15.12.11 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Die besten nachhaltigen Mischfonds im November - nur wenige Produkte im Plus



Demnach legten die stärksten drei nachhaltigen Mischfonds im November lediglich zwischen 0,5 und knapp 0,9 Prozent an Wert zu. Die Schlusslichter der Monatsauswertung wiederum büßten zwischen 2,8 und 5,6 Prozent ein. Monatssieger mit knapp 0,9 Prozent Zugewinn wurde der MI-Fonds (CH) 45 Sustainable A. Der Fonds ist seit Anfang September 2009 am Markt. Aufgelegt wurde er von der Migros Bank aus Zürich. Der Fonds notiert in Schweizer Franken(CHF); er investiert entsprechend seines weltweiten Anlagehorizonts jedoch auch in anders lautende Wertpapiere. Stand 30. November 2011 verwaltete das Investmentprodukt 60,4 Millionen CHF.

Angelegt wird dieses Kapital weltweit in Aktien und Rentenpapiere. Die Anlagestrategie sieht vor, dass der Aktienanteil stets  45 Prozent ausmacht. Knapp 3,2 Prozent des Fondsvermögens hält das Management derzeit als Barmittelreserve. Die Schweiz ist auch der klare regionale Schwerpunkt des MI-Fonds (CH) 45 Sustainable A. Hier sind mehr als die Hälfte aller investierten Emittenten ansässig. Der Rest verteilt sich größtenteils auf Westeuropa (Frankreich, Niederlande, Großbritannien) die USA und Neuseeland.

Die meisten der investierten Firmen (10,6 Prozent) kommen aus der Konsumgüterindustrie. Ebenfalls stark vertreten sind Unternehmen aus der Pharma- und Gesundheitsindustrie (9,4 Prozent). Es folgen  Industriekonzerne (7,95 Prozent) und Finanzdienstleister (5,84 Prozent).

Gemanagt wird der  MI-Fonds (CH) 45 Sustainable A von der ebenfalls schweizerischen Bank Sarasin. Die Nachhaltigkeitsanalysten des Vermögensverwalters aus Basel sind auch für das Nachhaltigkeitsrating der Geldanlage verantwortlich.  Als nicht investierbar gelten Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit Kernenergie, Rüstungsgütern, Chlor- und Agrochemikalien, Tabakwaren, landwirtschaftlich eingesetzter Gentechnik oder Pornografie erzielen. Ebenfalls tabu sind die Top10-Unternehmen der Welt mit den größten Umsätzen aus Militäraufträgen und die Top30 der Welt, mit den größten Umsätzen aus gentechnisch verändertem Saatgut. Bei seinen Positivkriterien orientiert der Fonds nach international anerkannten Umwelt- Arbeitsrechts- und Sozialkriterien von Organisationen wie dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), des UN Global Compact sowie der International Labour Organisation (ILO) und der OECD.
   
Größte Position im Fonds-Portfolio ist der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestle mit 4,8 Prozent. Ebenfalls sehr stark vertreten sind die Aktien der ebenfalls schweizerischen Pharmakonzerne Novartis und Roche. Stärkstes Rentenpapier ist eine schweizerische Staatsanleihe mit 2,6 Prozent. Das Fondsmanagement setzt außerdem überdurchschnittlich auf Wertpapiere des schwedisch-schweizerischen Technologiekonzerns ABB und des Telekommunikationsunternehmens Swisscom. Die jährliche Verwaltungsgebühr beläuft sich auf 1,30 Prozent.

Die mit knapp 0,6 Prozent Zugewinn zweitbeste Wertentwicklung unter den nachhaltigen Mischfonds im November verzeichnete der Prime Value Growth von der Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG. Wie der Monatssieger setzt der Fonds derzeit stark auf Rentenpapiere und Aktien. Allerdings sind auch börsennotierte Indexfonds , so genannte ETF (nach ihrer englischen Bezeichnung Exchange Traded Fund), im Portfolio enthalten. Ende November 2011 lag das Verhältnis Renten zu Aktien bei 45,6 zu 43,8 Prozent. Den größten Teil  der übrigen 10,6 Prozent der 12,8 Millionen Euro Fondsvermögen entfielen auf Barguthaben. Mit einem weltweiten Anlagehorizont investiert der Fonds unter anderem in große und mittlere Industrie-, Konsumgüter-, Medizintechnik- und Chemie-Unternehmen.  

Das Nachhaltigkeitsresearch für die Fonds der Prime-Value-Reihe betreibt die Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG selbst. Laut der Nachhaltigkeitsrichtlinien des Prime Values Growth sind Anleihen oder Obligationen von Staaten ausgeschlossen, sofern es dort die Todesstrafe gibt oder ein autoritäres Regime regiert. Wertpapiere von Unternehmen sind tabu, wenn diese mit medizinischer Gentechnik oder Atomkraft zu tun haben. Außerdem gelten Unternehmen als nicht inverstierbar die mit ABC-Waffen oder Tabakwaren Geld verdienen. Firmen, die mit Glücksspiel, Alkohol oder Pornographie zu tun haben sind zum Investment zugelassen, sofern der Umsatz aus diesen Geschäftszweigen nicht mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.

Nicht vom Investment ausgeschlossen ist Gold.  Aktuell ist mit dem ETFS Physical Gold (DE) ETC eine Gold-Anleihe größte Einzelposition im Portfolio. „Das Gold-Investment ist aktuell mit ca. 7.8% im Fonds vertreten. Diese Position wurde aufgrund der starken Währungsunsicherheiten im vergangenen Jahr nach eingehender Absprache mit dem Ethik-Komitee aufgebaut“, erläutert Roman Limacher von Hauck & Auffhäuser (Schweiz) gegenüber ECOreporter.de. „ETFS Physical Gold ist eine durch physisches Metall besicherte Schuldverschreibung. Der entsprechende Gegenwert wird als Gold gemäss den Anforderungen der London Bulllion Market Association gehalten“, so Limacher weiter. Weitere direkte Rohstoff-Investments verfolge der Fonds aktuell nicht.
Gold gilt vielen Experten unter anderem wegen der Abbaumethoden besonders aus ökologischer und sozialer Sicht als nicht nachhaltig (mehr dazu lesen Sie Opens external link in new windowhier).

Zur Frage, inwiefern das Nachhaltigkeitsresarch der Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG Gold als nachhaltig erachtet, gab das Unternehmen folgendes Statement ab, dass wir auf dessen Wunsch im Original zitieren: „Das Prime-Values-Ethik-Komitee hat sich ausführlich mit dieser Frage auseinandergesetzt und für das Fondsmanagement festgehalten, dass die Anlage in Gold auch in ethischer Perspektive grundsätzlich interessant sei, da in diesem Investitionsverhalten die Zielsetzung der Sicherheit neben angemessener Rendite und gewährleisteter Liquidität im Vordergrund steht. Angesichts eines drohenden Wertzerfalls von Papiergeld ist nicht auszuschließen, dass die Funktion des Papiergeldes als Wertaufbewahrungsmittel beeinträchtigt wird. Gold als Alternativwährung kann dazu beitragen, dies zumindest teilweise zu kompensieren und damit einen Verlust von erbrachter Arbeitsleistung, verbunden mit Konsumverzicht zu Vorsorgezwecken, entgegenzuwirken. Zudem ist die quasi „Unzerstörbarkeit“ des Goldes aus Recycling-technischer Sicht interessant. Dennoch sind mit der Produktion und der Anlage in Gold spezifische Schwächen verbunden:  1. Die Anlage in Gold ist ökonomisch nicht produktiv. 2. Gold ist mehrheitlich ein Luxusgut. 3. Die Gewinnung von Gold war und ist noch immer mit erheblichen ökologischen und sozialen Problemen behaftet, vor allem, in der umfangreichen und industriellen Produktion.
Das Ethik-Komitee hat deshalb beschlossen, dass die Anlage in physisches Gold nur im Sinne einer Diversifikation und in einem geringen Anteil des angelegten Volumens von maximal zehn Prozent erfolgen soll. Bei indirekten Anlagen, also beispielsweise Aktien von Minengesellschaften greift das Ausschlusskriterium „nicht nachhaltiger Abbau natürlicher Ressourcen“. Unser Ethik-Research prüft, ob das Gold in einer ökologisch und sozial vertretbaren Art und Weise gefördert worden ist. Vom Ethik-Komitee wurden aus diesen Gründen beispielsweise die beiden Minengesellschaften Goldcorp und Barrick Gold ausgeschlossen.“

Auf den Markt gebracht wurde der Prime Value Growth bereits Ende 1997. Damals firmierte die verantwortliche Fondsgesellschaft noch unter dem Namen Dr. Höller Finanzverwaltung. Als Verwaltungsgebühr werden 1,85 Prozent verlangt.

Die Reihenfolge der zehn besten nachhaltigen Mischfonds im November


Name

ISIN

Kurs
in EUR

Entwicklung
im  November
in %

MI-Fonds (CH) 45 Sustainable A

CH0102706651

78,37

0.87

PRIME VALUES Growth

AT0000803689

106,21

0.59

Dexia Sustainable European Balanced High

BE0169199313

274,71

0,55

BfS Nachhaltigkeitsfonds Ertrag SEB Invest

DE000A0B7JB7

43,9

0,3

Volksbank Gütersloh Nachhaltigkeitsinvest

DE000A0M80H2

41,58

0,12

BNP PARIBAS L1 Sustainable Diversified Europe Balanced C

LU0087046354

270,74

 -0,11

Dexia Sustainable European Balanced Medium

BE0159411405

4,98

- 0,2

Dexia Sustainable European Balanced Low

BE0159412411

3,56

 -0,28

Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Balanced

LU0161535165

115,85

 -0,31

Berenberg 1590 Stiftungen

DE000A0RE972

44,59

 -0,38




ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zu den von uns erhobenen Fonds zählen Aktien-, Renten-, Misch- und Dachfonds, Mikrofinanzfonds und ETFs. Als wir 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. 2010 haben die nachhaltigen Fonds in Deutschland ein neues Rekordvolumen erreicht: Insgesamt 32,42 Milliarden Euro hatten Anleger zum Jahreswechsel hier investiert.   
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