Die beiden erfolgreichsten nachhaltigen Mischfonds des Monats Juli setzen stark auf Wertpapiere von Canadian National Railway: Lokomotive des kanadischen Konzerns im Einsatz. / Quelle: Unternehmen

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Die besten nachhaltigen Mischfonds im Juli – zwei Fonds mit über 1 Prozent im Plus

Die meisten nachhaltigen Mischfonds haben im Juli 2014 an Wert gewonnen. Doch nur zwei der 40 in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Mischfonds erreichten dabei ein Plus von über einem Prozent. Das geht aus unserer Datenbank ECOfondsreporter hervor. 17 Fonds dieser Kategorie schlossen den Monat mit einem Minus ab. Bei 15 von ihnen lag der Wertverlust aber deutlich unter der Marke von einem Prozent. Ausreißer nach unten waren der Parium Sustainability Fund mit knapp drei Prozent Wertverlust und der Catus Global Chance, der sogar über sechs Prozent nachgab. Doch diese beiden nachhaltigen Mischfonds liegen auf Jahressicht immer noch an der Spitze, mit einem Plus von 18 beziehungsweise 17 Prozent.

Fonds des Monats Juli wurde in dieser Kategorie der Fonds für Stiftungen Invesco mit einem Wertzuwachs von 1,4 Prozent. Auf Jahressicht liegt er mit einem Plus von 7,4 Prozent im Mittelfeld der nachhaltigen Mischfonds. Jährlich werden 0,95 Prozent der jeweiligen Anlagesumme als Verwaltungsgebühr fällig. Am Markt ist der  Fonds für Stiftungen Invesco seit 2003. Seither hat er ein Volumen von rund 32 Millionen Euro aufgebaut. Gestartet wurde das Beteiligungsangebot von der Kapitalgesellschaft Invesco, KAG ist die Frankfurter BNY Mellon Service Kapitalanlage-Gesellschaft mbH. Die Titelwahl für den Fonds für Stiftungen Invesco erfolgt auf Basis von Analysen der Londoner Nachhaltigkeitsratingagentur Eiris. Vom Investment ausgeschlossen sind Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit Atomkraft erwirtschaften, mit der Produktion von Pestiziden oder ozonschädlichen Chemikalien. Ebenfalls tabu sind Firmen, sobald sie mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit Glücksspiel oder in der Tabakindustrie erzielen. Als nicht investierbar eingestuft sind  Firmen aus der Waffen- und der Pornoindustrie. Gleiches gilt für Konzerne, die Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen wie Kinder- und Zwangsarbeit dulden.

Das Fondskonzept schreibt vor, dass der Aktienanteil des Fonds für Stiftungen Invesco stets zwischen 30 und 50 Prozent liegen muss. Gegenwärtig liegt er bei über 46 Prozent. Zu den größten Aktienpositionen dieses Mischfonds zählen Canadian National Railway und das Pharmazie- und Biotechnologieunternehmen Gilead Sciences aus den USA. Bei den Anleihen dominieren deutsche Rentenpapiere.

Mit dem Best-in-Class Prinzip auf Rang 2

Außer dem Monatssieger hat nur noch der Pioneer Funds Austria Ethik Fonds die Schwelle von einem Prozent Wertzuwachs übersprungen. Er legte knapp 1,1 Prozent zu. Auf Jahressicht hat er sich um 8,5 Prozent verbessert. Die  jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 0,9 Prozent. Anfallende Gewinne schüttet dieser Fonds ebenso an seine Anleger aus wie der Monatssieger. Der im Jahr 2000 von der österreichischen Pioneer Investments aufgelegte Pioneer Funds Austria Ethik Fonds verfügt über 29 Millionen Euro Anlegerkapital. Dieses Kapital investiert der Mischfonds zu mindestens 60 Prozent in Anleihen von OECD-Ländern und von internationalen Konzernen. Zu den aktuell größten Positionen gehören Wertpapiere von Roche und Microsoft sowie von Canadian National Railway. Der Konzern aus Kanada gehört zu den größten Dienstleistern für Gütertransporte per Bahn in Nordamerika, der umweltfreundlichen Alternative zu LWK-Transporten. Er hat überdies umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, um seinen Kraftstoffverbrauch und die eigenen Treibhausgasemissionen zu verringern. Der Pioneer Funds Austria Ethik Fonds war Ende Juli 2014 zu zwei Dritteln in Anleihen und zu etwa einem Drittel in Aktien investiert.


Ausgewählt werden die Investments nach dem Best-in-Class Prinzip. Das heißt, für ein Investment kommen Unternehmen in Frage, die als Nachhaltigkeitsbeste ihrer Branche ermittelt wurden. Für das Nachhaltigkeitsresearch sind die Analysten von E.Capital Partners zuständig. Vom Investment ausgeschlossen sind Wertpapiere von Firmen, die mit Glückspiel, Atomkraft, gefährlichen Chemikalien, Tierversuchen oder durch Kinderarbeit Umsätze erzielen. Ebenfalls tabu sind Anleihen von Staaten, die von autoritären Regimen geführt werden, die Menschenrechte verletzen, die Todesstrafe durchführen oder das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz nicht unterzeichnet haben. Positiv bei der Titelwahl fällt ins Gewicht, wenn die Produkte und Dienstleistungen der Wertpapierherausgeber positive soziale oder ökologische Wirkung haben. Ebenso positiv bewertet werden ökologische und ökonomische Risikomanagementsysteme und eine nach sozialen Aspekten ausgerichtete Unternehmenskultur (Corporate Governance).

Die zehn besten nachhaltigen Mischfonds im Juli

*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2013 belief sich das Volumen der 283 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 30,4 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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