Stellt der neue Vossloh-Aufsichtsratsvorsitzende Heinz-Hermann Thiele die Weichen für den Bahntechnikkonzern auf weiters wirtschaftliches Wachstum? / Bildquelle: Unternehmen

20.06.13 Aktientipps

Bringt der neue Vossloh-Aufsichtsrat Aufwind für die Aktie?

Die Aktie des Bahntechnik-Konzerns Vossloh AG aus Werdohl setzte ihre Talfahrt der vergangenen Wochen heute fort. Bis 12:18 Uhr verlor sie heute im Xetra der Deutschen Börse 1,6 Prozent an Wert und fiel auf 73,14 Euro. Hermann Reith, Analyst der BHF Bank, geht davon aus, dass der Aktienkurs der Vossloh AG wieder deutlich ansteigen kann. Er empfiehlt weiterhin die Aktie übergzugewichten („Overweight“). Allerdings reduziert Reith sein Kursziel auf 85 Euro. Zuvor hatte er 87 Euro angegeben.

Mit dem Großaktionär Heinz-Hermann Thiele an der Spitze des neu gewählten Aufsichtsrats (ECOreporter.de berichtete) stehe die Vossloh AG nun vor einem „signifikanten Umbruch“, so der Analyst. Denn mit Thiele werde das Kontrollgremium von Vossloh erstmals nicht mehr von einer neutralen Person, geführt. Thiele, der zugleich Chef des auf Bremstechnologie spezialisierten Bahntechnikkonzerns Knorr Bremse ist, hat außerdem seinen Anteil an Vossloh von knapp 25 auf nunmehr nahezu 30 Prozent aufgestockt. Auch dies markiere ein Wendepunkt an der Führungsspitze des Unternehmens, denn der Aufsichtsrat sei noch nie von einem Vossloh-Aktionär dieser Größenordnung geleitet worden, so der Analyst weiter. Nur die Familie Vossloh hält mit aktuell 34 Prozent mehr Anteile als der neue Aufsichtsratsvorsitzende.

Die Aufsichtsratswahl zeigte Reith zufolge, dass sich die Machtverhältnisse bei der Vossloh AG zu Gunsten von Thiele verschoben haben, denn der Einfluss der Familie Vossloh habe offenkundig nicht verhindern können, dass Thiele nun „auf dem Fahrersitz“ der Bahntechnik-Spezialistin Platz genommen habe. Allerdings geht Reiht zugleich davon aus Thieles wirken als Aufsichtsrat bei Vossloh die Geschäftsentwicklung in den nächsten Quartalen positiv beeinflussen kann.
Das erste Halbjahr des laufenden Jahres werde für Vossloh wegen der anhaltend schwierigen Marktlage enttäuschend verlaufen, so Reith. Für das zweite Halbjahr und die Folgezeit ist der Analyst jedoch optimistischer. Sowohl Umsatz als auch Gewinn soll sich in den Gesamtjahren 2014 und 2015 kontinuierlich verbessern.

Für das laufende Jahr geht der Analyst der BHF Bank von einer Umsatzsteigerung um 5,5 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro aus. Als Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) prognostiziert er 90,9 Millionen Euro. Das wäre ein Rückgang um 6,8 Prozent gemessen am Vorjahres-EBIT. 2014 soll der Umsatz um 5,1 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro klettern. Zugleich werde das EBIT voraussichtlich auf 117 Millionen Euro wachsen. Das Jahr 2015 beschließt Vossloh nach der Berchnung von Reith schleißlich mit 1,44 Milliarden Euro Umsatz und 129,8 Millionen Euro EBIT. Die Entwicklung nach 2013 sei unter anderem durch geringere Kosten ab 2014 beeinflusst.

Vossloh AG: ISIN DE0007667107 / WKN 766710

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