Bei Engpässen im Stromnetz ist die sogenannte Abregelung eine allerletzte Maßnahme. Es bedeutet, das zum Beispiel Windkraftanlagen aus dem Wind gedreht werden und der erzeugte Strom verpufft / Symbolfoto: Vestas

 

Bundesnetzagentur-Bericht: Große Menge Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen wird verschwendet

Nicht immer reichen die Kapazitäten des Stromnetzes aus, um Strom zum Beispiel aus Windkraft oder Solaranlagen einzuspeisen. Droht dem Netz Überlastung, werden Windkraftanlagen aus dem Wind gedreht oder Wechselrichter bei Solaranlagen ausgeschaltet. Diesen Vorgang nennt man "Abregelung". Betreiber von EE-Anlagen, etwa Windkraft-, Solar- oder Biogasanlagen, werden für die erzwungene Abregelung ihrer Anlagen vom Verteilnetzbetreiber entschädigt. So sieht es das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vor.

Nach dem  aktuellsten Bericht der Bundesnetzagentur wurden von 2009 bis 2015 ca. 7,86 Terawattstunden (TWh) EE-Strom abgeregelt. Das sind umgerechnet  7.860.000 Megawattstunden bzw. 7.860.000.000 Kilowattstunden  . Zum Vergleich: Ein mittleres Atomkraftwerk wie das Kernkraftwerk Emsland produziert nach Angaben des Betreibers RWE jährlich 11.000.000.000 (= 11 Milliarden) Kilowattstunden Strom, genug für etwa für 3,5 Millionen Haushalte.

- Mehr als 4 Prozent der gesamten Bruttostromerzeugung aus EE-Anlagen wurden für diesen Zeitraum abgeregelt.

- Im vergangenen Jahr wurde mit 4,72 TWh mehr Strom abgeregelt als in den Jahren 2009 bis 2014 zusammen.

- Die Entschädigungszahlungen, die Anlagenbetreiber auf Grundlage des EEG beanspruchen konnten, summierten sich 2015 auf 478 Millionen Euro – mehr als das Doppelte der gesamten Zahlungen des Zeitraums von 2009 bis 2014.

Energieexperten des Solarenergie-Fördervereins fordern deshalb, den Ausbau von Stromspeichern voranzutreiben, damit weniger Energie ausgespeist werden muss.
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