19.09.11 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Die besten nachhaltigen Dachfonds im August: auch der Monatssieger verbucht Verluste

Im August ist es keinem der in Deutschland zugelassenen Dachfonds gelungen, einen Wertzuwachs zu erzielen. Das zeigt die Monatsauswertung unserer Datenbank ECOfondsreporter. Demnach verbuchten die darin gelisteten 16 nachhaltigen Dachfonds Monatsverluste von bis zu 11,3 Prozent. Nur jeder vierte dieser Fonds konnte das Minus unter zwei Prozent halten.

Daher reichte dem FairMögensFonds der Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH ein Minus von 1,5 Prozent, um sich den Titel des Fonds des Monats in der Kategorie nachhaltiger Dachfonds zu sichern. Die Hamburger Kapitalanlagegesellschaft hat ihn im September 2010 als vermögensverwaltenden Nachhaltigkeitsfonds angelegt. Initiator und Portfoliomanager ist die Capital Idea GmbH. Das Fondsvolumen beträgt 2,2 Millionen Euro, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,9 Prozent. Der Dachfonds veranlagt nach Angaben der Emittentin in Zielfonds und Unternehmen, die festgelegten ökologischen, sozialen und ethischen Grundsätzen entsprechen. So sind laut dem Fondsmanagement französische Staatsanleihen tabu, weil die gegen das Ausschlusskriterium ‚staatliche Förderung der Atomenergie‘ verstoßen. Ein Nachhaltigkeits-Beirat unterstützt den Anlageberater Jürgen Döppeler in Bezug auf das Nachhaltigkeitskonzept und Auswahlkriterien des Fonds.  

Laut dem letzten Monatsbericht ist der Fairmögensfonds ausschließlich in Anleihen und Cash-Positionen investiert. Die größten Positionen sind nachhaltige Rentenfonds von Sarasin und Dexia, dazu zählen etwa der Sarasin ÖkoFlex und der Dexia Bonds Sustainable Euro. In seinem Monatsbericht bezieht das Fondsmanagement klar Stellung dagegen, angesichts der Unsicherheit an den Kapitalmärkten in Gold-Investments zu flüchten: Gold sei zum einen keine wertschöpfende Anlage, sondern Objekt der reinen Spekulation. Zudem sei „Gold auch mit ethisch-ökologischen Maßstäben in aller Regel nicht vereinbar“. So würden große Mengen an Zyankali verwendet, um das Gold aus dem Gestein zu lösen, und dann meist als Altlasten im Umfeld der Minen verbleiben. Auch sei der Land- und Wasserverbrauch bei der Goldgewinnung sehr hoch.

Zu den größten Positionen im Portfolio gehören der Dexia Sustainable Europe und der Pictet European Sustainable Equities. Beide Zielfonds investieren in Unternehmen, die umweltschonende und sozialverträgliche Verhaltensweisen aufweisen. Der FairMögensFonds ist ab sofort auch im Rahmen einer Fondspolice der Continentale Lebensversicherung AG einsetzbar.

Mit einem Wertverlust von 1,81 Prozent rangiert der BM & P Good Growth Fund in der Monatsauswertung für den August auf dem zweiten Platz, knapp vor dem Sarasin OekoFlex und dem Sparda München nachhaltige Vermögensverwaltung. Darüber hinaus hat der BM & P Good Growth Fund in der Kategorie der nachhaltigen Dachfonds im Zeitraum Januar bis August 2011 am besten abgeschnitten. Er verlor im Jahresverlauf nur zwei Prozent an Wert, während jeder vierte nachhaltige Dachfonds bis Ende August zweitstellige Verluste hinnehmen musste.

Das Good Growth Institut für globale Vermögensentwicklung aus Hennef, selbst erst 2008 gegründet, hat den BM & P Good Growth Fund im selben Jahr aufgelegt. Der von Hauck & Aufhäuser aus Luxemburg gemanagte Fonds investiert weltweit in Aktien, Rentenpapiere und Indexfonds, darüber hinaus aber auch in Mikrofinanzanteile. Mikrofinanzfonds stellen Mikrofinanzinstituten in Schwellen- und Entwicklungsländern Mittel für Kleinstkredite zur Verfügung. Diese vergeben Darlehen an Kleinstunternehmer, die damit eine wirtschaftliche Existenz aufbauen und der Armut entrinnen können. Beteiligungen aus dem Bereich der Kleinstkredite machen beim BM & P Good Growth Fund ein Viertel des Gesamtportfolios aus. Andreas W. Korth, Mitinitiator und Co-Manager des Fonds, erklärt dies mit dem  Nachhaltigkeitsziel ‚Förderung des sozialen Friedens‘. Das restliche Portfolio werde unter Berücksichtigung der Ausschlusskriterien Rüstung und Menschenrechtsverletzung investiert. Auf ökologische Ausschlusskriterien verzichtet das Beteiligungsangebot indes völlig. Zudem enthält das Fondskonzept Toleranzschwellen, wie Korth erklärt. Für Beteiligungen, die weniger als 0,2 Prozent des Portfolios ausmachen, entfalle die Ethik-Prüfung. Ziel dieser Strategie sei es, einerseits Kosten zu sparen und andererseits auch in breit gestreute Indexfonds zu investieren. „Wer eine fundamentale Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien vor Risiko und Rendite stellt, ist bei uns nicht richtig“, stellt Korth klar.

Zu den größten Positionen des Fonds zählen die Mikrofinanzfonds Dual Return-Vision Mikrofinanz und responsAbility-Mikrofinanz A Euro. Regional liegt der Schwerpunkt des Fonds mit 45 Prozent des Fondsvolumens von 12,9 Millionen Euro in Europa. Der Aktienanteil wurde auf acht Prozent zurückgefahren. Die jährliche Verwaltungsgebühr ist gestaffelt. Es werden bis zu 1,575 Prozent von Anlegern verlangt.

Die Reihenfolge der 10 besten nachhaltigen Dachfonds im August


Name

ISIN

Kurs
in EUR

Entwicklung
im  August
in %

Entwicklung
12 Monate
in %

FairMögensFonds

DE000A0YJL85

88,93

-1,53

n.v.

BN & P Good Growth Fund

LU0360706096

9,86

-1,81

-2,01

Sarasin OekoFlex

LU0332259893

43,68

-1,82

-2,96

Sparda München nachhaltige Vermögensverwaltung

DE000A0X9SA0

48,11

-1,84

-3,20

IAM-Fair Value Flex

LU0275529351

8,80

-3,72

-7,08

Deka Select : Nachhaltigkeit Wachstum

DE000DK1CJS9

103,23

-3,95

-4,72

Gerling Responsibility Fonds

DE0007248700

84,13

-4,10

-6,52

FT Navigator Sustainability

DE000A0D95R8

47,68

-4,38

-4.43

INFINUS ecoConsort Fund

LU0548331643

45,93

-4,42

n.v.

Pictet Environmental Megatrend Selection

LU0503631714

89,72

-5,46

n.v.




ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zu den von uns erhobenen Fonds zählen Aktien-, Renten-, Misch- und Dachfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Als wir 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. 2010 haben die nachhaltigen Fonds in Deutschland ein neues Rekordvolumen erreicht: Insgesamt 32,42 Milliarden Euro hatten Anleger zum Jahreswechsel hier investiert.
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