Die Preisspirale bei Solarmodulen wird in Europa durch Anbieter angeheizt, die bislang noch weitgehend unbekannt waren. / Bildquelle: Fotolia

  Erneuerbare Energie

Die billigsten Solarmodule kommen nicht mehr aus China

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar für August 2013

Das Ringen um die Einfuhrpreise von Modulen aus China zeigt Konsequenzen. Zwar dominieren Angebote aus China noch immer den weltweiten Modulmarkt, allerdings sind sie nicht mehr diejenigen mit den tiefsten Preisen. Auch muss man zwischen vor dem 6. August eingeführter, verzollter und neu importierter Ware unterscheiden. So ergeben sich zwei mögliche Einkaufspreise – einer liegt in der Regel unterhalb, der andere deutlich oberhalb der magischen Grenze von 56 Cent pro Wp. Die gegenüber den Neuimporten günstigere Lagerware wird zunehmend knapper und dürfte in Kürze ganz verschwinden.

Produkte aller namhaften Marken aus China sind zu Preisen um 60 Cent pro Wp wieder verfügbar. Kaum ein größeres Projekt in der EU kann jedoch dieses Preisniveau verkraften. Deshalb werden Realisierungen auf Eis gelegt, bis sich kostengünstigere Alternativen bieten. Diese Alternativen ergeben sich nun durch Hersteller aus Südostasien, deren Namen bis vor kurzem in Europa noch völlig unbekannt waren. Sie erfreuen sich durch ihre sehr attraktiven Angebote wachsender Beliebtheit. Herkunftsländer sind beispielsweise Vietnam, Malaysia und Taiwan. Viele Importeure können schon mit Offerten einer dieser neuen Marken aufwarten, deren Produktqualität aber weitestgehend unbekannt, da ungeprüft ist. Preislich liegen diese Module bei 50 Cent pro Wp, Containerabnahme vorausgesetzt.



Grafik: pvXchange

Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.

Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Ähnliche Dünnschicht-Technologien sind zusammengefasst, auch wenn Preis und Anteil einer Technologie innerhalb eines Monats bei pvXchange schwanken. Weil sich am Markt für Dünnschichtsolarmodultechnik einiges getan hat, dass zu großen Preisunterschieden innerhalb dieses Segmentes führte, wurde auch hier die Erhebung angepasst. Die preisliche Differenz zwischen reinen a-SI Modulen und Tandem-Modulen a-Si/µ-Si (Mikromorph) sind mittlerweile so gravierend, dass diese nicht mehr zusammengefasst dargestellt werden, erläutert pvXchange. Die Werte zeigen aber insbesondere im Verhältnis zu den anderen Modul-Typen an, wie sich das Preisgefüge der unterschiedlichen Technologien zueinander entwickelt.

Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich. Im Juni 2012 erfolgte die zwischenzeitliche Umbenennung in sologico. Dies ist mit einigen Neuerungen an der Unternehmensspitze und der Rückkehr von Martin Schachinger, der zum Kreis der Hauptgesellschafter gehört, im Februar 2013 wieder rückgängig gemacht worden. Zum Jahresanfang 2013 gab es bei pvXchange zusammen mit dem Wechsel des Markennamens noch eine weitere Änderung: Neben Modulen und Wechselrichtern werden nun auch ganze Projekte in verschiedenen europäischen Ländern über den Online Marktplatz vermittelt.
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