14.01.02

C: Was sind Umweltaktien oder "grüne" Aktienwerte?

(Copyright: ECOreporter.de/Jörg Weber - Verwendung des Textes, auch in Auszügen, nur mit schriftlicher Einwilligung gestattet) Es gibt keine anerkannte Definition dafür, was Umweltaktien oder "grüne" Aktienwerte sind. Im folgenden tragen wir daher zusammen, wie die Begriffe bisher verwendet wurden.
Zu Umweltaktien werden einerseits Aktien von Unternehmen gezählt, deren Geschäftstätigkeit darin besteht, zum Beispiel durch Produktion entstandene Verunreinigungen oder Abfälle wiederaufzubereiten bzw. zu entsorgen. Diese klassische Sichtweise der nachsorgenden Umwelttechnologie wird auch "end of the pipe"-Technologie genannt. Hierzu gehören Recyclingunternehmen (z.B. Sero AG, B.U.S. AG), Unternehmen der Wasseraufbereitung (z.B. Wedeco AG) und der Abfallentsorgung (z.B. Interseroh AG, CCR Logistics Systems).

Daneben werden als Umweltwerte Unternehmen bezeichnet, die Umweltbelastungen jeglicher Art erst gar nicht entstehen lassen, die sich der Innovation und (Weiter-)Entwicklung umweltfreundlicher Technologien widmen. In diesem Zusammenhang sind Unternehmen aus den Bereichen Sonnenenergie (z.B. S.A.G. Solarstrom AG), Windenergie (z.B. Umweltkontor AG, Energiekontor AG) und der Brennstoffzellentechnologie zu nennen. Vielfach werden diese beiden Ausprägungen der Umweltaktien unter den Begriffen Umwelttechnologie- oder Umwelttechnikaktien zusammengefasst.

Zu den Umwelt-Aktiengesellschaften werden auch solche Unternehmen hinzugerechnet, bei denen der Umweltschutzgedanke in allen Bereichen der betrieblichen Abläufe eine entscheidende Rolle spielt. Kurz gesagt: bei denen es nicht um "Umweltprodukte" wie beispielsweise eine Solaranlage geht, sondern darum, konventionelle Produkte umweltschonend herzustellen. Das können, wie bei der Kunert AG, auch Strümpfe sein. Diese Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Umweltschutz als Unternehmensziel festlegen, rohstoff- und energiesparend produzieren. Firmen, die ihre Strategie derart ausrichten, werden auch als "öko-effizient" bezeichnet. Bei Ökoeffizienz geht es darum, durch effiziente Nutzung von Ressourcen, durch das Ziel von Investitionen und die Richtung der technologischen Entwicklung die Wertschöpfung maximieren, dabei jedoch Ressourcenverbrauch, Abfälle und Schadstoffe zu minimieren. Letztlich lassen sich durch den effizienten Umgang mit zum Beispiel Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen Abfälle reduzieren und somit auch Abfallgebühren senken.
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