19.08.08

Das Zertifikat auf den Vontobel Smart Mobility Total Return Index

Der Straßenverkehr gehört zu den wesentlichen Verursachern des Klimawandels. Rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen gehen mittlerweile vom Verkehr aus, davon die Hälfte von Autos. Der zunehmende Wohlstand in Schwellenländern wie Indien und China führt zudem dazu, dass dort die verkehrsverursachte Klimabelastung dramatisch ansteigt. Um diese Entwicklungen zu bremsen oder gar umzukehren, sind Konzepte und Technologien für eine klimaschonende Mobilität nötig. Die Unternehmen, die derartiges anbieten, haben ein aussichtsreiches Geschäftsfeld. Das Zertifikat auf den „Vontobel Smart Mobility Total Return Index“ eröffnet Anlegern die Möglichkeit, an der Entwicklung der entsprechenden Aktien teil zu haben.

Das Konzept
Das Zertifikat umfasst 16 Aktien aus vier Bereichen. Ein Plus des Angebots: Dividenden fließen in die Performance mit ein. Seit dem 3. Juli wird das Wertpapier an den Börsen in Stuttgart und Frankfurt gehandelt; seine Laufzeit ist nicht begrenzt.

Die vier Geschäftsfelder bieten laut Vontobel Ansätze für eine klimaschonende Mobilität. Eine Gruppe enthält Firmen, die innovative Verkehrslösungen repräsentieren oder dafür sorgen, dass Verkehr vermieden wird. Dazu gehört laut Vontobel etwa die US-amerikanische Ebay Inc., durch deren Online-Plattform der Handel mit Waren zu einem großen Anteil per Internet abgewickelt werden kann. Als weitere Unternehmen aus dieser Gruppe sind die Telekommunikationsfirmen Deutsche Telekom und BT Group sowie die norwegische Tandberg ASA im Index enthalten.

Der Langsam- und der Schiffsverkehr ist ein weiterer Investmentbereich des Zertifikats. Heiko Geiger von Vontobel sagt, der Schiffsverkehr weise im Vergleich zur Luftfracht die eindeutig bessere Klimabilanz auf. Pro Tonne transportierter Güter falle beim Flugverkehr ein Vielfaches an Schadstoffemissionen an. In dem Vontobel Smart Mobility Total Return Index ist beispielsweise das Reedereiunternehmen Mitsui OSK vertreten. Die Shimano Inc. aus Japan repräsentiert als Hersteller von Fahrradkomponenten den umweltfreundlichen Langsamverkehr. Weitere Unternehmen im Index aus diesem Bereich sind die ebenfalls japanische Kawasaki Kisen Kaisha und die in Singapur börsennotierte Neptune Orient Lines.

Beim dritten Investitionsbereich geht es um „Optimierungen im Individualverkehr“. Die entsprechenden Unternehmen wie Valeo aus Frankreich, Roper Industries und Johnson Controls aus den USA sowie die brasilianische Weg SA können durch neue Werkstoffe oder Antriebstechnologien dazu beitragen, dass Autos weniger Treibhausgas emittieren.

Firmen aus dem Bereich des öffentlichen Güterverkehrs bilden den vierten Sektor. Der Bahntechnikkonzern Vossloh AG aus Werdohl, Arriva, Firstgroup und National Express Group aus Großbritannien sind hier im Zertifikat.

Auswahlkriterien
Das Anlageuniversum, aus dem Vontobel die Unternehmen für den Index auswählt, ist von der unabhängigen Nachhaltigkeitsrating-Agentur INrate zusammengestellt. Vontobel habe daraus für jeden Subsektor die börsennotierten Unternehmen ausgewählt, die zwischen letztem Gewinn je Aktie und der aktuellen Gewinnprognose die „höchste relative Steigerung“ aufwiesen, so Geiger. Zudem müssten die Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mindestens je 500 Millionen Euro aufweisen.
Alle drei Monate wird die Zusammensetzung des Index überprüft, auf Basis der Nachhaltigkeitsanalysen von INrate und der wirtschaftlichen Kriterien von Vontobel. Die Gewichtung der Einzeltitel wird dann ebenfalls angepasst. Bei der Emission und bei der vierteljährlichen Neugewichtung erhält jeder der vier Subsektoren ein Gewicht von 25 Prozent und ist mit je vier Aktien vertreten, die gleichgewichtet sind.  

Kosten
Die jährliche Managementgebühr für das Zertifikat auf den Vontobel Smart Mobility Total Return Index beträgt 1,6 Prozent. Das Kapital wird zu 100 Prozent in die Aktien im Index investiert.

Transparenz
Im Internet informiert Vontobel frei verfügbar über die Entwicklung des Index und den Austausch einzelner Positionen.

Innovation
Bei diesem Produkt handelt es sich um ein standardisiertes Index-Zertifikat in einem Geschäftsfeld, das bisher von den Finanzmärkten weitgehend unbeachtet blieb: der nachhaltigen Mobilität.

Ökologische Wirkung
Sämtliche im Aktienkorb enthaltene Unternehmen bieten Technologien oder Dienstleistungen an, die das Klima entlasten. Zertifikate selbst haben nur indirekte ökologische Wirkungen.

Chancen/Risiken
Mobilität ist eine Kernbedingung für die globalisierte Wirtschaft und das Alltagsleben in Industriestaaten. Daraus erwachsen vielfältig ökologische und letztlich auch soziale bzw. gesundheitliche Probleme. Weltweit wird die Nachfrage nach Lösungen zunehmen, die eine umweltschonende Mobilität ermöglichen. Die Unternehmen im Vontobel Smart Mobility Total Return Index sind dafür aussichtsreich aufgestellt. Auch ist das Anlagerisiko bei diesem Angebot von Vontobel breit gestreut, auf breit gefächerte Branchen und mehrere Kontinente. Da das Zertifikat im Gegensatz zu etlichen Aktien im Index in Euro notiert, bestehen aber – in begrenztem Umfang – Währungsrisiken.
Am 3. Juli ist das Wertpapier mit 100 Euro gestartet. Am 11.8. notierte es bei gut 100 Euro. Der Spread, also die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis, beträgt 1,5 Prozent.
Positiv zu vermerken ist an dem Angebot, dass nur Unternehmen für den Index in Frage kommen, deren Nachhaltigkeit von einer unabhängigen Agentur überprüft worden ist.

Fazit
Das Zertifikat auf den Vontobel Smart Mobility Total Return Index bietet eine sinnvolle Ergänzung nachhaltig ausgerichteter Anlageportfolios. Die Auswahl der Titel eröffnet auf lange Sicht gute Gewinnchancen, auch aus Nachhaltigkeitssicht kann sie überzeugen. Daher können wir dieses Wertpapier zum Kauf empfehlen.

Zertifikat auf den Vontobel Smart Mobility Total Return Index
WKN: VFP5B5  
ISIN: DE000VFP5B50
Laufzeit: unbegrenzt
Börsennotiz: Frankfurt, Stuttgart

Sicherheitshinweis für das Investment in Zertifikate
Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen der Bank, die das Wertpapier emittiert. Das bedeutet, dass der Anleger sein eingesetztes Kapital verliert, sollte die Emittentin in Konkurs gehen. Das unterscheidet Zertifikate etwa von Fonds. Diese sind Sondervermögen der Banken und werden nur von ihnen verwaltet. Auch bei einer Insolvenz bleiben die Fondsanteile Eigentum der Anleger.
Daher ist die Bonität der Emittentin ein wichtiger Faktor beim Kauf eines Zertifikats. So sollten Anleger solche Wertpapiere nicht nur von einer einzigen Bank erwerben, sondern das Risiko streuen. Wie schnell aus dem potentiellen ein reales Risiko werden kann, zeigte im Frühjahr 2008 der Fall der US-amerikanischen Großbank Bear Stearns. Das traditionsreiche Unternehmen geriet im Zuge der Finanzkrise in den USA binnen kurzer Zeit in wirtschaftliche Not und setzte den Handel seiner Zertifikate vorübergehend aus.


Ein weiterer wichtiger Punkt bei Zertifikaten ist die Preisbildung. Der Preis orientiert sich in der Regel zwar am Basiswert, zum Beispiel dem zu Grunde liegenden Index, aber auch die Bonität der Emittentin entscheidet. Wenn die emittierende Bank ins Trudeln gerät, stellt sie keine Preise mehr. Die Anleger können dann ihre Zertifikate nicht verkaufen, selbst dann nicht, wenn die Papiere über Börsen handelbar sind.
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