05.07.07

Das DWS GO Global Clean Technologies TR Index Zertifikat

Laut einer Studie der Vereinten Nationen sind die Investitionen für Erneuerbare Energien im vergangenen Jahr weltweit um mehr als 25 Prozent auf umgerechnet über 75 Milliarden Euro gestiegen. Der Bericht des Uno-Umweltprogramms Unep sieht darin eine "Antwort auf die weltweiten Herausforderungen wie den Klimawandel, die wachsende Nachfrage nach Energieträgern und Energiesicherheit". Auch der Think Tank der Deutschen Bank, DB Research, rechnet mit einer weiter positiven Entwicklung der Branche: „Erneuerbare Energien zählen zweifelsohne zu den Gewinnern des Klimawandels, da sie in den nächsten Jahren weiterhin von klimapolitisch motivierten Förderprogrammen profitieren“, heißt es in einer im Juni veröffentlichten Analyse von DB Research. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS GO hat mit dem ‚Global Clean Technologies TR Index Zertifikat’ ein Angebot auf den Markt gebracht, für dessen Aktienkorb Unternehmen ausgewählt werden, die im Bereich der alternativen Energien aktiv sind.

Das Wertpapier bildet die Wertentwicklung des DWS Global Clean Technologies TR Index ab, in dem aktuell 17 Unternehmen gewichtet sind. Es sind dies:
Gamesa Corp. (10,00%)
Tanfield Group (10,00%)
Johnson Matthey (9,00%)
Fuel Tech Inc. (8,00%)
Ormat Technologies (8,00%)
Andritz AG (8,00%)
Emerson Electric (7,00%)
Tenneco (5,00%)
Cemig SA-Spons (5,00%)
FPL Group (4,00%)
First Solar (4,00%)
PG & E Corp. (4,00%)
Plum Creek Timber (4,00%)
Evergreen (4,00%)
Tetra Tech (4,00%)
Borgwarner (3,00%)
Nibe Industrier AB (3,00%)

Für die Gewichtung gibt es keine Vorgaben. Wie der Liste zu entnehmen ist, sind darin klassische Erneuerbare-Energie-Werte wie der spanische Windkraftanlagenhersteller Gamesa, der Solarzellenproduzentin First Solar oder das Geothermieunternehmen Ormat enthalten. Weniger auf den ersten Blick nachvollziehbar ist zum Beispiel die Auswahl des Holzproduzenten Plum Creek Timber und der österreichischen Andritz AG, die sich auf den Bereich Zellstoff und Papier konzentriert. Allerdings gilt Holz als klimafreundlicher Rohstoff, weil Bäume während ihres Wachstums mehr CO2 aufnehmen, als sie bei ihrer Verbrennung abgeben. Laut dem Factsheet für den Global Clean Technologies TR Index Zertifikat’ kommen für den Aktienkorb auch Unternehmen in Frage, die auf natürlich Ressourcen setzen. Auch Gesellschaften, die Filteranlagen liefern oder im Mobilitätssektor im Bereich der Emissionseinsparung aktiv sind, seien für die Auswahl geeignet. Problematisch erscheint die Auswahl der US-amerikanischen FPL Group Inc. Sie ist zwar nach eigenen Angaben der größte Windkraftbetreiber in den USA, erzeugte allerdings zu rund zehn Prozent auch Strom aus Kernenergie.

Wie DWS-Sprecher Claus Gruber gegenüber ECOreporter.de erklärte, betreut ein Anlageausschuss die Auswahl für den Aktienkorb des Zertifikats. Es finde kein Nachhaltigkeitsresearch statt, auch keine Auswahl nach Nachhaltigkeitsaspekten. Die Titelauswahl erfolge zum einen nach der Vorgabe, dass nur Aktiengesellschaften mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 100 Millionen Dollar überhaupt in Frage kommen. Wenn ihr durchschnittliches Tageshandelsvolumen während der letzten drei Monate unter die Mindestgrenze von 200.000 US-Dollar falle, werde eine Aktie automatisch ersetzt. Standard & Poor’s (S&P) überprüfe die Anwendung dieser Kriterien. Aus diesem Anlageuniversum treffe dann der auch für den Klimaschutzfonds der DWS zuständige Manager die Auswahl der Titel, die besonders erfolgsversprechend seien (wir berichteten über den DWS Klimawandel im ECOreporter.de-Beitrag vom 28. März).

Das Global Clean Technologies TR Index Zertifikat setzt vor allem auf Aktien aus den USA, gleich elf der 17 Unternehmen haben dort ihren Hauptsitz. Der US-Dollar ist auch die Indexwährung, der Euro die Handelswährung. Eine Währungssicherung gibt es nicht. Das DWS-Zertifikat wird seit dem Börsenlisting am 13. Juni in Frankfurt und Stuttgart gehandelt. Die jährliche Managementgebühr ist mit 1,65 Prozent nicht gerade gering. Die Laufzeit des Papiers ist unbegrenzt, so dass der Anleger Phasen mit schwacher Performance zur Not aussitzen kann. Dividenden werden reinvestiert, ein Vorteil für den Anleger. Für das Global Clean Technologies TR Index Zertifikat gibt es keinen Kapitalschutz, die Anlage des Investors entwickelt sich abzüglich der Managementgebühr eins zu eins wie der Index. Das mit 50 Euro gestartete Papier hat seit seinem Börsenlisting leicht an Wert verloren. Aktuell liegt der Geldkurs in Frankfurt bei 48,90 Euro, der Briefkurs bei 49,34 Euro. Die Geld-Brief-Spanne (Spread) beträgt 0,89 Prozent.

Fazit:
Das Global Clean Technologies TR Index eröffnet dem Anleger die Möglichkeit, von der Entwicklung einer wachstumsträchtigen Branche zu profitieren. Die Zukunftsaussichten für die Anbieter emissionsreduzierender Technologien sind sehr gut. Dies gilt insbesondere für den Sektor Erneuerbare Energie. Allerdings ist der dem Zertifikat zu Grund liegende Index breiter aufgestellt und enthält auch Unternehmen, die eher indirekt oder in geringem Maß zum Klimaschutz beitragen. Anleger, die Kernenergie komplett von ihrem Depot fernhalten wollen, dürfte diese Auswahl nicht überzeugen. Dafür ist das Anlagerisiko hinsichtlich der Sektoren breit gestreut. Das gilt allerdings nicht für die regionale Auswahl, zu sehr wird auf US-Werte gesetzt. Damit werden dem Anleger Währungsrisiken zugemutet, die die Rendite schmälern können. Um die Gefahr von zu großen Einbußen einzugrenzen, sollten Positionen mit einem Stoppkurs abgesichert werden, der bis 20 Prozent unter Einstand liegt. Für Anleger mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch ist das Zertifikat nicht zu empfehlen.

WKN: DWS0HM
ISIN: DE000DWS0HM7


Bildhinweis: Das DWS GO Global Clean Technologies TR Index Zertifikat setzt unter anderem auf die Aktie von Gamesa. / Quelle: Unternehmen
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