Der Dachfonds MAP Green ist Anleger eines Deutschland Solarfonds der Chorus Clean Energy AG. Im Bild: ein Solarpark von Chorus. / Foto: Unternehmen

14.10.15 Anleihen / AIF

Dachfonds MAP Green von Steiner + Company verfehlt Ertragsprognose – Was bedeutet das für die Anleger?

Der Fonds MAP Green von Steiner + Company hat 2014 weniger Geld erwirtschaftet als geplant. Weil es 2012 und 2013 aber deutlich besser lief  als prognostiziert, ist der MAP Green insgesamt über dem Soll. Dafür, dass der Fonds seine Ziele für 2014 deutlich verfehlte, macht Steiner + Company den Börsengang der Chorus Clean Energy AG mitverantwortlich.

2014 war kein besonders gutes Jahr für den Dachfonds MAP Green des Hamburger Emissionshauses Steiner + Company. Der Fonds sollte aus seinen Investments in geschlossene Öko-Beteiligungen für 2014 rund 101.225 Euro als Ertrag erhalten. Es wurden allerdings lediglich 75.578 Euro -  knapp 25 Prozent weniger als ursprünglich kalkuliert. Das geht aus einem aktuellen Portfolioreport zu dem Fonds hervor.

Anleger haben dem Fonds bislang knapp 3,3 Millionen Euro anvertraut.  Als Dachfonds investiert der MAP Green bislang in zwölf Direktbeteiligungen zu Windparks, Solaranlagen, Wasserkraftwerken beziehungsweise Wasseraufbereitungsanlagen und in ökologisches Bauen beziehungsweise einen GreenBuilding-Fonds. Während letztere Anlageklasse 2014 wie geplant noch nichts zu den Erträgen beigetragen hat, brachten alle anderen Beteiligungen im vergangenen Jahr weniger Geld als kalkuliert. Das zeigt der Soll-Ist-Vergleich im Portfolioreport zum MAP Green.

Windkraftbeteiligungen 2014 viel weniger rentabel als kalkuliert

Der MAP Green ist aktuell zu knapp 57 Prozent in Windkraftanlagen investiert. Dabei handelt es sich um zwei geschlossene Windfonds des Emissionshauses reconcept GmbH zu Windkraftanlagen in Finnland und Deutschland, den Zweitmarktfonds Ökorenta  Neue Energien VII und ein Direktinvestment von Steiner + Company in  Kleinwindräder in Italien.   Die Ausschüttungen aus diesem  Windkraftportfolio lagen 2014 mit weitem Abstand am deutlichsten unter den Zielvorgaben: Es erbrachte laut dem Portfolioreport lediglich rund 35 Prozent der eigentlich anvisierten Erträge.  2014 war allgemein kein gutes Windjahr. Das minderte die Einnahmen aus einzelnen Beteiligungen: Die Mindererträge des MAP Green in der Anlageklasse Windkraft seien auf die reconcept-Beteiligungen zurückzuführen, erklärt Frank Mägdefessel, Geschäftsführer von Steiner + Company, gegenüber ECOreporter.de. „Gemäß Performancebericht des Emittenten wurde der Ertrag aufgrund des unterdurchschnittlichen Windjahres nicht wie geplant erreicht“, sagt er. Das sei nicht außergewöhnlich, zumal es immer wieder auch ertragreiche Windjahre gebe, so Mägdefessel weiter. „Mit Blick auf die absolute Höhe der Abweichung, aber insbesondere mit Blick auf die bisherige Gesamtperformance bestätigt sich für uns das Konzept der Risikoverteilung“, betont der Geschäftsführer.

Bild: Der MAP Green investiert unter anderem in Kleinwindräder in Italien. / Foto: Unternehmen


MAP Green geht Sonderweg als Anleger der Chorus Clean Energy AG

Etwas mehr als ein Viertel des Anlegerkapitals hat der MAP Green in Photovoltaik-Direktbeteiligungen investiert. Im Portfolio sind ein Direktinvestment in eine Dachsolaranlage in Frechen, eine Kommanditbeteiligung am Solarfonds Aquila SolarINVEST 5 sowie zwei Beteiligungen aus dem Hause Chorus Clean Energy. Diese ehemalige Emissionshaus aus Neubiburg bei München ist seit kurzem als Betreiber von Ökostromkraftwerken an der Frankfurter Börse notiert. Die Fondsanteile der Anleger, die in geschlossene Beteiligungen des Emissionshauses investiert hatten, wurden in Aktien umgewandelt (ECOreporter.de  berichtete). 

Das Photovoltaikportfolio des MAP Green lag mit Erträgen in Höhe von 63.475 Euro knapp 9,2 Prozent unter dem Soll  für 2014. Dazu erklärt Steiner + Company, dass die Ausschüttungen der Chorus-Beteiligungen mit Blick auf den Börsengang verschoben worden seien.  Diese Verschiebung sei „im Wesentlichen für die  festzustellende Abweichung“ im gesamten Soll-Ist-Vergleich verantwortlich, heißt es in dem Portfolio-Report von MAP Green. Anders als andere Chorus-Anleger sei der Dachfonds MAP Green nicht zum Aktionär der Chorus Clean Energy AG geworden. Darauf habe sich die gesamte MAP-Fondsfamilie mit der Chorus Clean Energy AG verständigt, erläutert Frank Mägdefessel von Steiner + Company. Wegen dieser Vereinbarung sei die zeitweilige Verzögerung für die MAP-Fonds unproblematisch: „Wir sehen grundsätzlich keine Beeinträchtigung der Performance des MAP Green“, sagt der Geschäftsführer des Emissionshauses.

Bild: Ein Deutschland-Solarpark aus dem Bestand von Chorus Clean Energy. Der MAP Green ist Photovoltaik-Anleger von Chorus. / Foto: Unternehmen
 
Die Wasserbeteiligungen des MAP Green lagen ebenfalls nicht im Plan. Sie brachten mit 9.000 Euro knapp 82 Prozent der für 2014 kalkulierten Erträge ein.

Trotz Schwäche 2014: Erträge des MAP Green langfristig deutlich über Plan

Weil die Beteiligungen des MAP Green 2012 und 2013 deutlich mehr ausschütteten als erwartet, liegen die Gesamterträge des MAP Green seit dem Start des Fonds über dem Soll. Dem aktuellen Portfolioreport zufolge brachten die Beteiligungen von 2012 bis 2014 mit 213,823 Euro knapp 25 Prozent mehr ein als kalkuliert. Deshalb sei das Fondsmanagement mit dem bishrigen Verlauf und den ausgewählten Investments des MAP Green „insgesamt zufrieden“, so das Unternehmen. Ein Ziel für die Zukunft sei es, weiter in Photovoltaik und Wasserkraft zu investieren.

Ausschüttungen an MAP-Green-Anleger bedingt im Plan

Obwohl der MAP Green schon seit 2012 auf dem Markt ist, ist er noch nicht ausverkauft. Für das erste Jahr hatte der Fonds planmäßig noch kein Geld an die Anleger ausgezahlt. Bis zum Stichtag 31. Dezember 2014 hatten die Anleger Ausschüttungen in Höhe von 8,0 Prozent bezogen auf ihr eingezahltes Anlegerkaptal erhalten. 7,0 Prozent gab es für das Jahr 2013 und 1,0 Prozent für das Jahr 2014.  Für das zweite Halbjahr 2015 kündigt Steiner + Company eine weitere Ausschüttung in Höhe von 6,0 Prozent für das Wirtschaftsjahr 2014 an. Kommt es so, liegt der Fond minimal unter seiner ursprünglichen Prognose. Die sah für 2013 bei normalem Geschäftsverlauf 7,0 Prozent und für 2014 7,5 Prozent als Ausschüttung vor. Mit der noch ausstehenden Ausschüttung für 2014 käme der Dachfonds MAP Green auf 14 Prozent anstatt 14,5 Prozent. Wann genau die angekündigte Zahlung für das Wirtschaftsjahr 2014 erfolgen wird, ließ das Emissionshaus offen. 

ECOreporter.de hatte den MAP zum Start in diesem  ECOanlagecheck  analysiert. Näheres zum Emissionshaus Steiner + Company lesen  Sie in diesem  Portrait (Link entfernt) des Unternehmens.
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