02.09.09 Fonds / ETF

„Der besondere Fokus hebt uns von den meisten Mitbewerbern ab“ – ECOreporter.de-Interview mit Olaf B. Köster, Fondsmanager des Aktienfonds SI ÖkoSelect

Der Hamburger Fondsinitiator Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH, eine Tochter der Signal Iduna Gruppe, hat Mitte des Jahres den neuen nachhaltigen Aktienfonds SI ÖkoSelect-Fonds aufgelegt (wir Opens external link in new windowberichteten<link -="" external-link-new-window=""></link>). ECOreporter.de sprach mit Fondsmanager Olaf B. Köster über Konzept und Besonderheiten des Fonds.


ECOreporter.de: Herr Köster, in Deutschland sind derzeit 130 Aktienfonds mit dem Fokus auf Ethik, Nachhaltigkeit oder Umwelttechnologie zum Vertrieb zugelassen. Was wollen Sie mit dem SI ÖkoSelect anders und besser machen als Ihre Kollegen?
Olaf B. Köster: Beim SI ÖkoSelect handelt es sich im Gegensatz zu anderen Fonds mit diesem Fokus um ein sogenanntes „Sonstiges Sondervermögen“. Das erlaubt eine flexible Gewichtung verschiedener Assetklassen wie beispielsweise Aktien, Anleihen, Rentenfonds oder Zertifikate. Die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) Hansainvest ist eine der wenigen Fondsgesellschaften in Deutschland, die Sonstige Sondervermögen auflegen darf. So besteht die Möglichkeit, bis zu 20 Prozent des Fondsvolumens in vorbörsliche Beteiligungen (Private Equity) aus dem Bereich Erneuerbare Energien / Umwelttechnologie zu investieren. Der Anleger kann damit frühzeitig an neusten Technologieentwicklungen partizipieren. Der besondere Fokus auf Schlüsseltechnologien der Energieeffizienz und –Speicherung, wie etwa Supraleiter oder LED´s, hebt uns darüber hinaus von den meisten Mitbewerbern ab.


ECOreporter.de: In welche Themen und Branchen investiert der SI ÖkoSelect?
Köster: Im Fokus des Fonds stehen neben den „traditionellen“ erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Wind und Wasserkraft Renewables der zweiten Generation, wie Geo- und Solarthermie, aber auch Energieeffizienz, -infrastruktur und -speicherung sowie Investitionen in Wasserversorgung- und aufbereitung.


ECOreporter.de: Private Equity-Engagements im Volumen von 10 bis 15 Prozent des Fondsvermögens sind Teil des Investmentkonzepts des SI ÖkoSelect. Diese Anlageklasse erfordert sehr spezielle Expertise und Managementkompetenz. Wie investiert der Fonds konkret in den Sektor?
Köster: Die Altira Group als Muttergesellschaft des Fondsberaters VCH verfügt über Private Equity-Expertise speziell im Zukunftssektor Erneuerbare Energien und sorgt für eine Auswahl von sehr aussichtsreichen Investments.
Vorbörsliche Beteiligungen werden einem speziellen Bewertungsverfahren unterzogen. Bestandteil der Analyse sind sowohl eine detaillierte Peer Group-Analyse als auch eine Bewertung auf Basis diskontierter zukünftiger Zahlungsströme (Discounted Cash Flow). Dieser Ansatz setzt in der Regel Unternehmen voraus, die schon Produktumsätze erzielen.


ECOreporter.de: Beachtet der Fonds ökologische, soziale oder ethische Ausschluss-kriterien? Wenn ja, wie prüfen Sie, ob ein Unternehmen diesen Ansprüchen gerecht wird?
Köster: Unternehmen mit Aktivitäten in den Bereichen Kernenergie, Glücksspiel, Prostitution und Waffenproduktion werden ausgeschlossen. Darüberhinaus fokussieren wir sehr stark auf die Corporate Governance der Unternehmen, die gerade bei jungen Wachstumsunternehmen oder bei Unternehmen in Schwellenländern häufig noch nicht ausreichend entwickelt ist. Wir verwenden internes und externes Research als Grundlage für die Anlageentscheidung.


ECOreporter.de: Arbeiten Sie bei der Titelselektion auch mit Positivkriterien? Welche sind das?
Köster: Die Unternehmen müssen den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in den beschriebenen Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz usw. haben. Bei der Auswahl der Wertpapiere werden zudem Mindeststandards bezüglich der Corporate Governance bei den einzelnen Investments überprüft.


ECOreporter.de: Wie hoch liegen PTR und TER des SI ÖkoSelect?
Köster: Aufgrund der kurzen Fondshistorie können zu diesem Punkt noch keine Aussagen getroffen werden.


ECOreporter.de: Neben der Verwaltungsvergütung in Höhe von 1,95 Prozent erhalten Sie eine erfolgsabhängige Performance-Fee in Höhe von zehn Prozent des absoluten Wertzuwachses. Wie genau ist der „absolute Wertzuwachs“ definiert?
Köster: Der Performance-Fee wird täglich festgeschrieben und abgegrenzt. Ist die Wertentwicklung des Fonds negativ, so wird mit der gleichen Berechnungsmethode die bisher ermittelte Erfolgsvergütung anteilig aufgelöst. Die Erfolgsvergütung wird jährlich nach Geschäftsjahresende (Abrechnungsstichtag) entnommen. Soweit keine Erfolgsvergütung in ausreichender Höhe abgegrenzt wurde, wird die negative Entwicklung vorgetragen. Eine Erfolgsvergütung entsteht nur auf die Differenz zwischen dem höchsten jemals erzielten Anteilwert zu früheren Abrechnungsstichtagen und einem höheren Anteilwert zum aktuellen Abrechnungsstichtag (High-Water-Mark). Ein „absoluter Wertzuwachs“ liegt also vor, wenn der Anteilwert höher ist als der Fondspreis am Geschäftsjahresende und außerdem über dem jemals erreichten Höchststand an den vorherigen Abrechnungsstichtagen notiert.


ECOreporter.de: Welche Aktien aus dem aktuellen Portfolio Ihres Fonds waren in den letzten drei Monaten besonders erfolgreich?
Köster: Seit Auflegung des Fonds haben sich insbesondere die Aktien von Insituform Technologies sowie Cree (LED-Chiphersteller) positiv entwickelt.


ECOreporter.de: Welche Titel sind Ihren Erwartungen in diesem Zeitraum nicht gerecht geworden?
Köster: Einzeltitel aus der Solarbranche verzeichneten in den letzten Wochen eine negative Wertentwicklung, wurden allerdings im Betrachtungszeitraum auch nur gering gewichtet.


SI ÖkoSelect: WKN A0NEKV / ISIN DE000A0NEKV8
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