Solarproduktion bei SolarWorld. Nach der Verkaufsempfehlung für die Aktie des Solarkonzerns verlor sie stark an Wert. In unseren Aktientipps zum Kauf empfohlene Solaraktien aus Deutschland gewannen dagegen im Jahresverlauf stark an Wert. / Foto: Unternehmen

03.06.16 Aktientipps

Deutsche Solaraktien: Kurssprünge von Phoenix Solar, SMA Solar und Wacker Chemie nach ECOreporter-Tipps, rechtzeitige Warnungen vor Kursabstürzen von SolarWorld und Meyer Burger Technology

Nicht alle deutschen Solaraktien erwiesen sich im bisherigen Jahresverlauf als Kursraketen. Doch wer den Kaufempfehlungen in Aktientipps von ECOreporter.de folgte, konnte sich über Kurszuwächse von bis zu 30 Prozent freuen. Bei Warnungen vor einzelnen Solaraktien lagen wir ebenfalls richtig.

Starke Wertverluste für SolarWorld und Meyer Burger Technology

Zu den bisherigen Verlierern der deutschen Solaraktien in 2016 gehört die SolarWorld AG. ECOreporter.de hatte in einem  Aktientipp vom 1. Februar  vor dem Investment gewarnt. Seither hat sich die Aktie des Bonner Solarkonzerns um fast ein Drittel auf 6,6 Euro verbilligt. Zuletzt belastete ein schwaches Ergebnis im ersten Quartal den Aktienkurs. SolarWorld verzeichnete beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen deutlich erhöhten Verlust (wir haben darüber  berichtet). Auch weil weiterhin der Rechtsstreit mit dem Zulieferer Hemlock ungelöst ist, halten wir an unserer Verkaufsempfehlung fest.

Der Solarausrüster Meyer Burger Technology hat zwar seinen Sitz in der Schweiz. Seine Aktie zählen wir aber der Einfachheit halber zu den deutschen Solaraktien. ECOreporter.de hatte Ende Januar dazu geraten, sich von der Beteiligung zu trennen. Wir warnten davor, die vorausgegangene Kurserholung als Hinweis auf eine Trendwende zu verstehen und bekräftigten damals unsere Warnung vor einem weiteren Kursabsturz der Solaraktie. Diese wird vor allem an der Swiss Exchange in Zürich gehandelt. Dort verbilligte sie sich seit unserem  Aktientipp mit der Verkaufsempfehlung von Ende Januar  deutlich, von 5,2 auf nur noch 3,7 Schweizer Franken. Der Solarzulieferer leidet darunter, dass seine Kunden in größerem Umfang Aufträge nur verzögert abrufen und ihm daher erwartete Einnahmen verspätet zufließen. Das Unternehmen musste die Prognose für 2015 kappen und meldete im März für das Geschäftsjahr 2015 abermals einen dreistelligen Millionenverlust. Es erscheint fraglich, ob Meyer Burger sich bis Ende 2016 wieder in die Gewinnzone zurückkämpfen kann. Anleger sollten die Solaraktie weiter links liegen lassen, zumindest bis zum August. Dann will der Solarausrüster Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlichen. Davor wäre es sehr riskant, bei Meyer Burger auf eine Trendwende zu setzen.

Phoenix Solar AG  auf der Gewinnerseite

Eine positive Entwicklung zeigt dagegen die Aktie von Phoenix Solar AG. Das Photovoltaiksystemhaus aus dem bayerischen Sulzemoss hat nach einer existenzbedrohenden Krise eine umfassende Restrukturierung hinter sich gebracht. Ende März meldete es für das Geschäftsjahr 2015 eine Verdreifachung des Umsatzes und eine deutliche Ergebnisverbesserung. Zwar fiel beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) abermals ein Fehlbetrag an. Er fiel aber mit Minus 1,6 Millionen Euro weitaus geringer aus als in 2014, als Phoenix Solar AG einen EBIT-Verlust in Höhe von 4,6 Millionen Euro erwirtschaftete. Im laufenden Geschäftsjahr 2016 will die Phoenix Solar AG erstmals seit Jahren wieder ein positives EBIT erreichen. Dieses Ziel hat Vorstandschef bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal Anfang Mai nochmals bekräftigt. Zuversichtlich stimmte, dass sich der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahr auf 189,4 Millionen Euro vervielfacht hat und Ende März bereits den angestrebten Jahresumsatz abdeckt. Damit scheint die neue Unternehmensstrategie, sich ganz auf die Absatzmärkte in Asien und den USA auszurichten, aufzugehen. ECOreporter.de hatte Mitte Dezember 2015 in einem  Aktientipp  auf das Kurspotential der Solaraktie hingewiesen und dies vor allem mit den Wachstumschancen in den USA begründet. Danach hatte sich die Aktie bis Anfang Mai von 3,7 auf 4,6 Euro verteuert. Seither sank der Aktienkurs zwar wieder leicht ab auf 4,1 Euro. Die Aussichten auf bessere Geschäfte und damit erneute Kurzuwächse von Phoenix Solar sind aber weiter gut.

17 Prozent Kurszuwachs von SMA Solar Technology AG nach Kaufempfehlung

Auch die SMA Solar Technology AG hat eine intensive Restrukturierung hinter sich bringen müssen. Schon 2015 schwenke sie aber wieder auf Wachstumskurs. ECOreporter.de sagte in einer  Kaufempfehlung von Mitte Januar  voraus, dass die Aktie der Spezialistin für Solarwechselrichter  aus Niestetal bei Kassel weiter zulegen dürfte. So kam es auch. Die Solaraktie kletterte seither von 43,3 Euro auf 50,7 Euro. SMA war 2015 nicht nur die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen, nach 164,9 Millionen Euro EBIT-Verlust fiel der Gewinn beim EBIT mit 34 Millionen Euro sogar überaus deutlich aus. Im ersten Quartal bestätigte das Unternehmen diese Entwicklung: hier erreichte SMA ein EBIT von 25,3 Millionen Euro nach einem EBIT-Verlust von 5,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zwar dürfte das Wachstum in 2016 nicht mehr so stark ausfallen wie im Comeback-Jahr 2015. Aber SMA stellt sich aussichtsreich für die Zukunft auf, unter anderem im Geschäft mit Speichertechnologie. Hier setzt der Vorstand auf die Kooperation mit schlagkräftigen Partnerunternehmen. Viel versprechend ist vor allem die Kooperation bei Batteriespeichern für Hausdachanlagen mit Tesla Motors, einem sehr innovativen Elektrofahrzeughersteller aus Kalifornien. Denn der hat eine enge Verbindung mit SolarCity, dem den USA größten Anbieter von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern. Diese Verbindung verbessert die Aussichten von SMA im boomenden US-Photovoltaikmarkt, für das Geschäft der Hessen mit Wechselrichtern und auch für ihr Geschäft mit Photovoltaik-Speichertechnologie. Die Solaraktie ist damit weiter aussichtsreich.

Solaraktie von Wacker Chemie AG hat langfristig weiter Potential

Den größten Kurssprung von deutschen Solaraktien machte im bisherigen Jahresverlauf die Wacker Chemie AG. Die Aktie des Konzerns aus München kostete Ende Januar im Xetra 64,2 Euro, als unser  Aktientipp mit einer Kaufempfehlung  erschien. Seither hat sie sich auf 85,2 Euro verteuert, also um rund 30 Prozent. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller von Solarsilizium weltweit. Hierbei handelt es sich um den wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Solarmodulen. Die Geschäfte liefen 2015 sehr gut. Wacker Chemie konnte im März bei der Präsentation der jüngsten Jahresbilanz einen Umsatzsprung um zehn Prozent und eine Verbesserung des EBIT um sieben Prozent melden. Vor wenigen Wochen startete das Unternehmen eine große Siliziumproduktion am neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee. Das eröffnet Chancen auf weitere Einnahmen, auch wenn die anfallenden Anlaufkosten das Jahresergebnis 2016 belasten dürften. Sie führten im ersten Quartal dazu, das sich das EBIT von Wacker Chemie im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 58,9 Millionen Euro mehr als halbierte. Langfristig dürfte der Konzern aber von dem Start seiner modernsten und bislang größten Solarfabrik profitieren. Für
Anleger mit einem längeren Anlagehorizont bleibt diese Solaraktie daher attraktiv. Wer auf Nummer sicher gehen will oder kurzfristig ausgerichtet ist, dem empfehlen wir nur das Halten der Beteiligung.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH0108503795
Phoenix Solar AG: ISIN DE000A0BVU93
SMA Solar Technology AG: ISIN DE000A0DJ6J9
SolarWorld AG: ISIN DE000A1YCMM2
Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881
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