12.06.15 Finanzdienstleister

Cum-Ex: Zahlt J.Safra Sarasin Millionen an Carsten Maschmeyer?

Die Bank J Safra Sarasin lässt sich die Beilegung des Rechtstreits mit dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer offenbar einiges kosten. Mit der Zahlung eines zweistelligen Millionenbetrags soll das in Basel ansässige Bankhaus eine außergerichtliche Einigung im Streit um Investments in ein Fondsmodell erreicht haben, das in Deutschland seit 2012 verboten ist.

Ein schlagzeilenträchtiger Streit zwischen der Bank J. Safra Sarasin und dem Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sowie mehren weiteren Prominenten ist offenbar beendet. Die Bank hat sich einem Bericht der Schweizer Handelszeitung zufolge dazu bereit erklärt, den Anlegern um Carsten Maschmeyer und seine Frau Veronica Ferres insgesamt „mehr als 50 Millionen Euro“ Schadenersatz zu zahlen, um einem Gerichtsverfahren aus dem Weg zu gehen.

Es geht demnach um das Investment in den Fonds Sheridan Solutions Equity Arbitrage Fund. Maschmeyer soll in diesen Fonds 40 Millionen Euro investiert haben. Das Fondskonzept beruhte auf so genannte Cum-Ex-Geschäfte: Aktien werden kurz vor einer Hauptversammlung gekauft (Cum), um sie direkt im Anschluss daran wieder zu verkaufen (ex). Beim Verkauf wurde damit die Dividende vom Kurswert abgezogen und für den Fonds kassiert. Überdies ließ sich der Fonds die Kapitalertragsteuer vom deutschen Fiskus zurückerstatten – unter Berufung auf ein zwischenstaatliches Abkommen. Solche Cum-Ex-Geschäfte sind in Deutschland seit 2012 verboten.

Dem aktuellen Medienbericht zufolge sollen 10 Millionen Euro der aktuellen Schdenersatzsumme auf  Maschmeyer entfallen. 21 Millionen Euro hatte der Finanzunternehmer bereits 2014 zurückerhalten. J. Safra Sarasin kommentierte das bislang nicht. Eine Anfrage von ECOreporter.de läuft. Die Cum-Ex-Geschäfte hatten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln gegen den ehemaligen stellvertretenden CEO der Bank Sarasin, Eric Sarasin, ausgelöst. Der war Ende Oktober 2014 zurückgetreten. Er hatte die Vorwüfe gegen ihn dabei allerdings vehement zurückgewiesen (ECOreporter.de   berichte).
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