17.07.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Deutscher Solarprojektierer will durchstarten - Colexon-Chef erläutert Wachstumspläne

Das Hamburger Solarunternehmen Colexon Energy AG will vor allem mit dem Betrieb großer Photovoltaikprojekte sein Wachstum forcieren. Das erklärte Thorsten Preugschas, seit 2006 Vorstandschef von Colexon. Diese firmierte bis Anfang 2008 als Reinecke + Pohl Sun Energy AG. Zwar betonte Preugschas, die Projektierung von Solaranlagen ab 100 kW werde vorerst weiter das Kerngeschäft des Unternehmens bilden. Doch fortan werde man verstärkt Solarparks betreiben. Unter anderem ermögliche dieses Geschäft einen stabilen Mittelzufluss. Ziel sei es, sich als unabhängiger Erzeuger von Erneuerbarer Energie zu etablieren. Colexon wolle Solarprojekte mit 1 bis 1,5 Gigawatt Leistung betreiben.

Wie Preugschas gegenüber ECOreporter.de erklärte, soll aufgrund der Ausweitung der Geschäfte der Vorstand auf vier Mitglieder verdoppelt werden. Man habe die beiden neuen Vorstände bereits verpflichtet, sie würden in der zweiten Jahreshälfte offiziell bestellt.

Große Hoffnungen setzt der Vorstandschef auf die Übernahme der dänischen Renewagy A/S, die weit vorangeschritten sei. Dieser Zusammenschluss eröffne großes Synergiepotential. Colexon steigere damit den Umfang seiner Projekte, werde damit von seinen Ausrüstern deutlich größere Mengen an Solarmodulen abnehmen. Damit verbessere sich die Verhandlungsposition der Hamburger erheblich.

Wie Preugschas auf Nachfrage erklärte, wird Colexon weiter auf Dünnschicht-Module setzen. Zwar hätten sich die Preise für kristalline Solarmodule den günstigen Preisen für die nicht so leistungsfähigen Dünnschicht-Module stark angenähert. Das hält er aber für ein zeitlich befristetes Phänomen. Hersteller aus China würden ihre kristallinen Solarmodule derzeit unterhalb der Produktionskosten anbieten. Das würden sie aber nicht lange durchhalten. Zudem sei nur bei wenigen dieser kostengünstigen Anbieter sicher gestellt, dass sie auch längerfristig auf dem Markt bestehen können. Colexon sei es aber wichtig, über sichere Lieferbeziehungen zu verfügen. Daher setze das Unternehmen vor allem auf die US-amerikanische First Solar, weltweit der führende Anbieter von Dünnschicht-Modulen. Durch langfristige Verträge mit dem Unternehmen aus Arizona sei man „sehr komfortabel mit Modulen ausgestattet“, so Preugschas.

Wie er weiter ausführte, bleibt Deutschland zwar weiter der Kernmarkt für Colexon. Die Gesellschaft wolle aber verstärkt im Ausland Projekte umsetzen. Besondere Hoffnungen setze Colexon hier auf Australien, wo in den kommenden Jahren ein sehr interessanter Markt entstehe. Dort gebe es einen hohen Bedarf an Photovoltaik, vor allem sei das Geschäft aufgrund der sehr hohen Sonneneinstrahlung viel versprechend. Derzeit halte Colexon Ausschau nach einem Kooperationspartner vor Ort. Vor wenigen Wochen habe sie eine Tochtergesellschaft in Australien gegründet.


Das Unternehmen gab heute bekannt, dass es heute in Brandenburg das "weltgrößte Aufdach-Solarkraftwerk aus First Solar Dünnschichtmodulen eingeweiht" hat. Die Anlage in Haßleben habe eine Leistung von 4,64 Megawatt. Die belegte Modulfläche entspreche einer Größe von mehr als zehn Fußballfeldern. Eine Erweiterung der Anlage durch Colexon um ca. 1,2 Megawatt sei bereits vereinbart.


Colexon Energy AG: ISIN DE0005250708 / WKN 52507

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