Alexander Koffka ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Der studierte Germanist und Journalist ist Sprecher der ABO Invest AG, die Windparks betreibt./ Foto: Unternehmen

28.10.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

„Der Kurs der Bürgerwindaktie ist seit 2011 jährlich um 7 bis 8 Prozent gestiegen“ – Alexander Koffka, ABO Invest AG

Die ABO Invest AG aus Wiesbaden betreibt Windparks in Europa. Anleger können sich über die sogenannte Bürgerwindaktie beteiligen. Wie das Unternehmen die aktuelle Marktlage in Europa bewertet, welche Märkte in nächster Zeit erschlossen werden sollen und wie die Bürgerwindaktie als Investment funktioniert, das erklärt Unternehmenssprecher Alexander Koffka im  ECOreporter.de-Interview.


Die ABO Invest AG ist Sponsor und Aussteller der Messe Grünes Geld in München am 22. November. Bei freiem Eintritt bekommen Finanzprofis wie Neueinsteiger einen umfassenden Überblick über Trends, Neuheiten und Angebote am Nachhaltigen Finanzmarkt. Geboten wird alles was die Finanzwelt zu bieten hat: seien es  ethisch-ökologischen Banken, Investmentfonds Direktbeteiligungsangebote oder auch Versicherungen  -  alles wird im Künstlerhaus am Lenbachplatz in der Münchner Innenstadt vertreten sein. Abgerundet wird die Veranstaltung durch Vortragsreihe rund um nachhaltige Geldanlagen und eine Podiumsdiskussion zur Energiewende. Mehr zur Messe lesen Sie  hier.  

ECOreporter.de: Die ABO Invest AG betreibt Windparks in Deutschland, Frankreich und Irland. Im direkten Vergleich: Welches dieser Länder bietet warum die besten Voraussetzungen für Windkraft?

Alexander Koffka:  Alle drei Länder bieten gute Bedingungen, um die Windkraft zu nutzen. In Deutschland ist die Dauer der garantierten Einspeisevergütung mit 20 Jahren länger als in Frankreich oder Irland, wo Windmüller schon nach 16 Jahren auf eine freie Vermarktung des Stroms angewiesen sind. Dafür ist in Irland wegen der Insellage der Marktpreis für Strom höher. Außerdem weht der Wind dort an vielen Standorten im Binnenland so kraftvoll und gleichmäßig wie hierzulande nur an der Küste. Deutschland hat den Nachteil, dass die Nachfrage der Investoren besonders hoch ist. Darum sind die Windparks vergleichsweise teurer. Am besten ist in jedem Fall eine Mischung aus Windparks in verschiedenen Ländern mit vernünftigen Bedingungen. Die regionale Streuung ist insbesondere wertvoll, um die Schwankungen des Windangebots auszugleichen. Auf unserer Internetseite kann man tagesaktuell nachvollziehen, wie gut das gelingt.


ECOreporter.de In Deutschland soll die feste Einspeisevergütung schon bald zugunsten eines Ausschreibungssystems abgeschafft werden. Was bedeutet das  für Windparkbetreiber wie ABO Invest?

Koffka:  Ab 2017 soll die Einspeisevergütung für Windkraft mittels Ausschreibungen festgelegt werden. Zunächst will der Gesetzgeber Erfahrungen mit Ausschreibungen bei der Photovoltaik sammeln. Die technologischen Unterschiede sind allerdings groß.  Es wurden international  schon diverse Ausschreibungs-Modelle für Windkraft erprobt, die allesamt nicht sonderlich erfolgreich waren. Die Bundesregierung hat sich noch nicht entschieden, wie sie verfahren möchte. Darum lässt sich zu den Auswirkungen noch wenig sagen. Wir sind aber zuversichtlich, dass ABO Invest auch nach 2017 rentable Windparks in Deutschland wird erwerben kann. Falls nicht, dann investieren wir eben nur noch in anderen Ländern mit guten Bedingungen.


ECOreporter.de: Es gibt Finanzexperten, die fürchten, Frankreich könnte das nächste große Opfer der Euroschuldenkrise werden. Was ist von solchen Thesen zu halten und  worauf stellt sich die ABO Invest AG als Marktakteur in Frankreich in den kommenden Jahren ein?

Koffka:  Frankreich bezieht derzeit Dreiviertel seines Stroms aus Atomkraftwerken, die zum großen Teil veraltet sind. Die Investitionen für Sanierungen oder Neubauten wären immens. Daher will die Regierung den Anteil insbesondere der preiswerten und umweltfreundlichen Windkraft an Land deutlich erhöhen. Das geht nur, wenn die Bedingungen für Investoren berechenbar und stabil bleiben. Es ist daher nicht damit zu rechnen, dass der französische Staat seinen Haushalt saniert, indem er die Betreiber von Windparks enteignet. Wir sind zuversichtlich, dass Frankreich ein zuverlässiger Standort für Windparks bleibt.


ECOreporter.de: Wie denkbar ist es, dass ABO Invest in Zukunft auch außerhalb Europas aktiv wird, beispielsweise in den USA?

Koffka:  Denkbar ist vieles, aber im Moment deutet nichts darauf hin, dass ABO Invest auch außerhalb Europas Windparks betreiben könnte. Zumindest für die nächsten Jahre schließe ich das aus.


ECOreporter.de: Die ABO Invest AG ist aktuell dabei, den finnischen Windmarkt zu erschließen. Wie ist dort der Stand der Dinge? Welche Länder in Europa sind jenseits dessen als neue Märkte für die ABO Invest AG interessant?

Koffka:  Vorbereitende Arbeiten für unseren ersten finnischen Windpark, Haapajärvi in der Landschaft Nordösterbotten, sind bereits erfolgt. Im Frühjahr, sobald der Schnee geschmolzen ist, werden die beiden Vestas-Anlagen mit jeweils 3,3 Megawatt Leistung in Betrieb genommen. Das ist der erste Schritt. Weitere finnische Projekte sollen folgen. ABO Invest arbeitet ja eng mit der ABO Wind AG zusammen, die alle bisherigen Projekte geplant und errichtet hat. Wenn wir nicht auf die Expertise der ABO Wind zurückgreifen könnten, wäre der Aufwand sehr groß, um ein Projekt in einem neuen Land zu prüfen. Außer in Finnland, Frankreich, Deutschland und Irland hat ABO Wind derzeit noch interessante Projekte in Schottland in Planung. Daher ist es am wahrscheinlichsten, dass sich der Ausbau des Portfolios in diesen fünf Ländern abspielen wird.

Bild: Beim Bau eines ABO-Invest-Windparks in Finnland sollen Windräder von Vestas zum Einsatz kommen. / Foto: Vestas Wind Systems


ECOreporter.de: Anlegern bieten Sie die „Bürgerwindaktie“ an. Wie hat sich die Aktie seit der Erstauflage entwickelt und wie können Anleger „Bürgerwindaktionäre“ werden?   

Koffka:  Seit Mai 2011 notiert die ABO Invest-Aktie, die auch als „Bürgerwindaktie“ bekannt ist, am Düsseldorfer Freiverkehr. Sie startete mit 1,05 Euro. Seither ist der Kurs gleichmäßig um jährlich 7 bis 8 Prozent gestiegen auf aktuell rund 1,37 Euro. Rund 4.000 Anleger – darunter Stiftungen und Genossenschaften – haben sich bereits beteiligt. Um Aktionär zu werden, benötigt man ein Bankdepot, das man zum Beispiel bei der GLS-Bank oder der UmweltBank einrichten kann, mit denen wir gut zusammenarbeiten. Wer ein Depot besitzt, kann die Aktie unter Angabe der Wertpapierkennnummer (A1EWXA) über seine Bank jederzeit kaufen und auch wieder veräußern. Mit einer Aktie sind Anleger deutlich flexibler als mit anderen Beteiligungsformen wie zum Beispiel mit Kommanditanteilen.

ECOreporter.de: Wird danken für das Gespräch, Herr Koffka!


Hier finden Sie einen  ECOanlagecheck zur Bürgerwindaktie. Näheres zur Zusammenarbeit zwischen der ABO Invest AG und dem Windkraftprojektierer ABO Wind AG lesen Sie in diesem  Kurzportrait (Link entfernt).

ABO Invest AG (Bürgerwindaktie): ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA
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