05.11.09 Aktientipps

Deutsche Solaraktien im Analystenurteil: einmal top und zweimal flop

In der vergangenen Woche hatte Düsseldorfer Solarkonzern systaic AG Rekordzahlen für die ersten neun Monate 2009 vorgelegt (wir Opens external link in new windowberichteten).  Die Aktie notiert heute mit 5,3 Euro in Frankfurt dennoch fast 17 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Nach Einschätzung von Katharina Cholewa ist die Aktie damit massiv unterbewertet. Die Analystin der West LB nennt als Kursziel 9 Euro und rät, die Aktie zu kaufen.

Sie rechnet bis 2011 für das Düsseldorfer Unternehmen weiter mit starken Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn, im Durchschnitt um 40 bzw. um 70 Prozent. Nach ihrer Einschätzung dürfte der Jahresumsatz in 2009 von 199 Millionen in 2008 auf 301 Millionen Euro klettern und bis 2011 weiter auf 558 Millionen Euro. Beim Ergebnis profitiere systaic stark vom massiven Preisverfall bei Solarprodukten, die sie daher billig einkaufen könne. 2009 wird der Gewinn je Aktie des Solarkonzern laut Cholewa von 0,44 Euro je Aktie in 2008 auf 0,63 Euro je Aktie ansteigen und bis 2011 dann auf 1,53 Euro je Aktie.

Negativ wird dagegen der Solarausrüster Roth & Rau AG von der BHF Bank eingeschätzt. Der hatte gestern Rekordzahlen für die ersten neun Monate 2009 einen deutlichen Einbruch bei Umsatz und Gewinn bekannt gegeben (wir Opens external link in new windowberichteten auch darüber). Götz Fischbeck, Analyst der BHF Bank, rückt daher von seiner bisherigen Kaufempfehlung für die Aktie des Unternehmens aus Hohenstein-Ernstthal ab. Er glaubt nicht, dass der Solarausrüster seine Ziele für 2009 erreichen wird. Für das Gesamtjahr rechnet er nun mit einen Umsatzrückgang um 24 Prozent auf 206 Millionen Euro und einem von 23 auf 14 Millionen schrumpfenden Nettogewinn. Zur Begründung verweist er insbesondere auf die schwache Auftragslage von Roth & Rau. Fischbeck hat das Kursziel für die Aktie deutlich reduziert, von 22,50 auf 17,50 Euro. Er empfiehlt, die Beteiligung zu reduzieren. In Frankfurt ist der Anteilsschein derzeit für 22,8 Euro zu haben. Er notiert damit auf dem Niveau von vor zwölf Monaten.

Dagegen sieht sich der Experte der BHF Bank in seiner negativen Einschätzung der Aktie von SolarWorld bestätigt. Er bekräftigt seine Empfehlung, deren Aktie zu verkaufen, nachdem diese gestern ebenfalls schwache  Neunmonatszahlen vorgelegt hat (Per Opens external link in new windowMausklick gelangen sie zu unserem Bericht darüber). Fischbeck geht davon aus, dass die diskutierte weitere Kürzung der Solarvergütung über dass EEG in Deutschland die Marge des Bonner Solarkonzerns weiter unter Druck setzten wird. Er rechnet für 2010 nur mit einem geringen Gewinnwachstum des Unternehmens. Nach seiner Einschätzung wird SolarWorld in 2009 die Umsatzprognose von einer Milliarde Euro Umsatz verfehlen und diese Marke erst 2010 überschreiten. Zudem werde der Nettogewinn von 149 Millionen Euro in 2008 auf 82 Millionen Euro einbrechen. Für 2010 prognostiziert er einen Nettogewinn von 87 Millionen Euro. Das Kursziel der Aktie sieht er weiterhin bei 16,5 Euro. In Frankfurt ist sie heute bis zum Mittag auf 14,5 Euro abgesunken und notiert damit um 41 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gestern informierten wir über eine weitere negative Experteneinschätzung der Aktie von SolarWorld, zu der Sie mit einem weiteren Opens external link in new windowMausklick gelangen).

Roth & Rau AG: WKN A0JCZ5 / ISIN DE000A0JCZ51
SolarWorld AG: ISIN DE0005108401 / WKN 510840
systaic AG: ISIN DE000A0JKYP6 / WKN A0JKYP

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