Eine Solaranlage aus dem Kraftwerkspark der Bürgerwerke eG. / Foto: Unternehmen

13.03.15 Erneuerbare Energie

Bürgerwerke eG startet als deutschlandweiter Ökostromanbieter

Deutschland hat einen neuen überregionalen Ökostromversorger: die Bürgerwerke eG. Der Verbund aus 27 Bürger- und Energiegenossenschaften setzt dabei auf Wind- und Wasserkraft.
„Grüner Strom von Bürgern für Bürger zu einem fairen Preis, das ist die Idee der Bürgerwerke eG“, sagt Felix Schäfer, Vorstand des genossenschaftlichen Verbunds. Der Strom stamme zu 100 Prozent aus Erneuerbaren-Energien-Anlagen in Deutschland. Ein Zehntel komme aus den Wind­ und Solarkraftwerken der Energiegenossenschaften, der Rest werde aus einem Wasserkraftwerk in Bayern bezogen. „Wir wollen den Energiesektor demokratischer und transparenter machen. Unser Ziel ist, dass die Bürger sich selbst mit Energie aus eigenen Anlagen vor Ort versorgen“, sagt Schäfrer.

Der Erlös aus dem bundesweit angebotenen Ökostrom geht an die 27 angeschlossenen Energiegenossenschaften. Derzeit laufen Gespräche über den Beitritt weiterer Energiegenossenschaften zu dem Verbund.

Die Bürgewerke eG zählt nach eigenen Angaben derzeit rund 4.370 Einzelmitglieder. Der Kraftwerkspark aller 27 angeschlossenen Genossenschaften kommt demnach aug 17,7 Megawatt aus 158 Ökostromanlagen. Genung Kapazität, um rechnerisch den jährlichen Strombedarf von 8.300 Haushalten zu decken.  Der deutschlandweit erhältliche Grünstrom wird als „Bürgerstrom-Tarif“ angeboten. Dort wo die bislang angeschlossenen Genossenschaften direkt tätig sind, bietet die die Bürgerwerke eG auch zusätzliche regionale Tarife an.

Das Modell der genossenschaftlich organisierten Bürgerenergie erlebte in den Jahren bis 2014 einen Boom. Dieser wurde durch politische Reformen jäh ausgebremst. Das ist zum einen die begonnene Abkehr von der klassischen staatlich garantierten Einspeisevergütung für Erneuerbare Energien, die sukzessive durch ein Ausschreibungsmodell ersetzt werden soll (mehr lesen Sie  hier). Zum anderen sehen Genossenschaftsverbände auch die laufenden Reformen im Namen des Kleinanlegerschutzes kritisch (mehr zu dieser Problematik lesen Sie  hier).
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