Für 2010 erwartet der Branchenverband weitere Wachstumsimpulse  unter anderem durch die bevorstehende Einführung von E 10 (Benzin mit zehn Prozent Bioethanol) als zusätzlichem Kraftstoff an deutschen Tankstellen. Damit werde sich die Nachfrage weiter steigern. Zudem so der Verband weiter, sollen 2010 weitere FlexiFuel-Fahrzeuge auf den Markt kommen. „Viele Länder beginnen erst jetzt mit der durch die EU-Richtlinie Erneuerbare Energien gebotenen Beimischung von Biokraftstoffen“, so der  Verband weiter. Damit werde sich der europaweite Bedarf an Bioethanol ebenfalls künftig erheblich steigern, prognostizieren die Experten.
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