Das Partizipations-Zertifikat auf S-BOX Global Solar Performance Index

Weltweit boomt die Solarbranche. Die Bank Sarasin rechnet auf globaler Basis bis 2010 mit jährlichen Wachstumsraten der neu installierten Sonnenkollektoren von 25 bis 30 Prozent. Dabei konzentriert sich das Wachstum vorerst auf wenige Länder: auf Japan in Asien, auf die USA in Amerika, in Europa vor allem auf Spanien und den weltweit führenden deutschen Solarmarkt. Mit rund 1.100 Megawattpeak (MWp) zugebauter Solarstromleistung gingen im vergangenen Jahr so viele Solarstromanlagen in Deutschland ans Netz wie nie zuvor. Der Umsatz deutscher Photovoltaikhersteller stieg im letzten Jahr um 23 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro.

So ist es auch kein Zufall, dass im von der Stuttgarter Börse aufgelegten S-BOX Global Solar Performance-Index deutsche Titel ein starkes Gewicht haben. Neben dem Solarkonzern SolarWorld AG, seit Jahren das Flaggschiff der deutschen Solarunternehmen, den Solarzellenherstellern Q-Cells AG und ersol Solar Energy AG und der um wirtschaftliche Erholung ringenden Conergy AG ist auch die Siliziumproduzentin Wacker Chemie AG in dem Index gelistet. Er enthält die nach Marktkapitalisierung 20 größten Unternehmen aus der globalen Solarenergieindustrie. Als der Index installiert wurde waren dies:
• SolarWorld AG
• Q-Cells AG
• ersol Solar Energy AG
• Conergy AG
• Wacker Chemie AG
• Topsil Semiconductor Materials A/S (Dänemark)
• Solaria Energia Y Medio Ambiente SA (Spanien)
• Renewable Energy Corporation ASA (REC, Norwegen)
• Energy Conversion Devices Inc. (USA)
• First Solar Inc. (USA)
• SunPower Corp. (USA)
• Suntech Power Holdings Co. Ltd. (USA).
• MEMC Electronic Materials Inc. (USA)
• Tokuyama Corp. (Japan)
• Mitsubishi Materials Corp. (Japan)
• JA Solar Holdings Co. (China)
• LDK Solar Co. (China)
• Suntech Power Holdings Co. (China)
• Trina Solar (China)
• Yingli Green Energy Holding Co. (China)

Hierbei entfallen 15 Unternehmen und 75 Prozent Gewicht auf den Bereich Solarenergie, 5 Unternehmen mit 25 Prozent Gewicht stellen mit Silizium den weiterhin wichtigsten Rohstoff für Photovoltaikprodukte her. Der Index wird als Performance Index in Euro berechnet und halbjährlich angepasst, dies erstmals Ende März. Die Deutsche Bank (X-markets) hat im August 2008 ein Zertifkat auf den Index emittiert. Das Partizipations-Zertifikat auf S-BOX Global Solar Performance Index beteiligt den Anleger im Bezugsverhältnis 1 zu 10 an der Wertentwicklung des Index. Die während der Laufzeit ausgeschütteten Dividenden der Indexmitglieder werden netto reinvestiert. Die jährliche Managementgebühr beträgt 1,5 Prozent. Wie Holger Bosse von X-markets gegenüber ECOreporter.de erläutert, findet bei der Auswahl der Titel für den Aktienkorb kein Nachhaltigkeitsrating statt.

Nach der Emission hat das über Börsen gehandelten Wertpapiers bis zum Dezember fast 40 Prozent an Wert gewonnen, um dann binnen eines Monats unter den Ausgabepreis abzustürzen. Wer als Anleger auf die Branche mit ihren sehr guten Zukunftsaussichten setzen, aber über dieses Zertifikat das Anlagerisiko streuen wollte, erhielt also einen starken Dämpfer. Denn Solaraktien waren von den Börsenturbulenzen im Januar besonders stark betroffen. Zum einen hatten sie zuvor besonders starke Kurszuwächse erzielt, so dass viele Investoren die Papiere verkauften, um Gewinne zu sichern. Zum anderen gilt die junge Branche mit ihrer neuen Technologie noch immer als risikobehaftet. Beides waren wichtige Gründe dafür, dass Wertpapiere aus dem Solarsektor in der Krise zum Jahresbeginn besonders stark verkauft wurden. Aktuell notiert das Zertifikat auf S-BOX Global Solar Performance Index noch immer mehr als zehn Prozent unter dem Ausgabepreis: Der Geldkurs liegt bei 8,84 Euro, der Briefkurs bei 8,99 Euro. Der Spread beträgt 1,68 Prozent.

Die Gelegenheit zum Einstieg in das Wertpapier ist also günstig, zumal dessen Laufzeit unbegrenzt ist und Anleger daher Phasen schwacher Performance aussitzen können. Allerdings müssen Investoren nicht nur mit starken Wertschwankungen rechnen. Hinzu kommt das Wechselkursrisiko. Denn die Hälfte der Solarwert im Index werden in US-Dollar gehandelt, die beiden japanischen Siliziumproduzenten Tokuyama und Mitsubishi Materials in Yen. Auch ist es mit der Transparenz der chinesischen Unternehmen im Aktienkorb nicht weit her, einige darunter sind erst seit kurzer Zeit börsennotiert.

Fazit:
Wer von einer langfristigen Kurserholung für Aktien aus der Solarbranche ausgeht, kann jetzt günstig in diesen Aktienkorb einsteigen. Das Zertifikat auf S-BOX Global Solar Performance Index ermöglicht die Streuung auf einer große Zahl von Solarwerten aus verschiedenen Regionen. Die ausgewählten Unternehmen setzen zudem auf verschiedene Geschäftsmodelle, von der reinen Rohstoffproduktion über die Herstellung von Solarzellen und der Fertigung von Dünnschichtmodule bis zur Vollabdeckung der gesamten Wertschöpfungskette. Zwar entscheidet sich der Investor hier für einen kleinen Marktausschnitt, was das Risiko erhöht. Andere Erneuerbare Energien bleiben außen vor. Aufgrund der langfristig sehr guten Marktaussichten des Solarsektors empfehlen wir aber risikobewussten Anlegern das Wertpapier zur Beimischung.

Zertifikat auf den S-BOX Global Solar Performance Index
Emittent: Deutsche Bank
WKN DB1SUN / ISIN: DE000DB1SUN4
Laufzeit: unbegrenzt
Managementgebühr: 1,5 Prozent p.a.


Bildhinweise: Produktionshalle von Everq, einem Joint venture der im Index enthaltenen Q-Cells, Evergreen Solar und REC / Quelle: Unternehmen;
Produktion bei der Conergy AG, deren Aktie wesentlicher Verlustbringer im Aktienkorb war. / Quelle: Unternehmen
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