Für Biogasanlagen wird vor allem Mais angebaut, der als Silage einen Grundstoff der Strom- und Wärmegewinnung bildet. / Bild: MT Energie GmbH

  Erneuerbare Energie

Deutschlands Landwirte bauen weniger nachwachsende Rohstoffe an

Der Flächenverbrauch nachwachsender Rohstoffe für Industrie und Energiegewinnung in Deutschland ist rückläufig. Das meldet die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit Blick auf eine neue Statistik. Die Fläche auf der hierzulande Energie- und Industriepflanzen angebaut werden, sei auf Jahressicht um fünf Prozent zurückgegangen.

Der Anbau nachwachsender Rohstoffe beansprucht in Deutschland aktuell 2,4 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche. Damit werden 20 Prozent aller landwirtschaftsflächen Anbauflächen der Republik für nachwachsende Rohstoffe genutzt. Dabei entfällt der größte Teil dieser Flächen auf Energiepfanzen für Biokraftstoffe und Biogasanlagen, wie Mais, Raps und zur Pflanzen Energiegewinnung aus Holz. Zusammen nehmen sie 2,1 Millionen Hektar Fläche ein, was 88 Prozent des gesamten Anbaus nachwachsender Rohstoffe entspricht. Energielieferanten für die Stromgewinnung aus Biogas sind mit 1,16 Millionen Hektar hier Spitzenreiter vor Raps für die Gewinnung von Biodiesel. Industriepfalnzen wie Industriestärke, technisches Sonnenblunenöl, Fasern oder Grundstoffe für Arzneimittel und Farbstoffe machen die übrigen zwölf Prozent - 300.000 Hektar - des Gesamtanbauvolumens aus.

Dass der Flächenverbrauch der nachwachsenden Rohstoffe auf Jahressicht um fünf Prozent gefallen ist, sei der Stagnation im Biodieselverbrauch, einem verstärkten Einsatz anderer Rohstoffe - etwa von Sojaöl und Altölen aus der Lebensmittelproduktion - sowie Importen geschuldet, so die FNR. Dabei habe Deutschland perspektivisch noch großes Potenzial, die Anbauflächen für Energie- und Industrierohstoffe deutlich zu erweitern. Ohne die Nahrungsmittelproduktion zu beeinträchtigen und im Einklang mit dem Naturschutz könne auf vier Millionen Hektar Ackerland in Deutschland nachwachsende Rohstoffe gezüchtet werden, so die FNR weiter.

Die FNR erhebt die Anbauzahlen jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit Unterstützung der Unternehmensberatung AFC Consulting Group auf Basis von Schätzungen und Branchenangaben.
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