01.10.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

„Die gesunkenen Preise machen PV-Technik noch attraktiver!“ – Christoph Koch, Finanzvorstand der S.A.G.Solarstrom AG, im Interview mit ECOreporter.de

Zu den 30 Ausstellern, die am 10. Oktober beim „Freiburger Tag für ethische und ökologische Geldanlage“ die Besucher kostenlos über Anlageprodukte informieren, gehört auch der Solarkonzern S.A.G. Solarstrom AG. Christoph Koch, Finanzvorstand der S.A.G., erklärt im Gespräch mit ECOreporter.de unter anderem, weshalb er sich über den Preisverfall in der Solarbranche keine Sorgen macht.


ECOreporter.de: Herr Koch, ihr Unternehmen konnte in den letzten Monaten wiederholt positive Nachrichten vorlegen. Die Vergangenheit ist dagegen von diversen Krisen geprägt. Was hat den Ausschlag für die erfolgreiche Entwicklung der S.A.G. gegeben?
Christoph Koch: Gute alte Kaufmannstugenden! Wir haben vernünftige betriebswirtschaftliche Strukturen, insbesondere ein starkes Controlling und einen strukturierten Vertrieb, mit den schon vorhandenen Stärken verbunden: S.A.G. hatte schon vorher ein exzellentes Know how, und viele engagierte und fachlich versierte Mitarbeiter. Das klingt als Konzept vielleicht nicht besonders spannend, ist letztlich aber die Basis unseres Erfolges.

In der Vergangenheit fehlten professionelle Unternehmensstrukturen. Die haben wir in den vergangenen knapp zwei Jahren installiert und damit dass Unternehmen zugleich zu einer hohen Verlässlichkeit geführt. Das sieht man beispielsweise an der Rückkehr zur Quartalsberichterstattung oder jüngst auch an der ISO-Zertifizierung unseres Qualitäts- und Umweltmanagements und nicht zuletzt daran, dass es uns gelungen ist, in einer durchaus schwierigen Finanzlage ein Projekt wie Orosolar zu refinanzieren oder KfW-Mittel zu erhalten. Wir haben letztlich die Stärken der S.A.G. herausgearbeitet und mit einem soliden betriebswirtschaftlichem Fundament unterlegt. Heute bietet die S.A.G. eine Wertschöpfungskette über den gesamten Lebenszyklus einer PV-Anlage – von der Planung über Ertragsgutachten, technische Due Diligence, Installation, Betrieb und Überwachung bis hin zu Repowering, Rückbau und Recycling.


ECOreporter.de: Vor kurzem gaben Sie bekannt, dass Ihr Unternehmen einen Betriebsmittelkredit der KfW erhalten hat. Welche Bedeutung hat dies für die S.A.G.?
Koch: Wir können mithilfe der zusätzlichen Betriebsmittel unser Wachstum forcieren und nun auch größere Projekte umsetzen. Wir mussten in den vergangenen Jahren viele Projekte aus dem eigenen Cashflow vorfinanzieren, das hat natürlich die Projektgröße und damit auch unser Wachstum limitiert.
Vor allem aber war die Kreditzusage auch ein sehr starkes Signal, dass die Banken zunehmend auf unser Wachstumspotenzial und positiven Zukunftsaussichten vertrauen. Diese KfW-Mittel werden ja nur an wettbewerbsfähige und aussichtsreiche Unternehmen vergeben.


ECOreporter.de: Von Analysten kamen in der letzten Zeit düstere Prognosen für die Solarbranche. Das Angebot an Silizium, Zellen und Modulen werde die Nachfrage übersteigen, ein weiterer Preisverfall sei zu erwarten. Wie wirkt sich dies auf das Geschäft der S.A.G. aus?
Koch: Die S.A.G. ist vom Preisverfall nicht negativ betroffen. Wir können aufgrund der stabilen und sehr guten Systempartnerschaften mit unseren Lieferanten die Preisentwicklung ohne Abschreibungsbedarf abbilden. Gleichzeitig können wir bei gleich bleibend vernünftiger Marge für die S.AG. unseren Kunden jetzt noch attraktivere Angebote unterbreiten. Das spiegelt sich in der zurzeit sehr starken Nachfrage. Für unsere Umsatzziele müssen wir aufgrund der gesunkenen Modulpreise natürlich den Projektdurchsatz etwas erhöhen, aber das hält sich alles in unserem Planungsrahmen. Letztendlich machen die gesunkenen Preise PV-Technik noch attraktiver und das hilft uns!


ECOreporter.de: Schwarz-Gelb hat die Bundestagswahlen gewonnen. Ist der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland damit gefährdet?
Koch: Es wird sicher schwieriger und es ist durchaus denkbar, dass Förderungen stärker als bisher beschnitten werden. Andererseits war es schon vorher das erklärte Ziel, erneuerbare Energien auch ohne Subventionen wettbewerbsfähig zu machen. Die Einspeisevergütung war in den letzten Jahren ein politisch gewolltes Instrument, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen – mit großem Erfolg.
Durch den zu beobachtenden Preisverfall auf dem Modulmarkt werden wir aber Grid-Parity voraussichtlich schneller erreichen als zuvor gedacht. Photovoltaik ist deshalb absehbar wirtschaftlich und wettbewerbsfähig. Mittel- und langfristig wird die Photovoltaik deshalb keine Förderung mehr benötigen. Wir haben also neben den Umweltargumenten – unbegrenzt verfügbare saubere Energiequelle ohne finanziell kaum kalkulierbare Endlagerproblematik – auch starke wirtschaftliche Argumente für Photovoltaik. Das Umweltbewusstsein in der breiten Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Die Menschen sind extrem sensibilisiert und erneuerbare Energien haben in der Bevölkerung breite Sympathien. Das weiß auch die neue Bundesregierung.


ECOreporter.de: In der Presse werden verschiedene Übernahmephantasien gespielt, in deren Zentrum die Technologieriesen General Electric und Siemens stehen. Wie attraktiv wäre ein finanzstarker Partner für Ihr Unternehmen?
Koch: Natürlich wird gerade in der derzeitigen Situation viel über Konsolidierungen in der Branche spekuliert. Aber wir sind in den letzten zwei Jahren planvoll und kontinuierlich aus eigener Kraft gewachsen. Und in diesen zwei Jahren hat sich auch gezeigt, dass wir durch eigenes Wachstum den Wert unserer Aktien am besten positiv beeinflussen können.

ECOreporter.de: Herr Koch, wir danken Ihnen für das Gespräch!



Christoph Koch wird beim „Freiburger Tag für ethische und ökologische Geldanlage“ einen Vortrag mit dem Thema „Chancen des nachhaltigen Investments bei der S.A.G. Solarstrom AG“ halten. Auf der Veranstaltung im Historischen Rathaus der Stadt präsentiert sich eine Vielfalt wichtiger Akteure des nachhaltigen Investments. Dazu zählen Banken wie die GLS Gemeinschaftsbank und die Volksbank Freiburg ebenso wie etliche Erneuerbare-Energie-Anbieter, die beispielsweise Solarfonds offerieren. Einen Schwerpunkt bilden Mikrofinanzen und Holz-Investments; bei ihnen geht es um ökologische Aufforstungen, an denen Anleger mitverdienen können. Örtliche Anbieter sind ebenso dabei wie internationale Gesellschaften.

Neben der Messe findet das kostenlose Vortragsprogamm statt. Ferner bietet der Veranstalter, die ECOeffekt GmbH, am Vorabend des Freiburger Tages einen „Netzwerk-Abend“ an. Hier treffen sich Profis aus der Grünen Geldanlage mit Fachleuten des nachhaltigen Wirtschaftens, mit örtlichen Unternehmern und stark engagierten Anlegern.
Näheres zum Programm für 2009 finden Sie online unter  Opens external link in new windowwwww.gruenes-geld.de

Freikarten können Besucher per E-Mail unter Opens window for sending emailinfo@ecoeffekt.de (Link entfernt) bestellen oder telefonisch unter 0231/47735965.

Freiburger Tag für ethische und ökologische Geldanlage
Messe mit Vortragsprogramm
Samstag, 10. Oktober 2009; 9:30 – 18:30 Uhr
in Freiburg/Brsg., Historisches Kaufhaus am Münsterpatz

S.A.G. Solarstrom AG: WKN 702100 / ISIN DE0007021008
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