Unibail-Rodamco betreibt auch Shopping-Center, wie beispielsweise hier das Centro in Oberhausen. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Chart am Dienstag: Kurs fällt - was tun mit Unibail-Rodamco?

Unibail-Rodamco, ein französischer Immobilienkonzern, hat gute Zahlen für das Jahr 2017 präsentiert. Zudem steigert der Konzern mit Sitz in Paris erneut die Dividende. Dennoch fällt der Aktienkurs. Was steckt hinter dem Kursverfall und können Aktionäre auch weiterhin mit ansteigenden Dividenden rechnen?

Der auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Konzern erhöhte 2017 den Gewinn je Aktie um rund 7 Prozent auf 12,05 Euro je Anteilsschein (2016: 11,24 Euro). Die Nettomieteinnahmen legte ebenfalls zu: Um rund 4 Prozent. Diese errechnen sich aus den Brutto-Mieteinnahmen minus den laufenden Betriebskosten sowie den Instandhaltungsaufwendungen.

Die Zinsen für Schulden konnte Unibail-Rodamco auf den niedrigsten Stand seit der Unternehmensfusion (das war 2007, mehr dazu erfahren Sie im Unibail-Unternehmensportrait (Link entfernt)) drücken: Auf 1,4 Prozent. Dabei spielte die bisher fast zinslose Beschaffung von Kapital Unibail-Rodamco in die Karten. Der Konzern konnte Schulden günstig tilgen.

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Dividende steigt sechstes Jahr in Folge

Neben den guten Geschäftszahlen erhöhte der Immobilien-Spezialist die Ausschüttung: Auf 10,80 Euro (2016: 10,20 Euro). Das ist eine Erhöhung um fast 6 Prozent und die mittlerweile sechste Anhebung in Folge.

Die Ausschüttungsquote beträgt 90 Prozent und wurde im Vergleich zum Vorjahr gesenkt (2016: 91 Prozent). Das Unternehmen will nach eigenen Angaben jedes Jahr zwischen 85 und 95 Prozent seines erzielten Gewinns ausschütten.
Aktienkurs auf tiefen Stand

Der Aktienkurs von Unibail-Rodamco befindet sich aktuell (20.2., 10:30 Uhr) auf einem tiefen Stand. Im Handel an der Börse Amsterdam, dem Haupthandelsplatz der Unibail-Aktie, kostet ein Anteilsschein zur Zeit 187,35 Euro. Dieser Preisbereich wurde zuletzt Mitte März 2014 erreicht. Den höchsten Preis für eine Aktie bezahlten Anleger Ende Februar 2015: 260,45 Euro.

Anleger mussten in der Zwischenzeit also erhebliche Kursschwankungen akzeptieren. Entschädigt wurden Investoren währenddessen mit einer seit 2013 Jahr für Jahr ansteigenden Dividende: Erhielten Investoren 2013 noch 8,40 Euro Ausschüttung je Aktie, sind es in diesem Jahr schon 10,80 Euro je Anteilsschein). Im Jahr 2010 (Ausschüttung von 8 Euro je Aktie) erhielten Aktionäre sogar eine Sonderdividende von 20 Euro je Aktie.  

Kurssteigerungen wahrscheinlich?

Aus charttechnischer Sicht sehen wir eine Bodenbildung bei Kursen zwischen 170 und 190 Euro, betrachtet man den Chart der Unibail-Rodamco-Aktie der vergangenen fünf Jahre.

Während dieser Zeitspanne lag das Kurstief bei etwa 170 Euro (Juni 2013) und das Kurshoch bei 260 Euro (Februar 2015). Seit dem Kurshoch verlief der Aktienkurs lange seitwärts, bis der Preis in der zweiten Jahreshälfte 2016 langsam auf das heutige Kursniveau absackte.

In der Zwischenzeit konnten Aktionäre, sofern sie unseren Empfehlungen gefolgt sind, durch Gewinnmitnahmen und Zukäufe dennoch eine ordentliche Rendite erzielen. Addiert man die hohe Dividende dazu, fällt die Gesamtrendite sogar noch höher aus.

Anlagehorizont sehr langfristig

Aktien von Immobilien-Unternehmen (auch REITs - Real-Estate-Investment-Trusts - genannt) müssen unter langfristigen Anlagehorizont gekauft werden. Es sind klassische Dividenden-Aktien, da die Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, mindestens 90 Prozent ihres erzielten Jahresgewinns an die Aktionäre auszuschütten.

Risiken nicht ausblenden

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Die nach wie vor günstigen Zinsen sind für Unternehmen sehr von Vorteil: Sie können sich so billig am Kapitalmarkt Geld besorgen, um beispielsweise in neue Projekte zu investieren oder Schulden zu tilgen. Auch für Unternehmen wie Unibail-Rodamco hat dies Vorteile: Neue Immobilienprojekte können günstig finanziert und projektiert werden.

Die Nachteile: Steigen die Zinsen am Kapitalmarkt wieder an, wonach es aktuell aussieht, wird die Beschaffung von frischem Kapital teurer. Unternehmen könnten sich mit Investitionen zurückhalten, die Projektierung von neuen Immobilien, beispielsweise Shopping-Centern (das macht unter anderem auch die Unibail-Rodamco) wird teurer. Die Folge: Aktionäre sehen künftig weniger Perspektiven für Immobilien-Aktien und verkaufen ihre Anteile an REIT-Aktien.

Fazit: Position aufbauen oder Bestand aufstocken

Für Dividendenjäger ergeben sich aktuell gute Möglichkeiten, die Unibail-Rodamco-Aktie zu einem günstigen Preis zu erwerben. Wir empfehlen daher Aktionären, eine Position in die Aktie aufzubauen oder ihr bereits vorhandenes Aktienpaket aufzustocken.

Der Konzern konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut seinen Gewinn, die Mieteinnahmen sowie die Dividende steigern. Zudem wurde die Ausschüttungsquote gesenkt. Dies sind nach unserer Ansicht gute Voraussetzungen für weiter ansteigende Unternehmensgewinne und somit auch höhere Ausschüttungen.

Des Weiteren floriert die Konjunktur in Europa, Unternehmen investieren wieder kräftig. Unibail-Rodamco unterstützt Firmen bei der Suche nach neuen Gewerbeimmobilien, beispielsweise für Lagerstätten und Büroräume. Die Aktie dürfte davon profitieren - und der Kurs wieder ansteigen. 

Hier gelangen Sie zum aktuellen Chart von Unibail-Rodamco.

Unibail-Rodamco ist eine  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt) aus der Reihe  Dividendenkönige (Link entfernt). Zum aktuellen Portrait des Immobilien-Spezialisten gelangen Sie  hier (Link entfernt).

Unibail-Rodamco SE: ISIN FR0000124711 / WKN 863733

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