Braunkohlekraftwerk im Rheinland. Deutschland produzierte 2015 viel mehr Kohlestrom als benötigt wurde. Er wurde zum großen Teil ins Ausland verkauft. Das hat die deutsche Klimabilanz belastet. / Quelle: Fotolia

18.03.16 Erneuerbare Energie

Die deutsche Klimabelastung ist 2015 gestiegen

Die anhaltend hohe Produktion von Kohlestrom in Deutschland hat dazu beigetragen, dass die deutschen Treibhausgasemissionen in 2015 gestiegen sind. Dabei ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf ein neues Rekordniveau gestiegen.

Wie das Umweltbundesamt (UBA) ermittelt hat, stiegen 2015 die deutschen Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 908 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das ist eine Erhöhung von sechs Millionen Tonnen. Die wichtigste  Ursache für den Emissionsanstieg war laut dem UBA die im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung. Weil Haushalte und andere Kleinverbraucher mehr Heizenergie benötigen, verbrauchten sie 4,5 Millionen Tonnen mehr Erdgas.

Hinzu kam, dass sich die Emissionen im Verkehrsbereich um 1,5 Prozent auf 163,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erhöhte. Das UBA erklärt dies unter anderem mit einer Zunahme des Güterverkehrsaufkommens. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger stellt dazu fest: „Nur mit einer anderen Mobilität werden wir unsere Klimaziele erreichen. Wir brauchen, unter anderem, ein besseres Angebot von Bus und Bahn, mehr Elektromobilität für Autos und Fahrräder und eine Förderung von Fuß- und Fahrradverkehr. Letztlich muss der Verkehrsbereich klimaneutral gestaltet sein.“

In der Landwirtschaft stiegen die Treibhausgasemissionen um 1,3 Prozent auf 66,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Grund dafür sind laut dem UBA Lachgas-Emissionen aus vermehrter Düngung sowie Methan-Emissionen aufgrund gewachsener Tierzahlen in der Rinder- und Schafshaltung.  In der Industrie kam es 2015 zu einem Emissionsanstieg um 0,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Diese Anstiege hätte der Stromsektor wohl ausgleichen können. Denn der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung hat sich 2015 erneut deutlich erhöht. Laut dem UBA wuchs er auf 30 Prozent und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Eine entsprechende Verringerung des CO2-Ausstoßes sei jedoch durch den Anstieg der Exporte von Kohlestrom verhindert worden. Diese hätten 2015 mit 50 Terawattstunden ebenfalls ein Rekordniveau erreicht.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagt dazu: „Unsere Klimaschutz-Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien werden leider durch die anhaltend hohe Produktion von Kohlestrom zum Teil zunichte gemacht. Das liegt an den Überkapazitäten bei Kohlekraftwerken. Aber die gute Nachricht ist: Wir sind bereits auf dem Weg zur Lösung. Ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung ist ohne Engpässe bei der Stromversorgung möglich. Das zeigen die Zahlen deutlich. Ab 2017 werden wir die ersten Braunkohle-Kraftwerke vom Netz nehmen und zunächst in eine Reserve überführen.“
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