Die Produkte aus der Silizium-Herstellung von REC in den USA sind von den endgültigen Importzöllen für die Einfuhr nach China betroffen. Im Bild: ein Einblick in das US-Werk von REC. / Quelle: Unternehmen

21.01.14 Erneuerbare Energie

Der Kampf geht weiter: China verhängt Zölle für US-Silizum

Jetzt hat auch die asiatische Seite im Photovoltaik-Streit zwischen den USA und China nachgelegt. Das zuständige chinesische Handelsministerium hat endgültige Importzölle für den Photovoltaik-Grundstoff Silizium aus US-amerikanischer sowie aus südkoreanischer Herstellung verhängt. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge liegen die geforderten Einfuhraufschläge bei bis zu 57 Prozent für US-Ware und bei bis zu 12,3 Prozent für Silizium aus Südkorea. Das Ministerium bestätigte damit die bislang nur vorläufig verhängten Strafzölle.

Diese Zölle werden dem Bericht zufolge für die kommenden fünf Jahre gelten. Sie seien das Ergebnis einer Untersuchung bei der die chinesischen Behörden nach eigenem Bekunden festgestellt haben, dass die nun mit Strafzöllen belegten westlichen Silizium-Hersteller einen „substanziellen Schaden“ bei ihren Mitbewerben aus China angerichtet hätten.

Zu den westlichen Unternehmen, die von den Zöllen betroffen sind, zählt laut Reuters auch die anderem REC Solar Grade Silicon LLC, eine US-Tochter der mittlerweile eigenständig börsennotierten Siliziumsparte des jüngst aufgespaltenen norwegischen Solarkonzerns Renewable Energy Corporation aus Sandvika (mehr zur Aufspaltung des Konzerns erfahren Sie  hier). Dieser Siliziumproduzent hat seinen Sitz in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington. Wie hoch die Zölle im Einzelfall ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem davon ob das Unternehmen aus Sicht der Behörde unlautere Subventionen erhält, oder Preis-Dumping betreibt.

Damit schreibt China nun die Geschichte des Handelskonflikts mit den USA weiter. Zuletzt hatten die US-Behörden bei die chinesischen Funktionäre erzürnt, weil sie angekündigt hatten Photovoltaik-Importe aus China erneut unter die Lupe zu nehmen, um zu überprüfen, ob chinesische Hersteller die Importzölle umgehen. Die US-Behörden waren mit dieser Entscheidung einer Beschwerde der US-Sparte von SolarWorld gefolgt (ECOreporter.de berichtete (Link entfernt)). Der Vorwurf: Chinesische Hersteller könnten ihre Produkte mit Komponenten bestückt haben, die nicht in China hergestellt wurden und als Importweg Fabriken genutzen, die zwar zu den jeweiligen Konzernen gehören, aber nicht in China stehen. Eine Entscheidung dazu wird nach übereinstimmenden Medienberichten für den morgigen Mittwoch, 22. Januar 2014 erwartet. Die USA erheben bereits seit 2012 Importzölle auf Solartechnik von chinesischen Herstellern. Nach Angaben der US-Behörden sind 2012 dennoch Solartechnik-Komponenten im Wert von 2,1 Milliarden Dollar von China in die USA importiert worden. Weitere Solartechnik im Wert von 531 Millionen Dollar sei 2012 aus Taiwan eingeführt worden. Für die Europäische Union gibt es seit 2013 vergleichbare Importregeln für Solarmodule, -zellen und -wafer (mehr dazu lesen Sie  hier).
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