Strom aus neu ans Netz kommenden Photovoltaik-Freiflächenanlagen wird nicht mehr nach EEG-Tarifen bezahlt. / Foto: Phoenix Solar AG

13.01.16 Erneuerbare Energie

Bundesenergieminister Gabriel bewertet Solarauktionen als erfolgreich

Bundesenergieminister Sigmar Gabriel hat eine positive Bilanz der drei Pilotausschreibungsrunden gezogen, die 2015 für Photovoltaik-Freiflächenanlagen durchgeführt wurden. Die Bundesregierung hatte diese Solarauktionen durchgeführt, um Erfahrungswerte zu sammeln für die Umstellung auf die Festsetzung von Einspeisetarifen für Ökostrom aus Neuanlagen über Ausschreibungen. Bislang legte der Gesetzgeber über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Tarife verbindlich fest. Nach Vorgaben der EU-Kommission will die Bundesregierung dies ab 2017 ändern und auf Ausschreibungen setzen.

Allerdings stellte Gabriel heute klar, dass „einfache 1:1 Übertragung der Ausschreibungsregelung für Freiflächenanlagen auf andere erneuerbare Energien“ nicht sinnvoll sei. Dennoch könnten „viele Elemente auch für andere Bereiche der erneuerbaren Energien genutzt werden“, so der Energieminister.

Dabei waren die Erfahrungen vieler Marktteilnehmer mit den Solarauktionen recht frustrierend. Bei der dritten Ausschreibung im Dezember waren 127 Gebote für Freiflächenanlagen mit einer geplanten Leistungskapazität von zusammen 562 MW eingereicht worden. Weil das Ausschreibungsvolumen aber nur 200 MW umfasste erhielten aber lediglich 43 Gebote einen Zuschlag, also knapp jedes dritte. Bei den ersten beiden Ausschreibungen in diesem Jahr hatte das Gesamtvolumen jeweils 150 MW betragen. Bei der Solarauktion im Frühjahr war nur etwa jedes siebte Angebot erfolgreich gewesen, bei der im Sommer nur jedes vierte. In Zukunft dürfte es für die Bieter noch schwieriger werden, einen Zuschlag zu erhalten. Denn das Ausschreibungsvolumen von insgesamt 500 MW in 2015 wird in diesem Jahr auf 400 MW gekürzt und in 2017 auf 300 MW.

Gabriel interpretierte die geringe Erfolgsquote der Bieter in 2015 jedoch positiv. Die Ausschreibungen seien eben von hoher „Wettbewerbsintensität“ geprägt gewesen. Es hätten sich viele verschiedene Akteure daran beteiligt und auch kleine Bieter und Projekte seien zum Zug gekommen. Aber diese stellten nur eine kleine Minderheit der erfolgreichen Bieter. Der Bundesenergieminister betonte, dass das Preisniveau, dass die Solarauktionen ergeben haben, von Runde zu Runde gesunken  sei, von 9,17 Cent je Kilowattstunde (ct/kWh) auf 8,49 ct/kWh  und auf 8,00 ct/kWh. Dies sei ein Indiz für die Effizienz des Ausschreibungsverfahrens. Gabriel sagte: „Die erneuerbaren Energien sind längst keine Nischentechnologie mehr, sie werden erwachsen. Deshalb soll die Höhe ihrer Förderung künftig nicht mehr staatlich festgelegt, sondern wettbewerblich am Markt bestimmt werden.“ Er ergänzte: „Mit dem EEG 2016 werden wir die Erneuerbaren noch besser in den Markt integrieren und sie planvoll ausbauen. So stellen wir auch in Zukunft die sehr hohe Versorgungssicherheit in Deutschland bei gleichzeitiger Kosteneffizienz und hoher Akteursvielfalt sicher."

Das Bundeskabinett hat heute den Erfahrungsbericht zu den Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Jahr 2015 verabschiedet.  Hier gelangen Sie zu dem Dokument.
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