16.01.07 Fonds des Monats

Das waren die zehn besten nachhaltigen Renten- und Mischfonds im Jahr 2006 und im Dezember 2006

Welches waren die besten nachhaltigen oder ethischen Misch- und Rentenfonds des Jahres 2006 in Deutschland? ECOreporter.de hat die Spitzenreiter ausgezeichnet mit dem ECOreporter.de-Siegel "Fonds des Jahres". Mischfonds lagen durchweg im Plus, viele Rentenfonds verbuchten im letzten Jahr Verluste.

Ein Dachfonds ist der erfolgreichste nachhaltige Mischfonds des Jahres 2006: Der Warburg Zukunft Strategie Fonds der Frankfurter Warburg Invest KAG erwirtschaftete ein Plus von mehr als 13 Prozent. Im Dezember verzeichnete der Fonds 3,84 Prozent Wertzuwachs, damit liegt er auch hier auf Platz eins. Die 1987 gegründete Warburg Invest KAG ist eine 100-prozentige Tochter der Hamburger Privatbank M.M.Warburg. Der Dachfonds ist in der Regel bis zu 100 Prozent in Aktienfonds investiert, je nach aktueller Kapitalmarktsituation können bis zu 49 Prozent nachhaltige Rentenfonds beigemischt werden. Die Auswahl erfolgt laut Warburg quantitativ auf Basis unabhängiger Fondsdatenbanken (Feri Trust/S&P) und qualitativ über eine hauseigene Bewertung. Ende Dezember hielt der Fonds ausschließlich Anteile von Aktienfonds. Die drei größte Positionen im Portfolio waren die Fonds MEAG Nachhaltigkeit, Pictet Fund European Sustainable Equities und Invesco Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds. Die Anteile der drei Fonds machten zusammen gut 30 Prozent des Fondsvermögens des Warburg Zukunft Strategie Fonds aus.

Zweitbester Mischfonds des vergangenen Jahres ist der Fortis Strategy Growth SRI Europe des belgisch-niederländischen Finanzkonzerns Fortis Investments, er verbuchte einen Zugewinn von 12,50 Prozent. Im Dezember stieg der Anteilswert um 2,25 Prozent, Platz drei der Auswertung. Der Fonds investiert in Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente, die auf Euro lauten. Dabei werden nach Angaben der Fondsgesellschaft nur Wertpapiere von Unternehmen ausgewählt, die strenge ethische Anforderungen hinsichtlich der Menschenrechte, der Umwelt und aller Stakeholder erfüllen. Das Fondskonzept ist auf einen durchschnittlichen Aktienanteil von 75 Prozent ausgelegt. Zu den größten Aktienpositionen gehörten laut der Fondsgesellschaft zuletzt Anteile des britisch-niederländischen Mineralölmultis Royal Dutch Shell (4,9 Prozent), der französischen Bank BNP Paribas (2,3 Prozent) und des Schweizer Pharmakonzerns Roche (1,7 Prozent).

Platz drei in unserer Jahresauswertung belegt mit plus 11,24 Prozent der Fonds BHF SustainSelect FT der Frankfurt-Trust Investment-Gesellschaft mbH. Im Dezember steigerte der Fonds den Anteilswert um 2,4 Prozent und schaffte es damit auf den zweiten Rang. Auch dieser Mischfonds kauft Anteile anderer Fonds. Laut der Fondsgesellschaft investiert er in eine "Best-of"-Auswahl von Aktien- und Rentenfonds. Bei der Auswahl der Fonds würden die Performance und die Einhaltung der gängigen Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Der BHF SustainSelect FT wurde zum 1. Dezember 2005 gestartet, das Volumen des Fonds belief sich Ende Dezember auf gut 25 Millionen Euro, rund 98 Prozent der Mittel waren investiert. Die größten Einzelpositionen hielt der Fonds in Anteilen der beiden nachhaltigen Aktienfonds Fonds Activest Eco Tech und ÖkoVision.

Bester Rentenfonds der vergangenen zwölf Monate ist der Oppenheim Ethik Bond Opportunities der Salzburg-München Kapitalanlagegesellschaft (KAG). Der Fonds verbuchte im Jahr 2006 ein Plus von 3,05 Prozent. Fondsmanager ist die Kölner Oppenheim Capital Management GmbH. Der Oppenheim Fonds arbeitet nach einer so genannten "Absolut-Return-Strategie", in jeder Marktlage sollen Wertzuwächse erzielt werden. Bei der Auswahl der einzelnen Titel- und Emittenten berücksichtigt das Fondsmanagement ethische Gesichtspunkte. Gut 34 Prozent seines Vermögens legte der Fonds zuletzt in Unternehmensanleihen an, gut 20 Prozent in Bankanleihen, 27 Prozent in Bundesanleihen und gut 10 Prozent als Barmittel.

In ihrem Monatsbericht für den Dezember schreibt die Fondsgesellschaft, gute Konjunkturdaten und die Aussichten auf weitere Leitzinserhöhungen insbesondere in Europa hätten zu einem nur begrenzten Wertzuwachs der Rentenmärkte geführt. Der Renditerückgang aus dem Sommer habe sich im vierten Quartal 2006 in der Breite nicht fortgesetzt. Die großen Rentenmärkte sollten auf Sicht der nächsten Monate durch eine Wachstumsberuhigung insbesondere in den USA gut unterstützt bleiben.

Zehn Rentenfonds schlossen das Jahr 2006 mit einem Minus ab. Am schlimmsten hat es die Schlusslichter unserer Auswertung erwischt, den Panda Renditefonds DWS mit minus 5,28 Prozent und den SEB ÖkoRent mit Minus 5,41 Prozent. Beim Marktschwergewicht Espa Bond Euro Mündelrent sank der Anteilswert um 0,69 Prozent. Der Fonds der österreichischen Erste Sparinvest KAG verwaltet ein Vermögen von mehr als 755 Millionen Euro, das sind fast 50 Prozent der Mittel der 15 nachhaltigen Rentenfonds in unserer Auswertung.

Unsere Auswertung basiert auf der Datenbank ECOfondsreporter. Sie enthält über 100 ethische, ökologische und nachhaltige Fonds aus dem deutschsprachigen Raum. ECOfondsreporter ist ein Gemeinschaftsprojekt der ECOreporter.de AG und des Panda Finanz Service. Die Performanceangaben beruhen auf Daten von Standard&Poor"s.

Die obere Grafik zeigt die Reihenfolge der 10 besten von 15 nachhaltigen Rentenfonds im Jahr 2006 und im Dezember 2006

Die untere Grafik zeigt die Reihenfolge der 10 besten von 20 nachhaltigen Mischfonds im Jahr 2006 und im Dezember 2006



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