Die Deutsche Pfandbriefbank AG finanziert Immobilienprojekte. / Foto: Sanders/Fotolia

28.12.16 Aktien-Favoriten

Deutsche Pfandbriefbank: Aktie trotz Kurseinbruch halten?

Der Aktie der Deutschen Pfandbriefbank AG notierte am Mittwoch (28.12.) im Xetra bei 9,08 Euro und damit rund zehn Prozent schwächer als vor ihrem Zwischenhoch Mitte Dezember. Was war die Ursache für den Kursverfall, wie sind die Aussichten? Hält ECOreporter.de an der Einstufung als  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt)  aus der  Kategorie Mittelklasse (Link entfernt)  fest?


Ein unerwarteter Verlust in Höhe von mehr als 113 Millionen Britische Pfund (etwa 134,6 Millionen Euro) aus dem Ausfall einer Kreditforderungen aus dem Jahr 2007 hat den Aktienkurs der Deutschen Pfandbriefbank am 14.12.2016 einbrechen lassen. Für 2016 soll die Dividende 0,75 Euro je Aktie betragen, zudem soll eine einmalige Sonderdividende an die Aktionäre gezahlt werden. Investoren sahen offenbar die erhoffte Sonderdividende durch den Kreditausfall in Gefahr und verkauften die Bankaktie.

Die aktuelle Dividendenrendite beträgt jedoch noch enorme 7,8 Prozent; durch den gefallenen Aktienkurs ist die Dividendenrendite gestiegen. 2015 betrug die Dividendenrendite 3,8 Prozent, bei einer Ausschüttungsquote von 25,2 Prozent. Das ist für eine Bank ein guter Wert. Die Deutsche Pfandbriefbank zahlte 2015 erstmalig eine Dividende von 0,43 Euro je Aktie. Weitere Dividendensteigerungen sind für 2017 und 2018 vorerst nicht vorgesehen.

Deutsche Pfandbriefbank: Kreditforderungen sind abgesichert

Laut der Deutschen Pfandbriefbank AG ist die Kreditforderung durch so genannte ‘Credit Linked Notes‘ abgesichert. Das sind strukturierte Anleihen, die es dem Emittenten ermöglichen, Kreditrisiken über weitere Anleihen abzusichern. Die Bank will den entstandenen Verlust diesen Anleihen zuweisen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte soll jedoch erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit dieser Vorgehensweise haben. Deloitte tritt als Treuhänder der Verbriefung (Kreditforderung) auf.

Die Deutsche Pfandbriefbank gibt sich davon überzeugt, die erforderlichen Voraussetzungen für die geplante Verlustzuweisung zu erfüllen. Sollte die Verlustzuweisung jedoch ganz oder teilweise unzulässig sein, wäre der Verlust von der Deutschen Pfandbriefbank zu tragen. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte werden nun einen Gutachter bestellen, um über die Zulässigkeit zu entscheiden. Bis der Gutachter eine Entscheidung trifft, kann es drei bis vier Monate dauern.

Die Hypo Real Estate Bank AG, die mit der Pfandbriefbank DEPFA im Sommer 2015 zur Deutschen Pfandbriefbank AG verschmolzen wurde, hatte die Anleihe namens "Estate UK-3" aufgelegt, um ein Portfolio von 13 britischen Immobilienkrediten für 110 gewerbliche Objekte abzusichern. Die in sechs Tranchen unterschiedlicher Risikoklassen eingeteilte Anleihe wurde überwiegend von institutionellen Anlegern wie Banken und Fonds erworben.


Fazit:


Der aktuelle Kursrutsch der Deutschen Pfandbriefbank ist kein Grund, die Aktie nun abzustoßen. Dennoch steht sie unter Beobachtung. Die Dividende ist sehr attraktiv, auch wenn die Sonderdividende für 2016 wegen des Kreditausfalls nicht gezahlt werden sollte. Bei der erstmaligen Dividendenzahlung 2015 lag die Ausschüttungsquote (also der Anteil des Gewinns, der an die Aktionäre fließt und nicht im Unternehmen bleibt) bei 25,2 Prozent. Die Ausschüttungsquote soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Die Aktie bleibt bei Kursen um 9,0 Euro herum haltenswert.

Mehr über die Deutsche Pfandbriefbank lesen Sie in unserem Unternehmensporträt. (Link entfernt)

Deutsche Pfandbriefbank: ISIN DE0008019001 / WKN 801900
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