Der Fonds des Monats setzt stark auf Umweltaktien wie den Windturbinenbauer Nordex. / Quelle: Unternehmen

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Die besten nachhaltigen Aktienfonds im Januar

Die meisten der 139 in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Aktienfonds sind eher schwach ins neue Jahr gestartet. Nur 26 Fonds dieser Kategorie haben den Januar 2014 mit einem Wertzuwachs abgeschlossen. Darunter wiederum verbesserten sich nur elf nachhaltige Aktienfonds um zwei Prozent. Dagegen gab 56 Fonds dieser Kategorie um mehr als zwei Prozent nach. Bei den beiden schwächsten nachhaltigen Aktienfonds im Januar lag das Minus sogar zwischen sechs und sieben Prozent. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor.

Fonds des Monats wurde mit einem Plus von Prozent ein Klimaaktienfonds: der Erste WWF Stock Climate Change. Dieser Fonds der Erste Sparinvest aus Wien schloss den Januar 2014 mit einem Wertzuwachs von 8,4 Prozent ab. Er ist seit sieben Jahren auf dem Markt und verfügt über rund elf Millionen Euro Volumen. Diese Mittel investiert das Fondsmanagement um Clemens Klein in Aktien von Unternehmen aus aller Welt, die von mehr Klimaschutz profitieren. Dazu zählen zum Beispiel Unternehmen aus den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, etwa die Windturbinenhersteller Nordex aus Deutschland und Vestas aus Dänemark, First Solar aus den USA, die Solarmodule fertigt und Photovoltaikprojekte umsetzt, und der stark auf alternative Energie setzende Energieversorger Cree Inc., ebenfalls aus den USA. Der Regionale Schwerpunkt des aktuellen Portfolios liegt mit rund 43 Prozent auf Nordamerika, vor Deutschland mit 13 und Italien mit sechs Prozent.

Bei der Titelauswahl setzt die Erste Sparinvest auf hauseigene Analysen, die Aktienunternehmen im Hinblick auf ESG-Kriterien untersuchen (ESG = Environmental, Social und Governance).b Diese Analysen konzentrieren sich also auf ökologische und soziale Aspekte sowie auf Aspekte der Unternehmensführung, wozu etwa Transparenz und die Bekämpfung von Korruption gehören. Ergänzt werden die Analysen durch Informationen von externen Anbietern von Nachhaltigkeitsratings. Ausschlusskriterien sind etwa Atomkraft, die Produktion von militärischen Waffen und ausbeuterische Kinderarbeit. Zudem unterstützt ein vom WWF (World Wide Fund for Nature) initiierter Umweltbeirat das Fondsmanagement bei der Auswahl der Aktien. Zudem spendet die Erste Sparinvest einen Teil ihrer Einnahmen dem Klimaschutzprogramm des WWF Österreich. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,85 Prozent.

Der Aktienfonds, der nach dem Monatssieger im Januar die zweitbeste Wertentwicklung gezeigt hat, setzt dagegen weit weniger konsequent auf Nachhaltigkeit: der Sunares - SUstainable NAtural RESources. Natürliche Ressourcen bedeutet hier aber in erster Linie Edelmetalle wie Gold und Silber, deren Abbau massive Umweltschäden verursacht und in der Regel auch mit der Verletzung von Sozialstandards und Menschenrechten einhergeht. Wir haben darüber umfassende in einer Sonderseite berichtet, zu der Sie per Mausklick gelangen. Der Sunares investiert mit einem Schwerpunkt auf Gold-Konzerne. Zu den größten Positionen im Portfolio zählen etwa Royal Gold aus den USA, Argonaut Gold und New Gold aus Kanada, daneben auch Betreiber von Silberminen wie die ebenfalls kanadische Fortuna Silver Mines. Mit dieser starken Ausrichtung auf die Bergbau- und die Metallindustrie, in den fast zwei Drittel des Fondsvolumens von rund zwölf Prozent investiert sind, hat der Sunares seinen Wert im Januar um 7,8 Prozent verbessert und die übrige Konkurrenz damit klar auf Abstand gehalten.


„Wir setzen auf Aktien von Unternehmen mit Bezug zu den Elementen Erde und Wasser“, erläutert dazu Fondsmanager Udo Sutterlüty. Das Fondsmanagement bewerte die Nachhaltigkeit der Investments selbst. Hintergrund sei die Ausrichtung nach den Prinzipien von Ying und Yang in der asiatischen Philosophie, die auf einem Gegensatz dieser beiden Prinzipien basiert. Die Elemente Erde und Wasser stünden für das Yin-Prinzip, die Elemente Feuer und Luft für das Prinzip Yang. “Der Sunares meidet den Bereich des Yang“, so Sutterlüty. Das bedeute zum Beispiel, dass Aktien aus dem Finanzsektor, der das Element Luft repräsentiere, für das Fondsmanagement nicht in Frage kämen. Dieser Sektor sei zu einem Luft-System mutiert und trage über den Zufluss von Finanzmitteln wesentlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen bei. Ebenfalls tabu für den Sunares sind Aktien von Unternehmen, die das Fondsmanagement dem Element Feuer zuordnet. Dazu zählen laut Sutterlüty etwa Aktien von Autobauern, vor allem aber Wertpapiere von Firmen aus dem Rüstungssektor. Dazu gehören aber auch wichtige Dienstleister von Militär und Rüstungsfirmen wie der US-amerikanische IT-Riese IBM. „Der Sunares ist in erster Linie ein Antikriegsfonds“, betont der Fondsmanager. Sutterlüty räumt ein, dass der Rohstoffsektor große Nachhaltigkeitsprobleme birgt. Das Fondsmanagement bevorzuge aber Titel von den Akteuren, die in Sachen Umwelt und Soziales in ihrer Branche die besten Standards aufweisen. Regional liegt der Fokus des Portfolios mit rund 70 Prozent des Portfolios auf Nordamerika vor Australien mit rund zehn Prozent.


Dieser Fonds der Luxemburger Kapitalanlagegesellschaft (KAG) HSBC Trinkaus Investment Managers S.A. ist seit 2008 auf dem deutschen Markt. Pro Jahr fällt eine Managementgebühr in Höhe von Prozent an.

Die nachhaltigen Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung im Januar

Name

ISIN

Kurs*
in EUR

Entwicklung
in %

Erste WWF Stock Climate Change

AT0000A054G6

78,03

       8,41

SUNARES - Sustainable Natural Resources

LU0344810915

54,08

       7,88

Öko Aktienfonds

LU0037079380

  125,23

       4,30

Erste Vinis Stock Austria

AT0000706528

  171,33

3,82

ÖkoWorld - Klima

LU0301152442

43,35

3,79

Dexia Equities L Sustainable Green Planet

LU0304860991

    47,75

3,41

Erste WWF Stock Umwelt

AT0000705678

  101,06

3,39

DKB Zukunftsfonds

LU0314225409

 24,11

2,67

Murphy&Spitz - Umweltfonds Deutschland

LU0360172109

 90,04

2,60

Craton Capital Renewable. Alternative and Sustainable Resources Fund

LI0043890891

91,72

2,22


* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2013 belief sich das Volumen der 283 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 30,4 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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