Der Besitzer Timo Leukefeld hat das energieautarke Haus selbst entworfen. Er ist Ingenieur, Experte für Energetik und Honorarprofessor für Solarthermie. / Quelle: EthikBank

  Erneuerbare Energie, Finanzdienstleister

Das energieautarke Haus - ein Projekt der EthikBank

Der Ölpreis steigt, Gas wird teurer, Strom kostet immer mehr? Das ist Timo Leukefeld ziemlich egal. Er ist im November 2013 in ein so genanntes energieautarkes Haus gezogen. In ein Haus also, das sich selbst mit Wärme und Strom versorgt.
(Dieser Beitrag ist der vierte Teil einer ECOreporter.de-Reihe über Deutschlands gute Geldhäuser. Hier geht es zum  Portrait der EthikBank (Link entfernt) aus dieser Reihe. Lesen Sie auch das Portrait der UmewltBank und den Beitrag über das  Projekt Solarhühner der UmweltBank.)

„Der Vorteil bei diesem Kreditangebot ist, dass die EthikBank umso bessere Konditionen bietet, je ökologischer das Haus gebaut wird“, erläutert Leukefeld. Die Bank belohne so, dass er sich nicht nur mit guter Dämmung und dreifacher Verglasung um Energieeffizienz bemüht und auf ökologische Baustoffe gesetzt habe, sondern die gesamte Energieversorgung auf regenerative Energie ausgerichtet sei. Vor allem die Sonne versorgt das Haus mit Energie. Das große Dach ist zum Süden hin vollständig mit Sonnenkollektoren und Solarmodulen bedeckt. Ein Akku mit 58 Kilowattstunden Kapazität speichert die von den Solarmodulen erzeugte Energie – so steht Solarstrom auch nachts zur Verfügung. In der Mitte des Hauses ist ein über sechs Meter hoher Wärmespeicher eingebaut. Er fasst neun Kubikmeter warmes Wasser, das die Solarkollektoren auf dem Dach erhitzt haben. Laut Leukefeld reicht dieser Speicher aus, um das Haus über Monate hinweg mit Wärme zu versorgen. Nur in den Wintermonaten will er eine zusätzliche Energiequelle nutzen und Buchenholz im Kamin verfeuern. Für seine vierköpfige Familie würden drei Festmeter Holz ausreichen, schätzt er.

Überschuss aus der Stromproduktion „betankt“ das Elektroauto

Vor allem an sehr sonnenreichen Tagen dürfte die Photovoltaikanlage auf dem Hausdach der Leukefelds weitaus mehr Energie erzeugen als benötigt wird und auch mehr als der Akku aufnehmen kann. Daher plant der Hausbesitzer, überschüssigen Solarstrom zum Carport weiterzuleiten und damit sein Elektroauto zu laden. Dessen Batterie würde damit ebenfalls zu einem Energiespeicher. Zudem hat Leukefeld mit den lokalen Energieversorgern enviaM und Stadtwerke Freiberg vereinbart, dass sie auf seine Speichersysteme zugreifen können. „Ich habe dabei eine Höchstmenge festgelegt, so dass immer genügend Solarstrom für uns übrig bleibt“, erklärt er. Strom-Überschüsse könne er auf diese Weise verkaufen. So zahle er keine Stromrechnung, er könne im Gegenteil sogar mit der Photovoltaikanlage zusätzlich verdienen.

Leukefeld ist Ingenieur, Experte für Energetik und Honorarprofessor für Solarthermie. Das energetische Konzept seines Hauses hat er selbst ausgetüftelt. Er hat sich auch in der Praxis als Solarpionier betätigt; viele Jahre war er Geschäftsführer der auf Solarthermieanlagen spezialisierten Solifer Solardach GmbH aus dem sächsischen Freiberg; mittlerweile hat er sich aus dem Unternehmen zurückgezogen und führt nur noch den Ingenieurbereich weiter. Nicht nur in Sachen Energie will der Ingenieur die Unabhängigkeit proben. Er plant, einen Brunnen zu bohren, um sich auch mit Wasser selbst zu versorgen. Lebensmittel will er in möglichst großem Umfang einlagern. Früher hat man in den alten Häusern Kartoffeln über Monate aufbewahren können. In den heute üblichen Kellern jedoch verschimmeln sie“, klagt Leukefeld. „Ich möchte hier einen umweltfreundlichen Weg finden, Lebensmittel zu lagern.“

2005 hat die EthikBank den Solarpionier Leukefeld und seine Solifer Solardach GmbH mit ihrem Förderpreis „Nachhaltiger Mittelstand“ ausgezeichnet. Den Preis vergibt die Bank alle zwei Jahre an mittelständische Unternehmen, die sich vorbildlich um Nachhaltigkeit bemühen. Jetzt gehört Leukefeld selbst der Preisjury an. „Dabei habe ich das nachhaltige Konzept der EthikBank näher kennengelernt und beschlossen, mein Geld nachhaltig anzulegen. Privat und mit der Firma bin ich zur EthikBank gewechselt“, erklärt Leukefeld.
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Im Fokus: die gute und die dunkle Seite der Finanzwelt

Was macht eigentlich mein Geld, wenn ich es einer Bank anvertraue? Dieser Frage ist die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) 'urgewald' nachgegangen und hat ECOreporter.de damit beauftragt, in einer Broschüre darüber zu berichten, wofür nachhaltige Banken die Gelder ihrer Kunden einsetzen. Der Beitrag  stammt aus dieser Publikation. Darin werden außerdemn die GLS Bank, die UmweltBank und die Triodos Bank ausführlich vorgestellt. Die Broschüre enthält auch von ECOreporter.de verfasste Features von Kreditkunden dieser nachhaltigen Finanzinstitute. Darin erfährt man, welche nachhaltigen Projekte sie dank der Darlehen dieser „grünen“ Banken umsetzen konnten. Ferner widmet sich die Broschüre den Kirchenbanken, auch sie vergeben Kredite an nachhaltige Projekte und investieren nach sozial-ökologischen Grundsätzen. Näheres zu der gedruckten Publikation erfahren Sie  hier.

Bild: Die Broschüre "Was macht eigentlich mein  Geld ist 2014 erschienen. / Quelle: Unternehmen
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