Der Solarausrüster Meyer Burger Technology AG produziert unter anderem solche Drahtsägen, mit denen Solarhersteller Soalrwafer zerschneiden können. Die Aktie zählt zu den größten Positionen im Portfolio des nachhaltigen Aktienfonds mit dem größten Wertzuwachs im 1. Halbjahr. / Quelle: Unternehmen

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Die besten nachhaltigen Aktienfonds im 1. Halbjahr

Die Bilanz der nachhaltigen Aktienfonds für das 1. Halbjahr kann sich sehen lassen. Es haben fast alle Fonds dieser Kategorie in den ersten sechs Monaten ihren Wert gesteigert. Jeder zweite der 140 in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Aktienfonds verzeichnete dabei im Zeitraum Januar bis Juni ein Plus von mindestens sechs Prozent. Die zehn besten von ihnen erreichten sogar zweistellige Zuwächse. Lediglich vier nachhaltige Aktienfonds verloren bis zur Jahresmitte an Wert, davon keiner mehr als 0,7 Prozent. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor.

Die stärkste Entwicklung im 1. Halbjahr zeigte der Erste WWF Stock Climate Change. Dieser Fonds der Erste Sparinvest aus Wien legte über 20 Prozent zu. Er ist seit 2007 auf dem Markt und verfügt über ein Volumen von 13,3 Millionen Euro. Diese Mittel investiert das Fondsmanagement um Clemens Klein weltweit in Aktien von Unternehmen, die zum Beispiel in den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien aktiv sind und die von mehr Klimaschutz profitieren. Auf diese beiden Bereiche entfallen drei Viertel der Beteiligungen. Zu den größten Positionen des Erste WWF Stock Climate Change gehören der Windradhersteller Vestas aus Dänemark und der Solarkonzern First Solar aus den USA sowie Solarausrüster wie Meyer Burger aus der Schweiz und die deutsche Manz AG.

Bei der Titelauswahl setzt die Erste Sparinvest auf hauseigene Analysen, die Aktienunternehmen im Hinblick auf ESG-Kriterien untersuchen (ESG = Environmental, Social und Governance).b Diese Analysen konzentrieren sich also auf ökologische und soziale Aspekte sowie auf Aspekte der Unternehmensführung, wozu etwa Transparenz und die Bekämpfung von Korruption gehören. Ergänzt werden die Analysen durch Informationen von externen Anbietern von Nachhaltigkeitsratings. Ausschlusskriterien sind etwa Atomkraft, die Produktion von militärischen Waffen und ausbeuterische Kinderarbeit. Zudem unterstützt ein vom WWF (World Wide Fund for Nature) initiierter Umweltbeirat das Fondsmanagement bei der Auswahl der Aktien. Zudem spendet die Erste Sparinvest einen Teil ihrer Einnahmen dem Klimaschutzprogramm des WWF Österreich. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,85 Prozent.

Beim mit einem Plus von über 18 Prozent zweitbesten Fonds dieser Kategorie in den ersten sechs Monaten handelt es sich um den Sunares - SUstainable NAtural RESources. Natürliche Ressourcen bedeutet hier aber in erster Linie Edelmetalle wie Gold und Silber, deren Abbau massive Umweltschäden verursacht und in der Regel auch mit der Verletzung von Sozialstandards und Menschenrechten einhergeht. Der Sunares investiert mit einem Schwerpunkt auf Gold-Konzerne. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen etwa Royal Gold aus den USA, Argonaut Gold und New Gold aus Kanada, daneben auch Betreiber von Silberminen wie die ebenfalls kanadische Fortuna Silver Mines.

„Wir setzen auf Aktien von Unternehmen mit Bezug zu den Elementen Erde und Wasser“, erklärt dazu Fondsmanager Udo Sutterlüty. Das Fondsmanagement bewerte die Nachhaltigkeit der Investments selbst. Hintergrund sei die Ausrichtung nach den Prinzipien von Ying und Yang in der asiatischen Philosophie, die auf einem Gegensatz dieser beiden Prinzipien basiert. Die Elemente Erde und Wasser stünden für das Yin-Prinzip, die Elemente Feuer und Luft für das Prinzip Yang. “Der Sunares meidet den Bereich des Yang“, so Sutterlüty. Das bedeute zum Beispiel, dass Aktien aus dem Finanzsektor, der das Element Luft repräsentiere, für das Fondsmanagement nicht in Frage kämen. Dieser Sektor sei zu einem Luft-System mutiert und trage über den Zufluss von Finanzmitteln wesentlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen bei. Ebenfalls tabu für den Sunares sind Aktien von Unternehmen, die das Fondsmanagement dem Element Feuer zuordnet. Dazu zählen laut Sutterlüty etwa Aktien von Autobauern, vor allem aber Wertpapiere von Firmen aus dem Rüstungssektor. Dazu gehören aber auch wichtige Dienstleister von Militär und Rüstungsfirmen wie der US-amerikanische IT-Riese IBM. „Der Sunares ist in erster Linie ein Antikriegsfonds“, betont der Fondsmanager. Sutterlüty räumt ein, dass der Rohstoffsektor große Nachhaltigkeitsprobleme birgt. Das Fondsmanagement bevorzuge aber Titel von den Akteuren, die in Sachen Umwelt und Soziales in ihrer Branche die besten Standards aufweisen. Regional liegt der Fokus des Portfolios mit rund 70 Prozent des Portfolios auf Nordamerika vor Australien mit rund zehn Prozent. Dieser Fonds der Luxemburger Kapitalanlagegesellschaft (KAG) HSBC Trinkaus Investment Managers S.A. ist seit 2008 auf dem deutschen Markt. Pro Jahr fällt eine Managementgebühr in Höhe von Prozent an.

Die zehn besten nachhaltigen Aktienfonds im 1. Halbjahr


* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

Starke Entwicklung fast aller nachhaltigen Aktienfonds im Juni

Zu der insgesamt überzeugenden Wertentwicklung der nachhaltigen Aktienfonds im 1. Halbjahr trug die positive Entwicklung im Juni bei. Für diesen Monat verzeichneten elf Fonds dieser Kategorie ein zweistelliges Plus, während nur vier Fonds an Wert verloren. Dabei schnitt der SUNARES - Sustainable Natural Resources mit einem Minus von 2,5 Prozent am schwächsten ab.

Die beiden besten  nachhaltigen Aktienfonds des Juni legten über sechs Prozent zu. Fonds des Monats wurde der Meridio GreenBalance mit einem Wertzuwachs von 6,7 Prozent. Dieser Fonds der Axxion S.A. aus Luxemburg wurde schon im Jahr 2000 gestartet, verfügt aber nur über ein Volumen von 6,4 Millionen Euro. Pro Jahr fällt eine Verwaltungsgebühr von 1,2 Prozent an. Anfallende Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern thesauriert, fließen also dem fondsvermögen zu. Für das Fondsmanagement ist Hans Berner von der Kölner Meridio Vermögensverwaltung AG verantwortlich. Bei der Nachhaltigkeitsanalyse setzt das Management auf hauseigene Experten. Diese werden von einem Anlageausschuss kontrolliert, der mit Vertretern von Umweltschützern, Menschenrechtlern, und Tierschützern besetzt ist. Tabu sind Aktien, wenn die Unternehmen für die Rüstungs- oder Atomindustrie arbeiten. Das gilt auch, wenn ihr Wirken „vermeidbare Umwelt- oder Gesundheitsbelastungen hervorruft“ oder wenn sie Tierversuche für Kosmetika durchführen. Auch müssen die Unternehmen im Portfolio mindestens ein Positivkriterium des Fonds erfüllen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Unternehmen in der Erneuerbare-Energien-Branche tätig ist, natürliche beziehungsweise biologisch einwandfreie Nahrungsmittel oder Kleidung herstellet oder Dinge tut, die helfen den Transport, Verkehr oder Logistik nachhaltiger zu gestalten.

Der Meridio GreenBalance investiert weltweit, doch der regionale Schwerpunkt des Portfolios liegt auf US-Aktien mit 34 Prozent und Deutschland mit 30 Prozent der Beteiligungen. Top-Positionen sind etwa die texanische Whole Foods Market, der größte Biolebensmittelhändler der USA, die kanadische SunOpta aus Brampton in Ontario, nach eigenen Angaben der weltweit größte Hersteller von Bio-Snacks und in den USA der größte Händler von Sojabohnen aus der Bio-Landwirtschaft. Aus Deutschland zählt die Nürnberger UmweltBank AG zu den größten Beteiligungen des Fonds.

Zweitbester nachhaltiger Aktienfonds des Juni wurde mit einem Plus von 31,3 Prozent der Asia Pacific Sustainability Fund von First State Investments aus London, einer Tochter der Commonwealth Bank of Australia. Sie hat diesen Fonds 2005 gestartet, der in Britischen Pfund notiert. Dieser nachhaltige Aktienfonds verfügte Ende Juni umgerechnet über ein Volumen von rund 320 Millionen Euro. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,9 Prozent. Aktuelle regionale Schwerpunkte des Asia Pacific Sustainability Fund sind Indien mit 27 Prozent sowie China und Taiwan mit zusammen rund 25 Prozent des Portfolios. Insgesamt ist der Fonds stark auf Sektoren wie Energieeffizienz sowie Wasser- und Abfallmanagement ausgerichtet. Zu den größten Positionen gehören etwa der Versorger Towngas China und das Industrieunternehmen Taiwan Semiconductor Manufacturing, ein Halbleiterhersteller, der verstärkt auch Solarzellen und -module produziert.

Der First State Investments - Asia Pacific Sustainability Fund setzt laut Unternehmenssprecherin Sarah Mahomed Ross auf positive Nachhaltigkeitskriterien. Er investiert in Unternehmen, die in ihren Branchen zu den Nachhaltigkeitsführern zählen. Dabei stützt sich das Fondsmanagement auf Analysen der schwedischen Ethix. Ausschlusskriterien hat der Fonds nicht. Die Unternehmen, in die er investiert, müssen internationale Normen für Nachhaltigkeit und Sozialstandards einhalten, etwa die UN Global Compact Principles (Richtlinien für nachhaltiges Investieren). Jedes halbe Jahr werden die Aktien des Fonds daraufhin analysiert, ob sie die Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit erfüllen.

Die zehn besten nachhaltigen Aktienfonds im Juni

* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2013 belief sich das Volumen der 283 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 30,4 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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