14.02.18 Finanzdienstleister

Die EthikBank hat 2017 mehr Kredite vergeben

Die EthikBank aus Eisenberg in Thüringen zieht Bilanz für das vergangene Jahr: "Trotz anhaltendem Negativzinsumfeld konnte die EthikBank im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017 ihr Betriebsergebnis von 3,6 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 3,8 Millionen Euro leicht steigern", teilte die ethisch-ökologische Direktbank mit. Das erreichte sie mit nur 61 Mitarbeitern und 6 Auszubildenden.

Zudem überschreite die Bilanzsumme des voraussichtlich erstmals in der Geschichte des Kreditinstituts die 400-Millionen-Euro-Marke. Vor allem ein starkes Wachstum im Kreditbereich sei für das solide Abschneiden verantwortlich. Vorstandschef Klaus Euler zeigte sich zufrieden mit dem stabilen Ergebnis. Er hob aber die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen hervor - etwa durch die Auflagen der EU für Banken.  

Unter dem Strich blieb der Bank ein Bilanzgewinn von 100.000 Euro (Vorjahr: 96.000 Euro).

Überdurchschnittliches Plus bei Kundenkrediten

Die EthikBank konnte ihr Kundenkreditvolumen im vergangenen Geschäftsjahr um 11 Millionen Euro auf rund 118 Millionen Euro steigern und verzeichnet somit ein im Branchenvergleich überdurchschnittliches Plus von 9 Prozent. Allein das Kreditneugeschäft betrug 2017 rund 25 Millionen Euro. "Diese Zahl freut uns, da es nicht zuletzt aufgrund der Risiken besonders anspruchsvoll ist, ein solches Ergebnis zu erzielen", sagte Klaus Euler.

Die neuen Kundenkredite habe die EthikBank vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen und an private Baufinanzierungen vergeben. Ein Großteil davon falle in den Bereich der ökologischen Baufinanzierung.

Weniger Kundeneinlagen bei der EthikBank

Die Kundeneinlagen des Geldhauses haben hingegen nur geringfügig um 1 Million Euro zugelegt - allerdings habe die Bank den Einlagenzuwachs von Großeinlegern bewusst abgebremst. "Solche Einlagen verursachen in Zeiten von politisch herbeigeführten Negativzinsen überproportional hohe Kosten", erklärte Vorstandsfrau Katrin Spindler und deutete damit auf das schwierige Zinsumfeld hin.

Ihr Kollege Klaus Euler findet dafür deutliche Worte: "Das zufriedenstellende Ergebnis darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir den Gürtel in Zukunft enger schnallen müssen. Denn das politisch motivierte Negativzinsniveau - hervorgerufen vor allem durch hohe Staatsschulden in Europa - ist dafür verantwortlich, dass die Bank deutlich geringere Renditen mit ihren Eigenanlagen erzielt." Aufwand für die Bank bedeuteten unter anderem die neuen Vorschriften zum Wertpapiergeschäft,  bekannt unter dem Kürzel MiFID II.  

Betriebsergebnis soll in den kommenden Jahren stagnieren

Laut Euler werde sich deshalb das Betriebsergebnis nach Bewertung in den kommenden Jahren etwa im Bereich des zurückliegenden Geschäftsjahres von 2,4 Millionen Euro vor Steuern einpendeln. Die Risikovorsorge im Kreditbereich bewege sich hingegen "auf historisch niedrigem Niveau". Die gesetzlich geforderte Eigenkapitalquote übererfülle die EthikBank weiterhin deutlich.

Die endgültigen Jahreszahlen 2017 will die Bank im April nach Fertigstellung ihres Jahresabschlusses bekannt geben.

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