09.02.14 Erneuerbare Energie

Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor weiterem Markteinbruch

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. meldet für 2013 den schwächsten Photovoltaik-Zubau seit fünf Jahren. Nach seinen Angaben sind in Deutschland im vergangenen Jahr lediglich 124.000 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von zusammen 3.304 Megawattpeak (MWp) neu installiert worden. Das ist gegenüber 2012ein Einbruch von mehr als 56 Prozent. „Die extreme Kappung der Solarförderung hat die Nachfrage geradezu einbrechen. Innerhalb weniger Monate sind dadurch zigtausende Arbeitsplätze in der Solarbranche geopfert worden. Wenn die Politik jetzt nicht eingreift, droht in wenigen Monaten ein Stopp der solaren Energiewende“, warnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Die Interessenvertretung von rund 1.000 Solarunternehmen fordert im Rahmen der EEG-Novelle eine Reparatur des Fördermechanismus und einen Verzicht auf die geplante Abgabe auf solare Eigenstrom-Erzeugung in Höhe von rund 4,4 Cent je Kilowattstunde.

Der BSW-Solar fürchtet einen weiteren  Rückgang der Nachfrage. Die Preise von Solarstromsystemen können nach seinen Angaben schon seit Monaten nicht mehr mit der zu schnell sinkenden Solarstromförderung Schritt halten. Der so genannte „atmenden Deckel“, mit dem das EEG die Kürzungen von Soalrstromtarifen an den Ausbau koppelt, verhindere zwar erfolgreich eine Überförderung, nicht jedoch eine Unterförderung und einen weiteren Einbruch der Nachfrage unter die gesetzliche Mindestzielmarke von 2.500 Megawatt im Jahr. Die Absenkung der Förderung müsse wieder an der technologischen Lernkurve orientiert werden und der Fördermechanismus im Falle eines anhaltenden Markteinbruchs schneller und stärker gegensteuern, fordert der Solarverband.

Spürbare Mehrkosten seien mit dieser EEG-Korrektur ebenso wenig verbunden wie mit dem von Solarbranche, Verbraucherschutz- und Umweltverbänden gleichermaßen geforderten Verzicht auf die geplante EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch von Solarstrom. Die Politik solle sicherstellen, dass der mittlerweile kostengünstige Ausbau der Photovoltaik zur solaren Selbst- und Nahstromversorgung weitergeht. „In ersten Marktsegmenten wird in Kürze erreicht, was immer politisches Ziel war: Solarstrom wettbewerbsfähig zu machen. Es wäre absurd, die EEG-Förderabhängigkeit von Solaranlagen jetzt durch eine Abgabe auf selbst genutzten Solarstrom künstlich zu verlängern“, sagt Körnig.
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