Das Partizipations-Zertifikat auf S-BOX Global Wind Performance

Der weltweite Windkraftboom hält an. Wie der internationale Branchendachverband GWEC (Global Wind Energy Council) ermittelte, ist 2007 die neu installierte Windkraftkapazität um 30 Prozent auf 20 Gigawatt (GW) angewachsen (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 31. Januar). Damit wuchs der Windmarkt noch schneller als im Vorjahr, als ein Anstieg um 25 Prozent zu Buche stand. So nimmt es kein Wunder, dass sich auch die Kurse vieler Windaktien im vergangenen Jahr sehr gut entwickelt haben.

So legte 2007 der Anteilsschein der Nordex AG um über 135 Prozent zu. Dem Norderstedter Hersteller von Windkraftanlagen lagen schon im Oktober Bestellungen im Wert von rund zwei Milliarden Euro vor, er ist nach eigenen Angaben auf Jahre hinaus ausgebucht. Der Aktienkurs des Weltmarktführers unter den Windturbinenbauern, dänische Vestas Systems, ist 2007 ebenfalls spektakulär gestiegen, sein Anteilsschein verteuerte sich um über 126 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) wurde von dem Unternehmen aus Randers in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres mehr als verdoppelt, der Auftragsbestand wuchs von 3,1 auf 4,1 Milliarden Euro.

Auch Unternehmen, die Windkraftprojekte umsetzen, konnten zuletzt ihren Kurswert enorm verbessern. Etwa die Bremer Energiekontor AG, einer der führenden Windkraftprojektierer in Deutschland. Deren Anteilsschein verteuerte sich 2007 um mehr als 151 Prozent zu. Die Aktie des Windprojektierers Plambeck Neue Energien AG legte 2007 zwar deutlich weniger zu, gewann mit jenem Plus von 40 Prozent aber ebenfalls stark an Wert. Für das Geschäftsjahr 2007 stellte das Unternehmen aus Cuxhaven ein Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe 12 bis 16 Millionen Euro in Aussicht, nach 0,3 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Somit spricht einiges dafür, in Aktien aus der Windkraftbranche zu investieren. Zumal sich die Experten darüber einig sind, dass der Bedarf an Windenergie weltweit noch zunehmen wird. Doch die Börsenturbulenzen der letzten Wochen haben auch die Kurse von Windwerten nach unten getrieben, zum Beispiel verlor die Aktie von Nordex seit Jahresbeginn 14 Prozent an Wert, die von Vestas 13 Prozent und verbilligte sich Plambeck um 26 Prozent. Auch werden nicht alle Windaktien von einem anhaltenden Windkraftboom weltweit profitieren. Unternehmen, die sich nicht frühzeitig und wirkungsvoll auf das Geschäft in neuen Märkten einstellen, dürften an Wachstumsgrenzen stoßen.

Zudem bergen die jeweiligen Märkte eigene Risiken. So gelten Indien und vor allem China als die Windmärkte mit der größten Zukunft. Jedoch gibt es dort enorme bürokratische Hemmnisse und sonstige Einschränkungen für ausländische Unternehmen. Zum Beispiel ist China kein Rechtsstaat, stehen Kooperationen mit Partnern vor Ort rechtlich auf wackligen Füßen. Inwiefern sich die Investitionen von Windkraftanlagenherstellern in dem Land auf lange Sicht wirklich rechnen, ist noch offen. Auch der US-Markt, der gegenwärtig am stärksten wächst, birgt große Risiken. Denn der dortige Windkraftboom basiert im Wesentlichen auf einem Förderprogramm, dass in diesem Jahr ausläuft. Ob es rechtzeitig verlängert wird, ist offen. Die Bush-Administration hat die Verlängerung vor Jahren schon einmal verzögert, worauf der Markt um über 75 Prozent einbrach.

Um das Risiko von Investments in Windwerte zu streuen, empfiehlt sich zum Beispiel die Anlage in einen Aktienkorb mit Wertpapieren von Akteuren der Windkraftbranche. Ende August 2007 hat die Deutsche Bank AG mit dem Partizipations-Zertifikat auf S-BOX Global Wind Performance ein solches Angebot auf den Markt gebracht. Das Wertpapier bildet die Kursentwicklung der zwölf größten internationalen Unternehmen aus der globalen Windkraftbranche ab. Die Indexmitglieder müssen als Hauptgeschäft auf Windenergie setzen und mindestens eine Marktkapitalisierung von 100 Millionen Euro erreichen. Sie werden in dem Index nach Marktkapitalisierung gewichtet, wobei sie mindestens 2 Prozent und höchstens 20 Prozent Gewichtung erreichen dürfen. Die Börse Stuttgart AG berechnet den Performance-Index in Euro und nimmt halbjährlich Aktualisierungen vor. Die erste Anpassung ist für den kommenden März terminiert. Eine Nachhaltigkeitsanalyse der Unternehmen findet nicht statt.

Das Partizipations-Zertifikat auf S-BOX Global Wind Performance beteiligt den Anleger im Bezugsverhältnis 1 zu 10 an der Wertentwicklung des Index. Die Laufzeit ist unbegrenzt, während der Laufzeit ausgeschüttete Dividenden der Indexmitglieder werden netto reinvestiert. Die jährliche Managementgebühr beträgt 1,5 Prozent. Seit der Emission des über Börsen gehandelten Wertpapiers hat es ein Hoch von 11,86 Euro und ein Tief von 8,71 erreicht. Der Absturz unter den Ausgabekurs erfolgte im Rahmen der Börsenturbulenzen der ersten Januarwochen, zuletzt erreichte das Papier wieder den Ausgabepreis. Gestern Abend ging es mit einem Briefkurs von 10,09 Euro und einem 9,94 Geldkurs von aus dem Handel. Der Spread lag bei 1,48 Prozent des Briefkurses.

Zehn der zwölf Unternehmen im S-BOX Global Wind Performanceindex stammen aus Europa. Eines kommt aus Australien: die australische Babcock & Brown Wind Partners, einer der größten Käufer von Windparks weltweit. Die USA vertritt in diesem Aktienkorb Clipper Windpower, ein kalifornischer Windturbinenbauer mit Börsennotierung in Großbritannien. Zwei Drittel des Indexwerts werden von den Windkraftanlagenherstellern repräsentiert: Vestas Wind Systems (20,00 Prozent), Gamesa (20,00 Prozent), Nordex (12,06 Prozent), REpower AG (8,1 Prozent) und Clipper (7,7 Prozent). Die übrigen Positionen sind Greentech Energy System A/S und EuroTrust A/S aus Dänemark, die griechische Rokas, die britische Renewable Energy Generation Ltd. und Theolia aus Frankreich.

Fazit:
Das Partizipations-Zertifikat auf S-BOX Global Wind Performance eröffnet die Möglichkeit, in einen aussichtsreichen Markt zu investieren. Die Nachhaltigkeit steht aufgrund der Ausrichtung auf die regenerative Energieerzeugung außer Frage. Zwar sind die Aktien in der Titelauswahl zum Teil schon recht hoch bewertet und Entwicklungen der nahen Zukunft bereits eingepreist, doch ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die Geschäfte der führenden Windkraftunternehmen im Durchschnitt weiter sehr gut entwickeln. Davon kann der Anleger über dieses Wertpapier profitieren und mögliche Einbrüche aufgrund der unbegrenzten Laufzeit gegebenenfalls aussitzen. Das Investment ist durch die Streuung auf zwölf Windwerte sicherer als die Anlage in einzelne Aktien. Durch den Fokus auf einen eng begrenzten Markt ist das Risiko jedoch höher als etwa bei einem auf mehrere Branchen setzenden Aktienfonds. Wir empfehlen das Zertifikat zur Beimischung.


Bildhinweis: Produktionshalle von Nordex und Windturbinen des Unternehmens im Einsatz. / Quelle: Unternehmen
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