Auch im Juli machten Deutschlands Solaranlagen ihren Betreibern Freude. / Quelle: Fotolia

  Erneuerbare Energie

Deutschland knackt den Sonnenstrom-Rekord erneut

Dank des reichlichen Sonnenscheins im Juli 2013 geht die deutsche Solarstrom-Rekordjagt weiter. Die bisherige Bestmarke hatte nur wenige Wochen Bestand: Erstmals überhaupt haben Deutschlands Solaranlagen im Juli 5,1 Milliarden Kilowattstunden Strom eingespeist. Damit ist der bisherige Rekord von 4,3 Milliarden KWh aus dem Vormonat bereits egalisiert. Im Vergleich zur Sonnenstromeinspeiseleistung im Juli 2013 entspricht dies einer Steigerung um 41 Prozent. Das geht aus Zahlen hervor, die der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ermittelt hat.

Die Steigerung hat zwei Gründe: Zum einen das vielerorts wolkenlose Sommerwetter im Juli mit zahlreichen Sonnenstunden. Zum anderen, die Tatsache, dass auf Jahressicht mehr Solaranlagen in Deutschland in Betrieb waren als im Juli 2012. Die Stromerzeugung aus Wind war dagegen mit 1,7 Milliarden kWh so niedrieg wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies sei ebenfalls auf die Wetterlage im Juli zurückzuführen, hieß es dazu.
Gleichzeitig haben es die Betreiber konventioneller Kraftwerke immer schwerer. Jüngst räumte Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE gegenüber der Süddeutschen Zeitung ein, dass die Atom- und Kohlemeiler immer häufiger rote Zahlen schreiben. Wie auch andere Mitbwerber erklärte RWE demnach, zentrale Kraftwerke stillegen zu wollen und möglicherweise auch früher aus der Atomkraft auszusteigen.
Rekorde wie die neue Photovoltaik-Bestmarke veranlassen Kritiker immer wieder dazu, vor einer Überlastung der Stromnetze durch Erneuerbare Energien zu warnen. Dem tritt eine aktuelle Untersuchung des Experten Prof. Dr. Bruno Burger vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Demnach kann Deutschland seine Solarstrom- und Windkraftkapazität auf 85.000 Megawatt (MW) und 75.000 MW für Windkraft ausbauen. Das wäre deutlich mehr als drei Mal so viel wie heute.

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