Die Deutsche Pfandbriefbank AG finanziert Immobilienprojekte. Das Kapital dafür sammelt sie unter anderen durch die Ausgabe von Pfandbriefen ein. Das ist eine Form von Anleihen, bei denen Grundstücke oder Immobilien als Sicherheit für die Schuldverschreibung dienen. / Foto: Pixabay

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Deutsche Pfandbriefbank AG – Spezialbank für Immobilienfinanzierung

Der Immobilienfinanzierer Deutsche Pfandbriefbank AG zeichnet sich nicht nur durch die hohe Dividende aus, die das im SDAX gelistete Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Es überzeugt auch in Sachen Nachhaltigkeit. Die Deutsche Pfandbriefbank AG gehört zu den ECOreporter-Favoriten-Aktien der Kategorie nachhaltige Mittelklasse.

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) ist ein Kreditinstitut mit Hauptsitz in Garching bei München. Sie ist aus der Fusion der Pfandbriefbanken DEPFA Deutsche Pfandbriefbank AG und der Hypo Real Estate Bank AG im Juni 2009 entstanden.

Die pbb ist eine Spezialbank für Immobilienfinanzierung und öffentliche Investitionsfinanzierung. Die Refinanzierung erfolgt durch Einlagengeschäfte wie beispielsweise Fest- und Tagesgeld und durch das Emittieren (= ein Wertpapier in Umlauf bringen) von Pfandbriefen.

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Privatisierung nach der Finanzkrise

Nach der staatlichen Rettung in der Finanzkrise 2007/2008 musste die Hypo Real Estate Holding AG die Deutsche Pfandbriefbank auf Geheiß der EU-Kommission bis 2015 privatisieren. Der Börsengang der pbb an die Frankfurter Wertpapierbörse fand im Juli 2015 statt. Fast 100 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz.

Der Nettogewinn der pbb lag 2020 bei 117 Millionen Euro (2019: 179 Millionen Euro) und damit trotz eines deutlichen Rückgangs klar über den Erwartungen. Bereits im Mai 2020 hatte die Bank aufgrund der Coronakrise ihre Prognose für das Geschäftsjahr zurückgezogen und gab in der Folge keine neue mehr ab. Bis Dezember 2020 legte die Bank insgesamt 84 Millionen Euro für die Kompensation möglicher Kreditausfälle zurück – wie groß die Belastung durch mögliche faule Kredite tatsächlich ausfallen wird ist aber weiter nicht abzusehen. Die Bank wies im Geschäftsjahr 2020 eine Bilanzsumme von 58,9 Milliarden Euro auf (2019: 56,8 Milliarden Euro). 3,3 Milliarden Euro Eigenkapital standen 2020 in der Bilanz (2019: 3,2 Milliarden Euro).

Im Juni 2020 stieg die Deutsche Pfandbriefbank wegen zu geringer Marktkapitalisierung aus dem deutschen Mittelstandsindex MDAX in den Nebenwerte-Index-SDAX ab. Die Bank hat Niederlassungen in Eschborn, Berlin, Düsseldorf, Hamburg sowie in Paris, London, Stockholm und Madrid. Ende 2020 beschäftigte die pbb 782 Mitarbeiter, 30 mehr als im Vorjahr.

Dividende: Für 2019 folgte die Bank dem Ratschlag der Europäischen Zentralbank (EZB) und schüttete aufgrund der Corona-Krise keine Dividende aus. Bis dahin hatte die pbb seit ihrem Börsengang 2015 Dividenden gezahlt. Für das Geschäftsjahr 2020 sollen die Aktionäre nun wieder eine Dividende von 0,26 Euro erhalten, was dem maximal möglichen Betrag gemäß der aktuellen Empfehlungen der EZB entspricht. Die Dividendenquote liegt damit aktuell (27.4.2020) bei 2,7 Prozent. Die Dividendenpolitik der Bank sieht generell eine Ausschüttung von 75 Prozent der erwirtschafteten Gewinne an die Aktionäre vor. In den Vorjahren zahlte sie 1,00 Euro (für 2018) und 1,07 Euro (2017) je Aktie als Dividende.

Nachhaltigkeit: Laut der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG kommt die Deutsche Pfandbriefbank für nachhaltige Investoren in Frage, da das Unternehmen in seiner Branche zu den Nachhaltigkeitsbesten zählt. Die pbb versucht, Dienstreisen durch Videokonferenzen zu ersetzen. Außerdem will sie vermehrt E-Autos als Dienstwagen anschaffen und den Ressourcenverbrauch minimieren. Die Unternehmenszentrale in Garching ist mit einer Solaranlage und einer Geothermieanlage ausgestattet.

K.O.-Kriterien: Keine

Deutsche Pfandbriefbank AG: ISIN DE0008019001 / WKN 801900

Stand: 04/2020

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