Diesen von Siemens errichteten Solarpark in Frankreich hat Trina Solar mit Modulen bestückt. Nun gelang den Chinesen ein großer Erfolg in USA. / Quelle: Unternehmen

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Chinesische Trina Solar erzielt großen Erfolg im US-Geschäft

Beim Bau einer großen Freiflächenanlage setzt der britische Baukonzern und Anlagenprojektierer Amec aus London auf Solarmodule des chinesischen Herstellers Trina Solar. Das Unternehmen aus Changzhou teilte dazu mit, es werde rund 1,1 Millionen kristalline Solarmodule liefern, um das 345 Megawatt (MW) starke Großprojekt im US-Bundesstaat Nevada auszurüsten. Konkret handele es sich um die Solarfarm Copper Mountain Solar 3 Project in Boulder City, die voll ausgebaut den jährlichen Strombedarf von 80.000 US-Haushalten decken soll. Fertiggestellt werde sie im ersten Quartal 2015, so die Chinesen.

In den USA hat die Vergabe des Auftrags für Aufsehen gesorgt, weil Amec die Anlage für den Versorger Sempra U.S. Gas & Power LLC realisiert. Dieser hatte für die Vorgänger-Solarparks Copper Mountain 1 mit 58 MW Stromproduktionskapazität und Copper Mountain 2 mit 150 MW Kapazität auf Dünnschichtsolarmodule von First Solar aus Tempe in Arizona gesetzt. Deshalb mutmaßen Marktbeobachter, dass First Solar bei der Ausschreibung für Copper Mountain Solar 3 gegenüber den Chinesen den Kürzeren gezogen hat. Ein Sprecher von First Solar wollte der Nachrichtenagentur Reuters gegenüber weder bestätigen noch dementieren, ob First Solar sich tatsächlich um den Großauftrag bemüht hat. Allerdings räumte er ein, dass der für das Projekt zur Verfügung stehende Platz ein Problem für den Einsatz der Dünnschicht-Solarmodule von First Solar darstelle.

Kristalline Solarmodule, die auf Silizium als Rohstoff setzen, sind nämlich effizienter als Dünnschichtmodule, die auf Cadmium Thellurid oder ein Zusammenspiel von Kupfer, Indium und Selen setzen. Diese sind zwar billiger, können Sonnenlicht nicht so effizient in Strom umwandeln wie Siliziummodule. Daher werden weniger kristalline Module gebraucht, um dieselbe Menge Strom zu erzeugen. Früher gab ein deutlicher Preisunterschied in der Regel den Ausschlag dafür, dass bei großen Freiflächensolaranlagen dennoch eher Dünnschichtmodule zum Einsatz kamen. Der starke Preisverfall bei Silizium-Solarmodulen hat den Markt jedoch verändert.

Chinesische Solartechnik ist in den USA durch die Einführung von Schutzzöllen wesentlich teurer als anderswo in der Welt. Da der Projektierer Amec aus Europa stammt, scheint dies kein Problem darzustellen. Die Briten setzten erst kürzlich bei einem Großprojekt, das in Indiana realisiert wird, auf kristalline Module der chinesischen Jinko Solar Holdings Ltd. (ECOreporter.de berichtete).

Die Trina-Solar-Aktie hatte sich erst von einem kurzfristigen Kurseinbruch erholt, um nun offenbar wieder in den Negativtrend zurück zu fallen. Den gestrigen Handelstag an der New Yorker Börse beschloss sie mit drei Prozent Kursverlust bei 7,32 Dollar. Damit war sie allerdings 6,5 Prozent stärker als vor einem Monat. Anfang August 2013 war die Trina-Aktie letztmals rasant eingebrochen. Seither hat sie 10 Prozent an Wert zugelegt. Auf Jahressicht liegt der Anmteilsschein im 59 Prozent im Plus.

Trina Solar Ltd: ISIN US89628E1047 / WKN A0LF3P
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