08.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Bundesregierung setzt auf Offshore-Windkraft – Welche Aktien könnten profitieren?



Die Zeitung „Welt am Sonntag“ hatte aus einem Gespräch mit Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) berichtet, dass ein Raumordnungsplan zum Bau von bis zu 30 Offshore-Windparks fertiggestellt sei. Dies sei ein erster Schritt auf dem Weg zum Aufbau eine Windkraftleistung von 25.000 Megawatt bis 2030. Über 2.000 Windräder auf See sollen nach den Plänen Tiefensees laut dem Bericht schon „bald“ 11 000 Megawatt Strom liefern. Die ersten Anlagen würden noch 2008 vor der Insel Borkum gebaut. Wie weiter hieß, sollen die Windparks in relativ tiefen Gewässern von 30 bis 40 Metern gebaut werden. Die Kosten würde auf eine Milliarde Euro für jedes Projekt veranschlagt. Es müssten bis zu 100 Kilometer lange Kabel zum Festland verlegt werden.

Welche Windanlagenbauer werden voraussichtlich vom Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland profitieren? Hoffmann nennt den dänischen Weltmarktführer bei Windkraftanlagen Vestas Wind Systems A/S. „Vestas profitiert sicher vom Ausbau“, so der Experte. Die Probleme, die das Unternehmen in der Vergangenheit mit der Haltbarkeit seiner Offshore-Turbinen hatte, seien wohl ausgestanden. „Wir stützen uns auf die Erfahrungen von Windparkbetreibern mit den Anlagen von Vestas. Die berichten, dass die Turbinen gut sind, dass aber immer auch Reparaturen anfallen. Das betrifft vor allem die Getriebe“, so der Fondsmanager.

Wie er im Gespräch mit ECOreporter.de weiter ausführte, hat Vestas in ihrer Bilanz Rückstellung für solche Schäden gebildet. Ob die ausreichen, könne er zwar auch nicht sagen, es sei aber positiv zu werten, dass das Unternehmen diese Vorsichtsmaßnahme ergriffen habe. Vom Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland profitieren werden nach Einschätzung von Hoffmann auch die Münchener Siemens AG mit ihrer Tochter Siemens Wind Power und die nicht börsennotierte Enercon GmbH.

„Die Vorhaben sind aber nicht nur für die Angabenbauer interessant“, sagt Hoffmann. Im Bereich der Kabel, der Infrastruktur sowie der Stromübertragung und –transformation zähle die schweizerische ABB Ltd zu den möglichen Gewinnern eines Offshore-Booms. (Lesen Sie dazu auch unsere Meldung vom 19. September 2007: "Schweizer Technologiekonzern ABB Ltd. erhält Millionenauftrag von E.on".) Attraktive Geschäfte winken dem Sarasin-Experten zufolge auch dem US-amerikanischen Kabelhersteller General Cable Corp.

Die Norderstedter Nordex AG sieht Hoffmann weniger gut aufgestellt als den großen Konkurrenten Vestas. Die Treiber hinter dem Wind hätten aber allgemein zugenommen. „Hintergrund sind vor allem der hohe Öl- und Gaspreis in den USA. In Kalifornien kann Wind zu Spitzenlastzeiten inzwischen die sogenannte ‚Grid Parity’ erreichen. Das heißt, Strom aus Windkraft ist dann voll wettbewerbsfähig mit konventionell erzeugtem Strom“, so Hoffmann.

Unsicherheit gibt es laut dem Schweizer Fondsmanager allerdings hinsichtlich der Förderprogramme für die Windenergie in den USA. Es sei ungewiss, ob die Programme bis zu den Präsidentschaftswahlen im Herbst wieder aufgelegt würden. Von einem Sieg des Demokraten Obama erhofft Hoffmann sich positive Impulse: „Seine Nähe zu Al Gore sollte sich vorteilhaft auswirken.“

Arthur Hoffmann managt die Neue-Energie-Fonds der Bank Sarasin:
Sarasin New Power Fund – ISIN LU0288930869
New Energy Fund – ISIN LU0121747215

ABB Ltd.: ISIN CH0012221716 / WKN 919730
General Cable Corp.: ISIN US3693001089 / WKN 907001
Vestas Wind Systems A/S: WKN 913769 / ISIN DK0010268606

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