Erneuerbare Energie

dena-Chef schießt gegen das EEG

Eine schwere Breitseite hat der Chef der Deutschen Energie-Agentur (dena) gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgeschossen. "Das EEG in der heutigen Form sollten wir abschaffen", erklärte er gegenüber dem ‚Handelsblatt‘. Vor allem stößt sich der dena-Chef daran, dass das EEG regenerativ erzeugtem Strom einen Einspeisevorrang einräumt. Das bedeutet, dass Grünstrom immer ins Netz aufgenommen werden muss, also nicht etwa durch Kohlestrom blockiert werden kann. Dieser Vorrang garantiert, dass Ökostrom immer verkauft werden kann und verleiht Investitionen in Erneuerbare Energien eine hohe Planungssicherheit.

Kohler will die Grünstromproduzenten dazu zwingen, ihren Strom immer stärker selbst zu vermarkten. Ein starker Selbstvermarktungsdruck bringe „viele innovative Dienstleister an den Start", meint er. Das EEG erlaubt die Direktvermarktung von Grünstrom, man kann aber auch wieder wechseln zu den festen Einspeisetarifen des EEG.

Der dena-Chef umriss auch sein Konzept, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien künftig organisiert werden sollte. Er schlug gegenüber dem ‚Handelsblatt‘ vor, dass der Bau neuer Grünstromanlagen nur noch dort ausgeschrieben wird, wo die Netzkapazitäten dafür vorhanden sind.

Die dena befindet sich mehrheitlich im Besitz von Bund, Ländern und der staatseigenen KfW. Mehr als die Hälfte der laufenden Mittel zahlt jedoch die Energiewirtschaft.
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