Aflacs Markenzeichen ist eine Ente. Der Aktienkurs ging auf Tauchstation, nachdem Vorwürfe gegen den US-Versicherer erhoben wurden. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Chart am Dienstag: Aufwärtstrend bei Aflac gestoppt?

Seit Anfang Januar 2017 Jahres kannte der Kursverlauf des US-Versicherers Aflac nur eine Richtung: Aufwärts. Jetzt wurden Fehler in der Buchführung entdeckt, die Aktie brach ein. Ist der Einbruch nur vorübergehend? Können Anleger wieder mit weiteren Kurssteigerungen rechnen?

Am Freitag (12.1.) verlor die Aflac-Aktie im Tagesverlauf mehr als 7 Prozent ihres Werts. Zum Vergleich: Der US-Aktienindex S&P 500 büßte am selben Tag lediglich knapp 0,7 Prozent ein. Grund für den Kursverfall waren Vorwürfe ehemaliger Aflac-Mitarbeiter: Sie werfen dem Versicherungskonzern Bilanzfälschung und eine Ausbeutung der Angestellten vor.

Außerdem beschuldigen sie Aflac des Insiderhandels, also der Verwendung von vertraulichen Firmeninformationen für Börsengeschäfte. Der Aktienkurs soll manipuliert worden sein. Das Unternehmen hat zwar alles abgestritten, aber bisher keine konkrete Stellungnahme zu den einzelnen Vorwürfen abgegeben.

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Hat das Auswirkungen auf den Aktienkurs?

Die Aflac-Aktie hat 2017 gut zugelegt: Von Anfang Januar 2017 bis Donnerstag (11.1.), also dem Tag vor dem Kurssturz, stieg der Kurs um mehr als 32 Prozent. Der Vergleichsindex S&P 500 legte im selben Zeitraum um etwa 22 Prozent zu. Aflac-Aktionäre erhielten zusätzlich knapp 2 Prozent Dividendenrendite.

Charttechnisch hat Aflac seinen starken Aufwärtstrend durch den enormen Kursrutsch vorerst gebrochen: Die wichtige Unterstützung zwischen 89 und 87 US-Dollar (umgerechnet etwa 73 und 71 Euro) wurde unterschritten.

Die nächste bedeutsame Unterstützung sehen wir bei 84 US-Dollar (fast 69 Euro). Der Preis der Aflac-Aktie betrug nach Börsenschluss am Freitag in New York 84,94 US-Dollar (umgerechnet mehr als 69 Euro).

Dividende ist nicht betroffen

Der plötzliche und rasante Kursrutsch sollte vorerst keine Auswirkungen auf die Dividende der Aflac-Papiere haben. Im Oktober 2017 erhöhte der Konzern bereits zum 35. Mal in Folge seine Ausschüttung. Auf das Jahr hochgerechnet erhielten Aktionäre 1,8 US-Dollar (umgerechnet knapp 1,5 Euro) Dividende je Aktie.

Wir gehen daher trotz der Anschuldigungen auch künftig von weiter steigenden Aflac-Ausschüttungen aus.

Fazit: Anteile halten und erst bei einer Stabilisierung (zu-)kaufen

Wir halten an unserer Empfehlung von Ende Oktober 2017 fest und raten Anlegern, ihre Aflac-Anteile zu halten. Allerdings sehen wir den starken Kursrutsch der Aflac-Aktie nicht als Einstiegsgelegenheit.

Wir empfehlen interessierten Anlegern, mit einem Einstieg in die Aflac-Anteilsscheine abzuwarten, bis der Versicherungskonzern eine eindeutige Stellungnahme zu den genannten Vorwürfen abgegeben hat. Diese wird dem Aktienkurs entweder einen neuen Aufwärtsschub verleihen - oder einen weiteren Kurssturz auslösen.

Bis dahin nehmen bereits investierte Anleger an einer ordentlichen Dividendenrendite von fast 2,2 Prozent teil. Den maximalen Depotanteil sehen wir bei 3 Prozent vom Gesamtdepotvolumen.

Bisher erzielte Kursgewinne absichern

Damit Anleger zukünftig ihre bisher erzielten Gewinne der Aflac-Aktie nicht wieder verlieren, sollten sie mit einer Stop-Loss-Order bereits erzielte Buchgewinne gegen Verluste absichern. Dabei sollte der Stop-Loss-Kurs bei 10 Prozent unter dem Einstandskurs gesetzt werden. 

Aflac Inc.: ISIN US0010551028 / WKN 853081

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