Glücksspiel gehört zu den Ausschlusskriterien des BKC Treuhand Portfolio. Der erfolgreichste nachhaltige Mischfonds des Monats Februar folgt christlichen Anlagegrundsätzen. / Quelle: Fotolia

18.03.16 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Die besten nachhaltigen Mischfonds im Februar - BKC Treuhand Portfolio mit fast zwei Prozent Plus vor der Konkurrenz

Im Februar hat jeder zweite der 40 nachhaltigen Mischfonds auf dem deutschen Markt an Wert gewonnen. Allerdings übersprangen nur die beiden besten Fonds dieser Kategorie im vergangenen Monat die Marke von einem Prozent Plus. Umgekehrt hielten sich aber auch die Wertverluste von nachhaltigen Mischfonds im Februar in Grenzen. Der schwächste Fonds gab auf Monatssicht um 1,6 Prozent nach. Das geht aus unserer Datenbank ECOfondsreporter hervor. Die beiden erfolgreichsten nachhaltigen Mischfonds im Februar zeichnen sich durch umfassende Ausschlusskriterien aus. 

Fonds des Monats in der Kategorie der nachhaltigen Mischfonds wurde der BKC Treuhand Portfolio der Bank für Kirche und Caritas. Die katholische Kirchenbank aus Paderborn hat ihn im Januar 2010 gestartet. Seither hat er 25 Prozent an Wert gewonnen. Mit einem Plus von über 1,8 Prozent war er der stärkste nachhaltige Mischfonds im Februar. Der in Euro notierende Fonds hat ein Volumen von rund 105 Millionen Euro. Pro Jahr fallen Gesamtkosten in Höhe von 0,71 Prozent an. Anfallende Gewinne werden an die Investoren ausgeschüttet.

Die Bank für Kirche und Caritas wendet für ihre Eigenanlagen einen Nachhaltigkeitsfilter ein, der sich an christlichen Grundsätzen orientiert (mehr über diese Kirchenbank erfahren Sie in diesem  Kurzportrait (Link entfernt)). Sie gehört auch zu den wenigen Banken, die das strenge  ECOreporter-Siegel für nachhaltige Banken (Link entfernt)  tragen). Nach diesen Grundsätzen investiert auch der BKC Treuhand Portfolio. Für ihn kommen Aktien von Unternehmen unter anderem dann nicht in Frage, wenn sie Geschäfte mit Rüstung, dem Bau und Betrieb von Kernreaktoren, Glücksspiel, Pornographie oder Tabak machen. Hierbei werden allerdings Aktivitäten toleriert, wenn sie weniger als fünf Prozent vom Umsatz ausmachen. Ganz tabu sind zum Beispiel Firmen mit Aktivitäten in Bereichen wie Abtreibung oder embryonalen Stammzellen. Zu den Ausschlusskriterien für staatliche Anleihen gehören etwa ein hoher Grad an Korruption oder an Atomkraft bei der Energieversorgung und Menschenrechtsverletzungen. Die Nachhaltigkeitsrating-Agenturen EIRIS und imug liefern die Analysen für die Auswahl von nachhaltigen Wertpapieremittenten. Zu den größten Positionen des BKC Treuhand Portfolio gehören Staatsanleihen der Schweiz, von Kolumbien und Uruguay. Der Fonds ist zu über 70 Prozent in Anleihen investiert und nur zu 14 Prozent in Aktien. Große Aktienpositionen des BKC Treuhand Portfolio sind der Haushaltswarenanbieter Leifheit AG und das Telekommunikationsunternehmen freenet AG.

Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Yield erobert Rang 2

Der Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Yield hat im Februar mit 1,1 Prozent Plus die zweitbeste Wertentwicklung erreicht. Auch dieser Fonds setzt auf umfassende Ausschlusskriterien. Tabu sind etwa die Bereiche Auto- und Flugzeugproduktion, Atomstromerzeugung und Grüne Gentechnik. Swisscanto bindet eine Nachhaltigkeitsrating-Agentur ein, um die Nachhaltigkeit von Wertpapieren zu prüfen. Bei ihm stammen die Nachhaltigkeitsanalysen von der Inrate AG aus der Schweiz, von wo auch Swisscanto selbst stammt (hier (Link entfernt)  finden Sie ein Kurzportrait von Swisscanto). Deren nachhaltiger Mischfonds notiert in Schweizer Franken und verfügt über ein Volumen von 133 Millionen Franken. Zu seinen größten Positionen gehören Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Auch der Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Yield ist zu über 70 Prozent in Anleihen investiert. Eine seiner größten Aktienbeteiligungen ist Microsoft aus den USA.

Die besten nachhaltigen Mischfonds im Februar

 * In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2015 belief sich das Volumen der 261 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 37,6 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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